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Demenz: Abschied von meinem Vater
 
 
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Demenz: Abschied von meinem Vater [Taschenbuch]

Tilman Jens
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (19. Juli 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442156181
  • ISBN-13: 978-3442156184
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 56.329 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Tilman Jens
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Walter Jens, mein Vater, ist dement. Sein Gedächtnis ist taub, die Sprache versiegt. Die Blicke sind hohl und verloren. Meine Mutter, mein Bruder und ich sind uns einig, wir wollen, wir werden sein Leid nicht verstecken." Tilman Jens

Kurzbeschreibung

„Mein Vater weiß heute nicht mehr, wer er ist.“ Walter Jens und die Reise ins Vergessen. Tilman Jens’ Buch ist die Chronik eines langsamen Abschieds des Sohnes vom geliebten und bewunderten Vater. Der Sohn berichtet von einem Lebensende, das so gänzlich anders verläuft, als sein Vater, der „Virtuose des Wortes”, der Anwalt eines selbstbestimmten Todes, erhofft hatte. Ein bewegendes Buch über Auslöser und Auswirkungen einer grausamen Krankheit.


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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Biene Maya 2013 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Man hat es schnell gelesen, das 142-seitige Buch im Großdruck, das Tilman Jens über seinen Vater geschrieben hat. Aber nicht nur der Umfang, sondern auch der spannende Inhalt lassen einen das Buch kaum zur Seite legen.
Meine Empfingungen während der Lektüre waren ausgesprochen unterschiedlich. Anfangs war ich entsetzt und erschüttert. Was fällt dem ein, so über seinen Vater zu schreiben? Muss es denn sein, derart private Dinge freimütig in einem Buch auszuplaudern? Ist es nicht demütigend und entwürdigend für den Vater, wenn sein Verfall derart eingehend geschildert wird?
Ich habe bereits einige Bücher von Walter Jens gelesen und deswegen war das Lesen dieses Buches für mich teilweise richtig erschreckend.
Doch Tilman Jens' Buch hat mich gefangen genommen. Ich konnte mich einfach nicht entziehen. Und die Bezugnahme auf die Vergangenheit, die Ursachenforschung war dann natürlich besonders interessant. Es scheint alles so schlüssig zu sein. Das eigene Ich verliert sich selbst, weil es keinen anderen Ausweg mehr weiß. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, einem maßgeblichen Teil des Selbst, wird gescheut. Bis zuletzt.
Tilman Jens' Buch ist eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema, das schmerzt und das in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert ist, obwohl es immer mehr Menschen betrifft. Wie kann es sein, dass die Demenz eine derartige "Geistesgröße" wie Walter Jens "befällt"? Was ist geschehen? Oder was ist nicht geschehen?
Tilman Jens hat ein wichtiges Buch geschrieben, für sich selbst aber auch für die Gesellschaft, denn hier wird nichts beschönigt. Hier werden Fassaden niedergerissen - und es fällt auf, dass das Leben so vieler Menschen nur von Fassadenkitt zusammengehalten wird. Da gibt es den netten Nachbarn, der Tilman Jens' Wahlgroßvater wird. Die Idylle wird gebrochen, als herauskommt, was er in der Vergangenheit getan hat - und Zeit seines Lebens selbst nicht sehen wollte.
Aber das Buch setzt sich nicht nur mit der Ursachenforschung im Falle Walter Jens auseinander.
Auch die Folgen der Demenz werden ausführlich thematisiert. Wie können Angehörige damit zurecht kommen - oder auch nicht? Und hier werden metaphysische Fragestellungen berührt: Was ist der Mensch?
Walter Jens hat sich selbst - noch vor Ausbruch der Krankheit - dazu geäußert, wie er sein Lebensende im Falle einer geistigen Umnachtung gestaltet wissen möchte. Und sein Sohn hinterfragt das Menschenbild des Vaters, das geprägt ist vom übermächtigen Verstand. Ist ein menschenwürdiges Leben noch möglich, wenn der Verstand wegdämmert?
Tilman Jens beantwortet die Frage in seinem Buch eindeutig - und mit viel Wärme.

Ich jedenfalls war letztendlich zutiefst beeindruckt von dieser persönlichen Geschichte, die nicht mehr ist als eben dies - aber auch nicht weniger!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ein persönliches Buch ist Tilman Jens' "Demenz - Abschied von meinem Vater" geworden. Man merkt jeder Zeile dieses Buches an, dass es Tilman Jens schwergefallen ist, den Abschied von seinem Vater in Worte zu fassen. Ein Abschied, der so besonders ist, weil Walter Jens, der berühmte Vater, noch gar nicht tot ist. Walter Jens ist schwer an Demenz und Alzheimer erkrankt, erkennt den Sohn kaum noch. Doppelt schwer ist der Abschied, weil Ungereimtheiten in Blick auf die Vergangenheit des Vaters zurückbleiben. Die Abrechnung mit dem Vater fällt unsicher, fragend aus. Es ist eher ein Wissen-Wollen, ein letztes Aufbäumen vor der Erkenntnis, dass es unmöglich ist, die Wahrheit - so es die eine überhaupt gibt - zu fahren, vor der Erkenntnis, dass dieser Vater ihm ein Rätsel bleiben wird.

Ein Rätsel ist dem Sohn vor allem das Verhalten des Vaters, als seine Mitgliedschaft in der "NSDAP" bekannt wurde. Das 60-jährige Schweigen zu seiner "NSDAP"-Mitgliedschaft ist für den Sohn unverständlich. Vom sprachlich so gewandten Vater hätte er wenigstens irgendwann einmal eine Randbemerkung erwartet, eine kleine Erklärung zur eigenen Verfehlung. Und dann die gespielte Überraschung, als Walter Jens damit konfrontiert wurde, dass er Parteigenosse Nr.9265911 war. Für den Sohn wird der Vater zum Rätsel, als er hin- und herlaviert, anstatt dass er ein eindeutiges Statement abgibt. Nicht einmal seiner Frau hat er, als er von der bevorstehenden Veröffentlichung informiert wurde, davon berichtet, kein Wort findet sich in seinem Tagebuch.

Das Versteckspiel des Vaters bringt Tilman Jens in Verbindung mit dem Beginn der Demenzkrankheit. War es ein Zufall, dass die Demenz just da einsetzte, als die NSDAP-Mitgliedschaft bekannt wurde, fragt sich der Sohn. Eine Antwort, wie es zu dieser Lebenslüge kam, gibt es nicht. Tilman Jens nennt es in seinem Buch nie so, auch wenn es in jeder Zeile durchscheint, dass er seinem Vater seine Verteidigung nicht abnimmt. Sogar den früheren Nachbarn, Albert Schaich, zieht Tilman Jens als Parallele heran, der Gestapo-Mann nämlich ist 1945 noch zum Mörder geworden, auch er hat ein Doppelleben geführt. Während diesen aber der "Teufel der Erinnerung" plagte, beginnt bei Walter Jens das Vergessen.

In den Jahren 2003/2004 habe der Vater sich aufgegeben, der Demenz nichts mehr entgegengestellt. Sein Tagebuch beendet Walter Jens am 6. Februar mit den Worten "Ich bin so erschöpft". Die Kraft schwindet, das Buch "Frau Thomas Mann" schreibt Inge Jens allein weiter, ihr Mann fungiert nur noch formal als Mitautor. Den großen Rhetorikprofessor plagen große Selbstzweifel, er nimmt viele Medikamente, Tranquilizer, macht in Freiburg einen Drogenentzug. Wut- und Verzweiflungsausbrüche häufen sich, Walter Jens scheitert letztlich, urteilt der Sohn, an seiner eigenen Vorstellung einer Künstlerexistenz. Der Vater wird zum Pflegefall, freut sich, wenn er auf dem Bauernhof bei den Tieren ist. Kein Leben, wie es sich Walter Jens gewünscht hat.

In einem Interview zur Sterbehilfe sprach er sich im August 2001 noch dafür aus, dass man jemandem, der auf keine Heilung mehr hoffen kann, Sterbehilfe gewähren sollte. Offen spricht Tilman Jens davon, dass der Hausarzt die nötigen Medikamente besorgen hätte können, doch ein Mandat habe er nicht, dem Vater aktiv beim Sterben zu helfen. Die Aussagen des Vaters sind gespalten, er will gehen, sagt aber im gleichen Atemzug, dass das Leben schön ist. "Er will manchmal tot sein, ohne zu sterben", sagt der Sohn über seinen Vater. Der Abschied "war bitter und hat wehgetan", sagt Tilman Jens. Ein Abschiedsgespräch gab es nicht.

