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Produktinformation
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Die Vorsicht hat einen guten Grund. Denn immerhin geht es um Mord im Buch. Und es geht um die großen Fragen, die sich um Leben und Liebe, Leben und Tod, Eros und Thanatos, drehen. Der Ich-Erzähler Spencer C. Spencer, der schon vom Namen an Nabokovs Uni-Dozenten Humbert Humbert in Lolita erinnert, ist Professor für Philosophie an einem College in Texas. Als Fachmann für Entwicklungsfragen hat er lange im Zimmer des Dekans gesessen, eines seit Vietnam im Rollstuhl sitzenden Invaliden. Jetzt hat sich Spencer aus dem Staub gemacht. In einer heruntergekommenen Pension am Rande der Wüste hat er die unglaublichen Ereignisse der letzten Jahre seiner Tätigkeit festgehalten und hinter dem Reserverad seines Pick-ups versteckt. Die Universitätsangestellte Elizabeth Ney findet das Manuskript aus Blättern, Umschlagpapieren und Karteikarten, ordnet es in ihrem Sinne -- und stellt so die ganze Krimihandlung wieder in Frage.
Keine Frage: seit mehreren Jahrzehnten ist Gustafsson in gleichbleibend guter, mitunter allzu routinierter Erzähler, vor allem im Bereich des Kurzromans (Windy erzählt, 1999). Mit Der Dekan aber hat er sich selbst übertroffen. Atmosphärisch dicht, überraschend und philosophisch ist sein Krimi: Zwar kein "moderner Faust" wie jenes Buch, das eine der Figuren im Roman schreiben will, aber kluge, doppelbödige Literatur. --Thomas Köster
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Videtur mihi nihil aliquid esse. (Mir scheint, Nichts ist irgend etwas),
Von Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Dekan (Broschiert)
"Ex nihilo nihil." (Von Nichts kommt nichts)Der Dekan ist kein wirklicher Roman, erinnert mehr an ein Spiel, ein Spiel, wie das Leben eines ist, oder wie ein Buch, dass eigentlich nur eins will, nämlich hier und da einen Gedankenanstoß zu geben und nicht in sich einen Sinn zu entwickeln. Auch wenn zu diesem Spiel dazugehört, dass es vorgibt, eine Handlung zu haben. Es ist entfernt, zumindest im Bezug auf seine offene Form, vergleichbar mit den Werken des Franzosen Georges Perec, zum Beispiel mit Träume von Räumen. -" Ja, sagte Ingram, dem es mittlerweile offenbar völlig gleich war, ob ich seinem Räsonnement folgen konnte oder nicht, man müsse ernsthaft die Frage stellen, ob die Welt überhaupt dafür konstruiert sei, um von Menschen beschrieben zu werden. "- Obwohl es vordergründig um den Dekan geht und um etwas, dass er im Vietnamkrieg getan hat, außerdem um eine Frau, die nur auf sehr wenigen Seiten Erwähnung findet und um Pilze, sowie um den Selbstmord eines Mitarbeiters, der dem Dekan ein wenig auf die Füße getreten war, findet Gustafsson immer wieder Zeit für eingeschobene Ideen und philosophische Betrachtungen wie die obere. Goethe, Borges, Camus, viele dieser Denker sind am Rande in diesem Werk enthalten, ohne wirklich darin vorzukommen - aber man spricht indirekt über sie. -Könnte Gott, wenn Gott es wollte, sich selbst auslöschen, sich selbst ungetan machen? Wenn nicht, folgt daraus, dass Gott nicht allmächtig ist.- Der Dekan, die alles beherrschende Person des Manuskripts (die Aufzeichnungen, die das Buch bilden, sind unvollständig gefunden und veröffentlich worden und stammen allein von einem ehemaligen Mitarbeiter, der darin mal Protagonist und dann wieder Randfigur ist) ist ein schwieriger Zeitgenosse, der sich für allerhand interessiert, grundsätzlich Monologe dem Dialog vorzieht und fast immer davon ausgeht, dass man seiner Meinung zustimmt, quasi als Zeuge dafür einsteht. Der Schreiber gibt bereits von Anfang an zu: -Es ist schrecklich: In meinem Kopf herrscht seine Art zu denken. Ich versuche mit allen Mitteln, zu mir selbst zurückzufinden, aber es ist die Stimme des Dekans, die ich höre. Ein wenig nasal überheblich, mitunter ironisch, und manchmal mit einer Art trockener Kälte, die einem durch Mark und Bein geht, wenn man weiß, was sie bedeutet.- Das macht das ganze Manuskript natürlich noch rätselhafter und verwischt den reellen Blick für den Zusammenhang der Dinge fast gänzlich. Später schreibt der Erzähler über ihn: -Dieser Mann konnte auf die gleiche Art gefährlich wirken, wie eine ins Gras gefallene Hochspannungsleitung. Scheinbar still und harmlos, so lange man sie nicht berührt.- Ich weiß nicht, ob dieser Roman ein Rätsel ist, dass irgendwie zu lösen wäre, wenn man einer bestimmten Spur aus Symbolen folgen würde oder etwas dergleichen. Fest steht, dass das Buch anachronistisch ist und dass man in einigen Passagen viel Freude an den Gedankenexperimenten haben kann - wenn man sich damit abfinden kann, dass alles fragmentarisch bleiben wird -Ich muss sagen, mit jedem Tag neige ich mehr zu der Auffassung, dass die unglaublichste, die verrückteste Erklärung für was auch immer die richtige sein muss.- Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Durchtrieben und Intelligent ein verteufelt guter Roman,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Dekan: Aus Spencer C. Spencers hinterlassenen Papieren (Gebundene Ausgabe)
Eine Geschichte um einen Universitätsdekan und seinen Stellvertreter, die möglicherweise einen Mordkomplott geschmiedet haben, um einen unliebsamen Dritten beiseite zu räumen. Vielleicht ist aber auch alles ganz anders und vieles bleibt dunkel.Das Buch präsentiert sich in Form einer unvollständigen, verworrenen und teilweise auch verzweifelten Aufzeichnung des Vize-Dekans. Schon alleine durch die Erzählform und die Vermischung der Zeiten strahlt die Geschichte etwas Unheimliches aus. Doch wenn ein so hochbegabter Autor wie Gustafsson über todernste Dinge so witzig schreibt wie im vorliegenden Fall, macht selbst die Bosheit Spass. Dieses Buch ist eher dem anspruchsvollen, aufmerksamen Leser zu empfehlen, der den philosophischen Rationalismus und Sarkasmus versteht und manchmal auch darüber zu lächeln weiss. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Eher mäßiges Konsumprodukt für lange Bahnfahrten,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Dekan: Aus Spencer C. Spencers hinterlassenen Papieren (Gebundene Ausgabe)
Das Cover verspricht "einen philosophischen Thriller über das Böse - spannend, intelligent und sehr komisch". Tatsächlich findet sich der Leser dann aber mit einem recht mittelmäßigen Roman konfrontiert, der das, was er zu sein beansprucht, kaum einlösen kann. Die philosophischen Passagen bleiben größtenteils pseudohaft und bedienen alle Klischees dessen, was vulgo unter "Philosophie" verstanden wird. Die erzählerische Rahmung wirkt reichlich gekünstelt. So macht es den Roman keinesfalls interessanter, wenn etwa alle zwei Seiten ein "Feuchtigkeitsschaden im Manuskript" konstatiert wird. Auch Handlungsentwicklung und Personengestaltung wirken eher artifiziell und unausgegoren. Der Topos "literarisches Verwirrspiel" sollte eben Könnern wie Joyce oder Nabokov vorbehalten bleiben.Abzüglich dieser Beanstandungen hat man es jedoch mit einem sehr gut lesbaren, stellenweise auch einigermaßen unterhaltsamen Buch zu tun, das sich als Konsumprodukt für lange Bahnfahrten bestens eignet. Daher zwei Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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