Aus der Amazon.de-Redaktion
Im Vorspann der amerikanischen Veröffentlichung von
Delicatessen kann man lesen: "Präsentiert von Terry Gilliam"; es ist auch nicht schwer zu verstehen, warum der Regisseur von
Brazil diese maßlos schwarze französische Komödie aus dem Jahre 1991 so sehr unterstützte. Wie Gilliam besitzt auch das französische Regisseursteam Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro eine wahnsinnig einfallsreiche Fantasie, die sich von den dunkleren Absurditäten des menschlichen Verhaltens angezogen fühlt, und ihre optische Extravaganz steht ihren technischen Fähigkeiten in nichts nach.
Mit ihrem Spielfilmdebüt präsentieren Jeunet und Caro hier ein postapokalyptisches Szenario, das ausschließlich in einem tristen, feuchten Mietshaus spielt, in dessen Erdgeschoß der Besitzer einen Feinkostladen betreibt. In diesen schweren Zeiten ist Fleisch jedoch mehr als nur Mangelware, und so hält der Hauswirt und Fleischermeister seine Kunden bei Laune, indem er arglose Opfer zu Koteletts verarbeitet. Er wetzt gerade sein Messer für einen neuen Mieter (Dominique Pinon), der ein Auge auf die kurzsichtige Tochter des Schlachters geworfen hat.
Delicatessen ist ein Fest der urkomischen Charakterskizzen, Slapstick-Gags und sympathisch-exzentrischen Figuren, darunter auch ein Mann in einem sumpfigen Raum voller Frösche; eine Frau, die beharrlich entschlossen ist, sich umzubringen, jedoch immer etwas falsch macht; sowie ein Brüderpaar, das Schachteln herstellt, die wie eine Kuh muhen. Von einer Handlung ist nicht allzu viel zu erkennen, aber das ist kaum wichtig. Delicatessen gehört zu der Sorte Komödie, die von einem einmaligen Quell der Fantasie und der Inspiration gespeist wird, und die mit einer derartigen optischen Virtuosität gehandhabt wird, dass man als Zuschauer nicht umhin kommt, fasziniert zu sein. Der köstliche Humor ist manchmal so einfallsreich, dass man am liebsten aufstehen und applaudieren möchte! --Jeff Shannon
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch in den Grenzen des jeweiligen Formates brillant und mit sinnigen Extras wie einem absolut instruktivem Audiokommentar des Regisseurs ausgestattet, wirft Kinowelt endlich diesen lang ersehnten Titel auf den Markt. Nicht nur der Regiekommentar, auch der Film an sich zeigt, daß begnadete Künstler sich zur Schaffung eines filmischen Meisterwerkes zusammengefunden haben. Genialische Darsteller machen die düstere Welt von "Delicatessen" zu einem schaurig schönen Kosmos aus den Gegensätzen Triebhaftigkeit und Zurückhaltung, Egoismus und selbstaufgeberischer Liebe, Gut und Böse. An kreativem Einfallsreichtum kaum zu überbieten, erwarten den Zuschauer 95 Filmminuten, die auf das unterhaltsamste das Tier Mensch enttarnen und den Menschen an sich feiern. Meisterwerk.
Bild: Das Mastering hatte mit schwierigen Vorgaben zu kämpfen: viele dunkle und grobkörnige Szenen, viele Kamerabewegungen und eine düstere Farbgebung. Das Ergebnis ist gerade in Anbetracht dessen eine Meisterleistung. Eine glatte und plastische Optik, die selbst die Nebelszenen mit einem Mindestmaß an Artefakten abbildet (00.16.40). Nur die grobkörnigen Szenen, die mit wenig Beleuchtung aufgenommen wurden, sind halt etwas - unvermeidbar - rauschig. Insgesamt grandios.
