Ihren autobiografischen Roman (1963) wollte Janet Frame nicht zu Lebzeiten veröffentlichen, zu persönlich seien die Details.
Ich war gefesselt von der Geschichte und konnte Grace Cleaves Verzweiflung beinahe körperlich spüren.
Zentrales Thema ihrer Geschichte ist ihre fehlende Fähigkeit mit Menschen zu kommunizieren und da wundert es einen nicht, dass eines ihrer Lieblingswörter "Ja" ist, denn "dies erspart einem so viele Erklärungen".
Wie einsam muss sich ein Mensch fühlen der stolz ist einen Satz wie "Es schmeckt mir so gut bei Ihnen" gesagt zu haben.
Von Neuseeland nach England übersiedelt, wird Grace von einem Kritiker eingeladen das Wochenende in Nordengland bei seiner Familie zu verbringen. Die Einfachheit, die anwesenden Kinder, die fürsorgliche Ehe/Hausfrau überfordern Grace und sie wollte so gerne mitteilsam sein. Aber es gelingt ihr nicht; sie würde es wahrscheinlich niemals lernen. Richtig wohl scheint sie sich nur an ihrer Schreibmaschine zu fühlen.
Die Worte die so gerne gesagt werden wollen sind in ihrem Kopf, finden aber keinen Ausgang und so erfährt der Leser auf das Genaueste ihre Beobachtungen, ihre Empfindungen und letztendlich auch ihre Einsamkeit und ihren Schmerz.
Immer wieder schweifen ihre Gedanken nach Neuseeland ab, schmerzhafte aber auch schöne Erinnerungen an ihre Eltern und Geschwister leben auf.
Kein einfaches Buch, ein eigenwilliger Schreibstil - aber eine ganz große Autorin.