Christine Longaker ist mit diesem Buch eine kraftvolle Mischung aus Ratgeber, spirituellem Wegweiser und Weckruf gelungen. "Dem Tod begegnen und Hoffnung finden" hält uns die einzige Wahrheit, das einzige, das wir mit Sicherheit über unser Leben sagen können, vor Augen: dass wir einmal sterben werden und dass wir alle, die wir lieben, früher oder später loslassen müssen. Es gibt kaum ein Thema, über das im Westen angestrengter geschwiegen wird, als der Tod. Welche fatalen Folgen dies für jeden von uns hat, darüber berichtet die Autorin, die das Begleiten von Sterbenden und deren Angehörigen zu ihrer Berufung gemacht hat. Sie schildert, ohne jemals besserwisserisch oder gar belehrend zu wirken, dass wir den Tod ernst nehmen müssen und ihn viel mehr als Chance für persönliches Wachstum denn als Fluch sehen sollen.
Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat, ist, dass Christine Longaker sich nicht auf eine spirituelle Richtung beschränkt. Ihre Ansichten sind klar buddhistisch geprägt, dennoch zeigt sie auf, dass man Erlösung auch mit jeder anderen Glaubensrichtung erreichen kann, wenn man sich nur ganz der spirituellen Praxis widmet und, wie Paulo Coelho es nennen würde, den "guten Kampf kämpft".
Ein schönes Buch, das zwar sehr oft anstrengend zu lesen ist, weil es viele Emotionen auslöst, das ich jedoch jedem wärmstens ans Herz legen möchte. Der Tod ist real, er wartet auf jeden von uns in der einen oder anderen Form. Die Kunst liegt darin, ihn nicht als Schreckgespenst zu fürchten, sondern ihn zu akzeptieren und dadurch ein besseres Leben zu führen.