... machen Marco in seinem 17. Fall zu schaffen. Dabei fängt alles so harmlos an: ein auf Abwege geratener Aelianus, der einen mordfall wittert und eine besorgte Schwiegermutter, die Marcus auf des Schwagers Spuren schickt: 2 Morde an jungen Römerinnen in Olympia scheinen in Verbindung miteinander zu stehen, jedenfalls laut Marco! Der 3 Jahre zurückliegende Mord an einem jungen Mädchen scheint zunächst nichts mit dem kürzlich geschehenen an einer frisch verehelichten Römerin zu tun zu haben- außer dass eben beide Frauen mit 7-Städte-Reisen (denn der Massentourismus ist keine Erfindung der Neuzeit sondern die antiker Römer, wie uns Davis glaubhaft versichert ...) im antiken Griechenland unterwegs waren unter dem Reiseführer Phineus. Also bricht Falco mit Helena, seinen Neffen und Glaucus(persönlicher Leibwächter) u nicht zu vergessen Nux zu dem griechischen Provinzen auf und jede Menge Leichen pflastern seinen Weg... alles weitere selbst lesen ...
Meine Meinung: wie immer salopp, spitzzüngig, sarkastisch und schnoddrig, lässig(wie man es auch immer bezeichnen mag) ... bringt uns Davis eine weitere Episode aus dem Leben des Familenclans Falco nahe. Es ist schön, die Geschichte dieser liebgewonnenen Charkatere zu begleiten. Davis verpackt auch wieder jede Menge Infos über lokale Geschichte in den aktuellen Fall mit ein.
All das: die saloppen Anmerkungen, die diversen Charktere des Falco Clans, als auch die Infos über Delphi, Korinth lenken aber zu oft vom wesentlichen Geschehen ab: dem aufzuklärenden Mord an den beiden Frauen. Es ist manchmal ungemein anstrengend dem Handlungsverlauf aus o.g. Gründen aufmerksam zu folgen und die schnoddrigen Anmerkungen sind oft ein "klein" wenig zu viel.
WENIGER ist manchmal MEHR. So verliert sich der Fall in diversen Handlungsorten und immer wieder neu auftauchenden Verdächtigen und m.E. auch in manchmal weithergeholten Schlussfolgerungen Falcos ... und die Spannung WER es denn nun war gerät in den Hintergrund...
Fazit:
Wahrlich KEIN Pageturner, aber das geht ja schon seit einigen Romanen so ... Zwischenzeitlich habe ich eher gelangweilt -so ab 300-400- dem weiteren Geschehen "geharrt". Wer es denn nun war, interessierte mich ehrlich gesagt nicht sonderlich (
und ein guter Krimi sollte gerade dieses Merkmal ausfweisen)
ErGO:
Die Glanzzeit Davis- wie viele Rezensenten schon an den letzten Büchern festgestellt haben, ist lange vorbei. Scriptor, Badehaus und Tod des Senators- alles lauwarm und keinesfalls mit den grandiosen Bänden wie Bronzeschatten, Gnadenfrist, Palmyra, Cordoba .... zu vergleichen.
Trotzdem hoffe ich, die ich alle gelesen hab und noch immer besitze, auf eine Wendung hin zum Besseren! "Alexandria" scheint mir so, ein verheißungsvoller Titel zu sein. Im aktuellsten Teil "Nemesis" rückt Davis von dem allzu saloppen (inzwischen eben auch nervigem Stil, da einfach zu übertrieben) ab und lässt einen nachdenklicheren Falco in einem insgesamt wesentlich düstererem Roman zurück ... Man darf gespannt sein!!
Anmerkung: Der VERLAG scheint auch nicht so ganz konzentriert bei der Sache zu sein: hinten klappentext. 70 VOR Chr.- da hat wohl jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht ...