Nachdem Timbaland Bubba Sparxxx schon bei seinem Debüt "Dark Days, Bright Nights" unter die Arme gegriffen hat, übernahm er die Produktion für den Nachfolger "Deliverance" fast komplett alleine. Lediglich vier Songs stammen von Organized Noize, der Rest, wie gesagt, ist von Timbo. Im Vergleich zu dem anderen Duo bestehend aus einer Producer-Legende und einem weißen Rapper, die Rede ist von Dr. Dre und Eminem, setzen die beiden Schwergewichte aus Georgia und Virginia nicht auf die immer gleichen abgedroschenen Beats und schlechte Raps, stattdessen bekommt eine Innovation nach der nächsten. Die Produktionen von Timbaland sind einfach klasse, wahrscheinlich war er in seiner Karriere nie besser als hier und auch Bubba kann mit einem zwar recht einfachen Flow, dafür mit deutlich verständlichen Worten glänzen. Die Platte besteht aus einem tollen Mix aus Country gemischt mit Timbo's sehr elektrischen Beats, was es in der Musikindustrie leider viel zu selten zu hören gibt.
Schon gleich der erste Song "Jimmy Mathis" ist solch ein Country-Smash. Mit einem schnellen Mundharmonika-Beat ausgestattet zeigt uns Bubba Sparxxx hier, dass er ein Wort gewandter MC ist, der sinnvolle Reime kickt. Noch besser ist das chillige "Comin' Round". Das Instrumental besteht aus einem abgefahrenen Beat, der mit Country typischen Instrumenten wie Geigen oder Banjos unterlegt ist, was mit Bubba und dem Sänger im Hook einfach zu einer wahre Soundbombe wird. Leicht düster und emotional wirkt "Nowhere", das etwas an Justin Timberlake's "Cry Me A River" erinnert, welches ja auch von Timbaland produziert wurde. Am Ende von "Nowhere" wird sogar der Beat von "Cry Me A River" reingemixt, was diesen Eindruck noch einmal bestätigt. Bubba rappt hier gut, aber nicht überragend, dafür ist der Refrain von Kiley Dean umso besser. Von der etwas härteren und tanzbaren Sorte ist das von Bläsern begleitete "Overcome", bei dem uns Mr. Sparxxx sein ganzes Reportoire aufzeigt und fantastisch rhymt. Ein Song, den mittlerweile echt jeder kennen müsste ist das Meisterwerk "Deliverance". Dieser Track ist einfach mehr als genial, was wieder einmal Timbaland zu verdanken ist. Ich hab selten ein Instrumental gehört, das mir nach zig Mal anhören immer noch so unter die Haut geht. Es ist ein fantastischer Mix aus einem angenehmen Midtempo-Beat, unterlegt von einer Gitarre und einer Geige. Dazu gibt's Timbo's einzigartige Elektro-Sounds, Bubba's nachdenkliche Raps und Timbaland's super Hook. Leider haben die restlichen Songs nicht mehr diese Klasse. "Hootnanny" (feat. Justin Timberlake) und "My Tone" gefallen mir sogar überhaupt nicht. Dafür können das schnelle "Take A Load Off" (feat. Timbaland) und das chillige und leicht funkige "Like It Or Not" (feat. Sleepy Brown) überzeugen. Ganz zum Schluss gibt es mit Hitsingle "Back In The Mud" noch mal ein kleines Highlight. Das Instrumental ist verdammt schnell und, um es in einfache Worte auszudrücken, einfach ein abgefahrener Ohrenschmaus. Dazu rappt Bubba so schnell wie ein Maschinengewehr und Feature Sleepy Brown unterstützt ihn mit seinem Gesang hervorragend dabei. Weitere gute Lieder gibt es außerdem noch mit dem ruhigen "She Tried" (feat. Ryan Tedder) und dem entspannten "Warrant" (feat. Attitude und Timbaland).
Bubba Sparxxx' zweites Album wurde deutlich besser als das in meinen Augen nur durchschnittliche Debüt. Leider wandte er sich nach dem kommerziellen Misserfolg von "Deliverance" dem Pop-Rap hin und verzichtete auf seinen außergewöhnlichen Style, was doch sehr bedauerlich ist. Alle, die auf echten und gut produzierten Country-Rap stehen, sollten daher hier unbedingt zugreifen. Eine solch authentische Platte findet man sonst nur selten.