Tilman Jens hat mit "Demenz - Abschied von meinem Vater" ein ehrliches Buch geschrieben, das davon zeugt, wie schwer ihm das Abschiednehmen unter diesen Vorzeichen fiel. Dass er den lebendigen Vater damit begraben habe, wie Tilman Jens von der Zeitung "Die Welt" vorgeworfen wurde, ist sicherlich falsch. Vom Sockel geholt hat er ihn zweifelsohne.

(c) Thomas Sülzle von Literaturtipp.com
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein mutiges, wichtiges Buch 20. Dezember 2009
Von Karl-Heinz Heidtmann TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Abschied von meinem Vater" ist ein vielschichtiges Buch - und so kann auch der Titel unterschiedlich verstanden werden. Natürlich geht es Tilman Jens nicht nur um die Demenz seines Vaters. Es geht ihm auch um den Abschied von dieser "deutschen Instanz".

Dabei richtet Tilman Jens nicht über die Tatsache, dass sein Vater - und viele andere in seinem Buch genannten deutschen Schriftsteller und Menschen in öffentlichen Ämtern - Mitglied der NSDAP oder anderer Organisationen der Nationalsozialisten gewesen ist, sondern einzig darüber, dass die meisten zu feige oder opportunistisch waren, dieses zuzugeben.

Doch wer so offen und donnernd wie Walter Jens über andere richtete, die Ihre Vergangenheit nicht rechtzeitig offenlegten, wer für Rechtschaffenheit, Offenheit, Demokratie und Integrität eintrat, wer sich selbst zur moralisch-intellektuellen Instanz des Nachkriegsdeutschland krönte, an diesen dürfen, ja, müssen besondere Maßstäbe angelegt werden.

Und wer könnte es nicht verstehen, dass auch im längst erwachsenen Sohn eine Welt angesichts der erdrückenden Tatsachen und der "Schweigekrankheit" zusammenbricht? Und so mutmaßt Tilman Jens nicht zu Unrecht über den zeitlichen Zusammenhang von Demenz und Aufdeckung der "Jugendsünden" seines Vaters. "Das ist mir nicht erinnerlich", lautete ein Satz eines deutschen Bundeskanzlers, der über unsaubere Parteispenden keine Auskunft geben wollte.

Der Mensch ist ein seltsames Wesen. Wahre Integrität ist offenbar sein Ding von Natur aus nicht. Und was er nicht wahrhaben will, das vergisst oder verdrängt er.

Fazit: Ein bedrückendes, zweifelndes und verzweifeltes Werk, das größte (Hoch-) Achtung verdient.
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Vor 21 Monaten von A. Ulsamer veröffentlicht
am Thema vorbei
Ich war enttäuscht von diesem Buch...in diesem Buch erfährt man mehr über die NS Vergangenheit des Vaters als über das eigentliche Krankheitsbild Demenz.. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Thomas Bernhardt veröffentlicht
Über das Schweigen
"Abschied von meinem Vater" ist ein vielschichtiges Buch - und so kann auch der Titel unterschiedlich verstanden werden. Lesen Sie weiter...
Am 14. Dezember 2009 veröffentlicht
Ein Buch über ein Tabuthema was eigentlich keines mehr sein...
Zu keinem Thema sind in diesem Jahr so viele Bücher veröffentlicht worden wie über die Sujets Krankheit, Sterben und Tod. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Dezember 2009 von Carl-heinrich Bock
Demenz: Abschied von meinem Vater
Hallo Leser,
also ich kann mich da einer der Vorschreiberinnen nur anschließen.
Der Inhalt des Buches hat doch sehr wenig mit der eigentlichen Thematik "Demenz" zu... Lesen Sie weiter...
Am 9. Dezember 2009 veröffentlicht
Pinoerarbeit
Ein gewagtes Thema, dass noch sehr im Bereich des Tabus residiert, jedenfalls, was die Aufbereitung in der Belletristik angeht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Juli 2009 von Richard Presser
Entäuschend
Ich habe mich sehr auf diesen Titel gefreut, und bin über den Inhalt so etwas von enttäuscht!! Dieses Buch hat sowenig mit dem Titel zu tun schade. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Mai 2009 von Angelika Wachter
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