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Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen8
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am 1. September 2008
Wer Driver von James Sallis schätzt, wird womöglich enttäuscht sein von Sallis neuem Thriller. Im Mittelpunkt ein Schläfer, der durch einen Anruf wieder aktiviert wird. Der ehemalige Agent David hat sich in seinem neuen Leben bestens eingerichtet. Ihm scheint nichts zu fehlen. Doch er funktioniert sofort und schickt die ahnungslose Gabrielle fort, damit ihr nichts passiert. Dieser Anfang verspricht mehr als die Geschichte im Verlauf hält. Sie wandelt sich unversehens in ein Roadmovie. Wie bei einem Stationendrama folgen wir dem Agenten von Ort zu Ort, doch dem Plot haftet manchmal etwas Kulissenhaftes an. David bewegt sich durch Amerika, trifft auf ehemalige Kollegen, die ihm mehr oder weniger verdächtig vorkommen. Die wirkliche Bedrohung für ihn ist nicht glaubhaft. Egal, ob man ihn umzubringen versucht, oder er es der Gegenseite lediglich unterstellt. Er kommt einem in der Welt der Agenten wie ein Fremder vor. Zwar hangelt sich der Plot an der Geschichte eines aus der Kontrolle geratenen ehemaligen Killers entlang, zwar tauchen immer wieder Menschen aus der Vergangenheit auf, aber sie tritt zu oft auf der Stelle. Dann erzählt Sallis über sein Land, über Gedichte von Pavese, dann erdrückt der Literaturwissenschaftler den Thrillerautor. Es sind Reflexionen, die zum Innehalten einladen, weniger um die Spannung zu steigern. Auch das Ende überzeugt nicht. Mit welcher Rasanz Sallis zu erzählen vermag, zeigt sich in Driver. Wer den Vergleich nicht kennt, kommt vielleicht zu einem anderen Urteil. In Deine Augen hat der Tod dient der Thriller nicht der atemberaubenden Spannung, sondern einem Bild von Amerika entlang des Highways. Dafür besitzt Sallis ein gutes Auge und die Sprache, um davon zu erzählen.
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Wir erinnern uns, für seinen 2007 publizierten kompakten, einfach geschriebenen und kompliziert konstruierten Thriller "Driver" erhielt James Sallis den Deutschen Krimipreis. Für seinen fast poetisch, packend und atmosphärisch dicht gestrickten Krimi "Deine Augen hat der Tod" hat er viel Lob von der Kritik erhalten.

Zum Plot: Der Protagonist, Held seines Romans, David, war in seinem früheren Leben Agent einer Eliteeinheit seines Landes, hatte im Auftrag des Staates unbequeme Zeitgenossen zu liquidieren. Heute, nach Beendigung des Kalten Krieges, hat er sich aus dem Dienst verabschiedet, sich ins Privatleben zurückgezogen und als Maler eine normale Existenz aufgebaut. Das denkt man, doch plötzlich holt ihn eines Nachts ein Anruf zurück in ein Leben das er längst hinter sich glaubte. Anfangs sträubt er sich, die Jagd nach einem ehemaligen Kameraden aufzunehmen, der eine Spur des Schreckens hinter sich gelassen. Doch dann beugt er sich, läst innerhalb weniger Stunden Freundin und Heim hinter sich und reist kreuz und quer durch die USA. Wir folgen ihm auf einer langen Irrfahrt, durch die unheilvolle Unterwelt Amerikas in der sprichwörtlich der Jäger zum Gejagten wird. Gekonnt wählt der Autor einen Erzählton und eine Erzählform, die den Leser als Zeugen dieser Reise, die zugleich Recherche und Flucht ist, nie mehr wissen als David selbst weiß.

