Götter spielen in Dungeons and Dragons eine große Rolle, nicht nur Kleriker und Paladine, die ihren Gott sprichwörtlich anbeten, sondern auch für die meisten anderen Charaktere. Deities and Demigods ist ein Supplement für all die (speziell Spielleiter), die sich ihr eigenes Pantheon voll mit Göttern erschaffen wollen, oder aus ihren Göttern etwas Handfestes machen wollen.
Im ersten Kapitel gibt's erstmal viele Ratschlage und Richtlinien, mit denen man sich seinen eigenen Gott (oder ein ganzes Pantheon voller Götter aufstellen kann: ein Vergleich zwischen Monotheismus und Polyethismus (u.a.), das Verhalten der Götter untereinander und zu ihren Anhängern, ob Götter allmächtig sind oder nicht, ob sie getötet werden können, oder auch nur besucht, und was sie alles für ihre Anhänger parat haben. Egal ob der Gott in Frage distanziert ist und sich einen feuchten Kericht um seine Anhänger kümmert, oder ob er am Liebsten bei jedem Kampf an der Seite selbiger kämpfen würde, hier bekommt man die richtigen Tipps, wie man das ganze ausschmücken kann (und auch die Gefahren, die solche Verhaltensmuster für eine Kampagne darstellen können).
Im zweiten Kapitel geht's an's Eingemachte: Hier wird beschrieben, wie man die Götter mit Werten ausstattet (wie andere Charakter und Monster auch). Diese dienen Hauptsächlich dazu, den Gott einmal richtig herzuzeigen, oder um titanische Schlachten unter Göttern auszutragen, denn für Spielercharaktere stellen sie ein beinahe unüberwindbares Hindernis da. Zu den Hauptneuerungen zählen hier die sogenannten Salient Divine Abilities (hervorstehende göttliche Fähigkeiten), die so ähnlich sind wie Feats (und in der Tat oft aus zwei oder mehreren epischen Feats zusammengestellt sind), nur viel viel mächtiger (Alter Reality z.B. erlaubt unter anderem das aussprechen jedes Zauberspruches von Stufe 9 oder darunter, mit Hand of Death kann der Gott einen Sterblichen mit einem Fingerzeig töten....), und der Divine Rank, der die Gottheiten weiter einteilt (von 0-20, oder mehr für Übermächte) und als Bonus auf die meisten Werte und Würfe aufaddiert wird.
Die Kapitel drei bie sechs machen nun rege Gebrauch von den Erkenntnissen der beiden vorhergehenden Kapitel, indem sie 4 verschiedene Pantheons komplett vorstellen, komplett mit Göttern, Kosmologie und sogar ein Paar Monstern: Das D&D-Pantheon (die Götter aus dem Spielerhandbuch, erweitert um ein Paar ausgewählte Persönlichkeiten), das Pharaonische Pantheon (angelehnt an die Götter Ägyptens), das Olympische Pantheon (angelehnt an die Götter der alten Griechen, mit Zeus und Herkules, Hera und Hades, und vielen anderen), und das Asgardische Pantheon (wie Odin, Thor, Loki oder Heimdall).
Kapitel sieben schließlich liefert beispiele für eine monotheistische religion eine dualistische und einen Geheimkult.
In den beiden Anhängen geht es dann zum einen noch um neue Domänen für Priester, bzw. um den Aufstieg eines Sterblichen zum Gott.
Allgemein ist zu sagen, dass die Gliederung wie immer durchdacht, der Inhalt überaus nützlich und vor allem die Illustrationen wieder sehr gut ausgefallen ist (teilweise sogar phänomenal). Ganz ohne Kritik kommt Deities and Demigods jedoch nicht davon: Sowohl bei der Erschaffung der Götter als auch bei'm Aufstieg zur Gottheit wurden die Attributwerte und deren Verteilung glatt übersehen. Weder wird die offizielle Mehtode zur Vergabe der Attribute an einen Gott genannt, noch, wie sich die Attribute ändern, wenn ein Sterblicher (mit verhältnismäßig normalen Attributwerten) zur Göttlichkeit aufsteigt. (Es kursiert zwar in Foren die offizielle Methode zur Vergabe von Attributen, aber sie hätte erstens ins Buch gehört und zweitens ist sie für eine frisch aufgestiegene Quasi-Gottheit viel zu Hoch, besonders, wenn man diese Charaktere weiterspielen will)