Ein dichtes Gewürfel weißer schmaler Häuser türmt sich über der Flut des Ägäischen Meeres, ein Glockenturm ragt in den seidenblauen Himmel, braune Boote drängen sich in einem winzigen Hafen - das ist die griechische Insel Kalonysos, auf der Andrula zu Hause ist. Ihr Vaer kehrte vor Jahren vom Schwammtauchen nicht zurück; die Mutter muss am Webstuhl und in den Weinbergen hart arbeiten, um sich mit der kleinen Tochter durchs Leben zu bringen. Andrula hilft ihr neben der Schule soviel sie kann. Beim Ziegenhüten entdeckt sie eines Morgens eine unbekannte, verschwiegene Bucht und schliesst dabei Freundschaft mit einem Delphin, - eine herrliche Freundschaft, aus der täglich neue wunderbare Abenteuer erwachsen. Der große Fisch trägt Andrula auf seinem Rücken zu den verwunschenen, von allen Fischern gemiedenen Eiland Hyria. Dort lernt sie die Töchter des Meeres, die anmutigen Nereiden, kennen, sie spielt mit den Pansjungen Battos, Gelanor, Melas und Balios, trinkt aus dem Silberquell der Nymphe Kallisto und ist unsagbar glücklich... bis ihr Geheimnis entdeckt wird und ein Gebot der Mutter den Zauber zerbricht.
Zum ersten Mal las ich dieses Buch im Alter von etwa 8 Jahren. Es ist eines dieser Bücher, die man als Kind in sich aufnimmt und deren Charakter mit einem selbst verschmilzt. Als ich es heute einige Jahre später noch einmal las, erkannte ich sofort die Simplizität der Sprache eines Buches, welches für junge Leser geschrieben ist. Aber erst jetzt verstand ich, warum das Mädchen diese heile Welt um ihrer selbst willen verlassen musste.