Ein Thriller, eigentlich ein melancholisches, fesselndes Roadmovie das bis zum letzten Einsatz unter die Haut geht und einen unglaublichen Sog entwickelt. Warum James Sallis so viel besser ist als die anderen bleibt sein Geheimnis. Emphatisch empfohlen.
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TOP 1000 REZENSENTam 2. August 2013
Mit einer gewissen Erleichterung nimmt man zur Kenntnis, dass es nicht dieser Roman war, für den James Sallis den Deutschen Krimipreis erhalten hat (es war »Driver«). Denn »Deine Augen hat der Tod« taugt leider nicht viel, und das nicht etwa deshalb, weil der Roman zu sehr bloße Unterhaltungsliteratur wäre, sondern ganz im Gegenteil: Das Buch ist vollkommen überambitioniert und aus diesem Grund streckenweise ungenießbar.

Sallis erzählt von David, dem Agenten einer Eliteeinheit, der sich im Ruhestand befindet und als bildender Künstler aktiv ist. Dieser ehemalige staatlich beauftragte Killer wird plötzlich ohne erkennbares Motiv reaktiviert. Scheibchenweise erfahren er und der Leser mehr über den Hintergrund: Ein anderer Ex-Agent ist ohne Grund wieder aktiv und mordet sich durch die Gegend. David wird teils auf ihn angesetzt, teils scheint er als Lockvogel zu dienen. Sein Weg führt ihn schließlich nach New Orleans, wo sich die Dinge zuzuspitzen beginnen.

Der Plot klingt durchaus interessant. Und immer dann, wenn sich die Handlung verdichtet, ist Sallis richtig gut. Dichte, trockene Handlungsbeschreibungen liegen ihm. Diese Art der Beschreibung passt, weil es offenbar so ist, dass David und andere Agenten einfach nur tun, was sie gelernt haben und was die Situation erfordert, ohne dass das Ganze noch auf ein glanzvolles Ziel hin ausgerichtet ist. Geboten wird in solchen Situationen nur noch unheroische Professionalität, über der ein Geruch von Trostlosigkeit liegt. Die Frage, wer die Guten sind und wer die Bösen, ist schon lange passé. Typisch dafür ist die Szene, in der David zwei Verfolger kampfunfähig macht und der eine der beiden plötzlich an irgendwelchen zufälligen Komplikationen stirbt, während David mit dem anderen gerade ein kollegiales Gespräch führt. Ein sinn- und trostloser Tod.

Schlimm wird es indes, wenn die äußere Handlung des Romans auf der Stelle tritt. Dann wird es gnadenlos prätentiös, und der Leser leidet mehr als alle Romanfiguren zusammen. Alles, was nicht bei drei aus dem bildungsbürgerliche Bücherregal geflüchtet ist, wird dann im Schaufenster aufgeschichtet. Auf den Leser wird eine Breitseite Namedropping nach der anderen abgefeuert. Das beginnt bei Homer, geht über Balzac und Melville und endet bei den Klassikern der Nachkriegsliteratur. Sogar vor Günter Grass schreckt Sallis nicht zurück.

Wie muss man sich das vorstellen? Ungefähr so: Der Protagonist dieses Romans hat, als er Informationen über ein Fluchtfahrzeug erhält, nicht einfach einen guten Einfall, sondern es geschieht Folgendes: »Es war wie der Kick, von dem Emily Dickinson sprach, wenn sie wusste, dass sie ein Gedicht hatte. Oder wie Housman, der zukünftige Verse bei der Morgenrasur rezitieren konnte, und wenn seine Barthaare getilgt waren, dann wusste er: Er hatte es.« (S. 166) So geht es in einer Tour. Entsetzlich. Wenn in dem Roman Agenten miteinander sprechen, bombardieren sie sich stets wechselseitig mit literarischen Anspielungen, sofern sie nicht gerade damit beschäftigt sind, in Monologen über ›die Welt als solche‹ oder ›das Leben an sich‹ herumzuphilosophieren. Vielfach geraten die Dialoge ins Stocken, weil David und seine Kollegen so sehr erschüttert sind von ihrer eigenen Tiefsinnigkeit. Überdies gewinnt man als Leser den Eindruck, sämtliche US-amerikanischen Agenten verfügen nicht nur über einen universitären Abschluss in Literaturwissenschaften, sondern sind auch in allen Disziplinen der literarischen Schwerathletik auf Wettkampfniveau trainiert. Einsamer und nicht mehr zu parodierender Höhepunkt: Echte Männer zitieren russische Gedichte in Kyrillisch (S. 95).