Ton: Die deutsche Stereofassung reizt - wie die franz. Surroundversion - die Technik vollends aus und bietet also das Beste, was das Format hergibt. Die Geräusche in Jeunets Film sind ohnehin eine eigene dramaturgische Dimension und klingen allerdings in der franz. Fassung eindrucksvoller und noch stimmiger. Die Stereospur der deutschen Fassung ist sehr breit angelegt und voller direktionaler Fronteffekte, die eine feinsinnige akustische Front bieten (00.06.20 ;Besen links, 00.17.27, Mann geht Treppe hinauf). --movieman.de
VideoMarkt
In einem wundersamen Niemandsland außerhalb der Stadt und jenseits der geregelten Versorgung lebt eine seltsame Schicksalsgemeinschaft im Haus des Metzgers. Der wiederum füllt die Kochtöpfe seiner Schutzbefohlenen mit dem Menschenfleisch unglückseliger Besucher, die sich in die Ödnis verirren oder Arbeit suchen. Wie Louison, der arbeitslose Clown. Dummerweise verliebt sich des Fleischers Cello-spielendes Töchterlein Julie in den geschickten Toren - und lebt seither voller Angst, daß ihr Louison geschlachtet den Weg alles Irdischen geht. Um dies zu verhindern, geht Julie eine Allianz mit den vegetarischen Kanalisationsrebellen, den Troglodisten, ein und führt damit den Untergang des Vaters und (fast) aller Kannibalen im Hause herbei.
Video.de
Eine meisterliche Komödie des abseitigen Humors, in dem skurrile Einfälle und Ideen Funken schlagen: der schrille Spaß des Macher-Duos Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro, die für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnen, wurde mit vier Césars und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Seit den Filmen der legendären Monty Pythons hat man solch respektlose und unverschämte Gemeinheiten nicht mehr erlebt. In Deutschland erwies sich der ausgezeichnet besetzte Film mit dem kleinen Budget (6 Millionen Mark) und den großartigen Sets und Bauten als Sleeper-Hit mit ungeahntem Potential. Ein Publikumsrenner und Kultereignis, das seinen Weg auch auf Video machen sollte.
Blickpunkt: Film
Eine meisterliche Komödie des abseitigen Humors, in dem skurrile Einfälle und Ideen Funken schlagen: Clown Louison verirrt sich in das Haus eines Metzgers, der mit dem Fleisch von Neuankömmlingen die hungrigen Mäuler der kannibalistischen Altmieter zu stopfen pflegt. Doch der Metzger hat diesmal die Rechnung ohne seine verliebte Tochter gemacht...
Kurzbeschreibung
Das alleinstehende Haus am Rande der Stadt wirkt unheimlich und bedrohend. Im Erdgeschoß gibt es Delicatessen. Seine Bewohner sind seltsame, spleenige Leute - auf absurde Weise aufeinander eingespielt. Alle interessiert nur eins: Frischfleisch. Sobald das Fleisch knapp wird, tritt ein kannibalisches Gesetz in Kraft; denn für die Gourmets von Herz und Leber muß gesorgt werden. Wer kommt als nächstes als Frikassee auf den Tisch? Als der Clown Louison als Hausmeister einzieht, wird die Serie des Sonntagsbratens unterbrochen. Die kurzsichtige Tochter des Schlachters möchte Louison nicht scheibchenweise auf den Teller, sondern ganz und "gar" im Bett. Eine Hausverschwörung bahnt sich an. Startschuß für eine Vegetarier-Gang, die in der Kanalisation auf ihre Chance zum Angriff wartet. Denn mit dem perversen Schlachter haben sie noch eine Rechnung offen...
Produktbeschreibungen
Inmitten der Ödnis, am Rande der Stadt ragt ein einsames altes Haus empor. Die Bewohner sind seltsame Leute mit noch seltsameren Sitten. Alle interessiert nur das Eine: Essen. Und alle sind Kunden beim Fleischer im Erdgeschoss. Das rostige Aushängeschild "Delicatessen" ächzt im Wind.
Tief unten in der Kanalisation leben die Troglodisten, rebellische Außenseiter, die kein Fleisch essen. Außerdem gibt es noch die wunderbare Welt von Julie, der Tochter des Fleischers, ein Schneewittchen unter diesen Kannibalen.
Eines Tages tritt Louison (Dominique Pinon) in diese surreale Welt, ein arbeitsloser Clown, dem der Fleischer plötzlich nach dem