Auf der zweiten Seite des Buchs findet man in der obligatorischen Kurzbiographie des Autors die Information, er habe Literaturwissenschaften studiert. So etwas wird mir in Zukunft eine Warnung sein.
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am 14. März 2013
David ist ein Künstler. Seit fünf Jahren lebt er mit seiner Freundin Gabrielle zusammen. Es ist etwas Ernstes. Zumindest bis eines Tages das Telefon klingelt und die vertraute Stimme am anderen Ende der Leitung weckt, was lange versteckt und abgestreift schien. David ist ein Sleeper. Ein Agent im Ruhestand. Er zögert nicht eine Sekunde Gabrielle fortzuschicken, ohne zu wissen, ob er sie jemals wiedersehen wird. Der neue Auftrag setzt eine alte Maschinerie in Gang. Sofort bricht er auf. Schnell bemerkt er, dass ihm jemand auf den Fersen ist. David weiß weder wer noch warum. Die erste Verfolgungsjagd lässt nicht lange auf sich warten. Der erste Anschlag ebenfalls. David ist ein Killer. Als es Tote gibt, muss er reagieren und herausfinden, wer ein falsches Spiel mit ihm treibt. Und zu reagieren liegt ihm im Blut. Nur seine Prioritäten haben sich geändert.

Bereits 1997 veröffentlichte James Sallis, mittlerweile auch hierzulande durch DRIVER zu einigen Ehren gekommen, seinen Roman DEATH WILL HAVE YOUR EYES. Dabei erscheint es ein wenig verwunderlich, dass dieser Roman ähnlich wie Sallis' Krimis vermarktet wurde. Die Spannungselemente der Geschichte interessieren ihn nämlich nur am Rande. Vielmehr beleuchtet der Autor die Innenwelten seines Protagonisten, stürzt sich in die Abgründe menschlichen Seins, lotet die Untiefen seiner Natur aus und setzt sich mit den Themen Vergänglichkeit und Tod auseinander. Wie ein Fisch in einem reißenden Strom treibt der Killer dahin und kann auf seiner Reise nur wenig Einfluss auf die Dinge nehmen, die ihm widerfahren. Dabei muss er ein Dickicht aus Erinnerungen, Selbstwahrnehmung und Täuschungen entflechten, das es dem Leser nicht immer leicht macht, der, zugegeben untergeordneten, Handlung zu folgen. Das ist am Ende aber auch nicht mehr so wichtig. Denn mit den Personen, denen David in seinem literarischen Road-Movie begegnet, zeichnet Sallis jeweils einen American Way of Life, der irgendwo im nirgendwo angekommen ist und nun nicht mit der großen Leere zurechtkommt, in die er geführt hat. Kaum zu glauben, dass der Roman lange vor 9/11 geschrieben wurde.

Fazit: Mehr philosphisches Vexierspiel denn Spionage-Thriller. Nachdenklich, nicht zu lang und gerade dadurch anregend. Nichts für Krimi-Junkies.
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am 29. September 2012
Der Existentialismus, dargestellt anhand des Lebens eines Profikillers, bildet, in elegischem Tonfall geschildert, die Grundlage dieses Romans.

Wer einen knallharten Actionthriller sucht, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Er wird zwangsläufig enttäuscht werden. Vielmehr erinnert die Reise des Killers David an Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“, was sich nicht zuletzt auch in dem etwas nebulös bleibenden Schluss niederschlägt.

Die Szenen, in denen David nur knapp dem Tod entgeht oder die tatsächlich als Actionszenen betrachtet werden können, werden nüchtern und wie mit leichter Verwunderung geschildert, als würde man die Welt durch einen Schleier wahrnehmen.

Sprachlich glänzt der Autor mit aus Buchstaben gefertigten Bildern, die zum philosophischen Einschlag des Romans passen.

S. 55
Dinge versuchen, sich zu verbinden. Verschwenderischer Regen strömt aus einem Himmel, in den Bäume wie flehende Hände emporragen. Tage tragen uns leicht über die Oberfläche der Welt, während die Erde jedes Jahr härter an uns zerrt, uns wie ein verschmähter Liebhaber, allerdings viel hartnäckiger, daran erinnert, wie sehr sie uns will.

S. 191
Um zu entdecken, was wir wissen, müssen wir nur entscheiden, was wir nicht sehen werden. Meine Erinnerungen könnten sehr wohl falsch sein, aber sie würden letztendlich genauso dienlich sein wie alle anderen. Jeden Tag rekonstruieren wir uns aus dem Bergungsgut unserer vorherigen Tage.

Der Titel des Buches, über dessen Bedeutung man nachdenken kann, wurde einem Zitat von Cesare Pavese entliehen, das als Auftakt zum Roman abgedruckt wird:

Kommen wird der Tod, und er wird deine Augen haben. Cesare Pavese

Ein Buch, das aus der Masse heraussticht, aber keinesfalls mit der knallharten Action von „Driver“ des Autors verglichen werden kann.
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am 21. Februar 2010
Endlich ist auch die TB Ausgabe erschienen. Nachdem ich Driver gelesen habe und "Dunkle Schuld", hatte ich einige Erwartungen an dieses Buch. Ich kann sagen, das meine Erwartungen erfüllt worden sind und mehr: sie wurden noch übertroffen. Den teilweise negativen Rezensionen meiner Vorgänger kann ich mich nicht anschließen, aber man kann eben daran sehen, das Sallis nicht ein Schreiber ist der versucht sich anhand der üblichen vermainstreamten Methoden sich seinem Leser anzubiedern. Keine aufwändigen Suspense Situationen oder Cliffhangers, keine Mexican Standoffs oder ähnliches, stattdessen folgt das Buch einem ganz eigenen, unverwechselbaren Stil der schwer zu beschreiben ist. Gerade deshalb thront es weit über den üblichen Krimis der seichten vermainstreamten Kultur (wie treffend im Klappentext beschrieben). Handelnde Personen die vom Leser als Feinde des Protagonisten ausgemacht werden wollen, entpuppen sich als Freunde. Eine Bedrohung, die man ja bei einem krimi erwartet, existiert nicht in der Form in der wir sie erwarten. Der Plot ist stringent und doch auch wieder nicht. Kunstbetrachtung und Handlung, philosophische Abhandlungen über Traum und die Magie der Erinnerungen verschmelzen zu einem äußerst elektrisch- metallischem Konglomerat. Der Rhythmus der Sprache und die Satzmelodie, teilweise die äußerst reduzierten Gespräche der handelnden Personen, alles zusammen ergibt ein Buch mit einer außerordentlich magischen Wirkung.
Ich werds auf jeden Fall nochmals lesen.
Viel Spaß bei der Lektüre!
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am 21. August 2012
Ich habe mir dieses Buch zusammen mit weiteren, in Erwartung des bevorstehenden Urlaubs aus einer Tübinger Buchhandlungs-Grabbelkiste gefädelt. Die anderen waren passabel und haben nicht enttäuscht.
Dieses jedoch war nicht nur gähnend langweilig, sondern hat auch wütend gemacht. Wütend über kunstgewerblich gedrechselte Metaphern - wohl ein erbärmlich missratener Versuch, es dem großen Raymond Chandler gleichzutun. Wütend aber auch über einen dermaßen unsympathisch in Szene gesetzten Protagonisten, der großkotzig und, allen anderen an Grips überlegen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben scheint. Die "Auflösung" , zu der man sich durchfräsen muss, ist ein Witz. Ich habe sie schon wieder vergessen. Was für ein überflüssiges Buch, das ich der Grabbelkiste des Hotels überlasse- aber nur, weil ich Bücher nicht wegschmeißen kann.
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am 4. März 2010
Wie kann es sein, dass die Produktbeschreibung von «kulturnews.de» dieses Buch als Nachfolgeroman von «Driver», dem neusten Buch von James Sallis, bezeichnet, und der Verlag «Dumont Noir» dieses Buch schon im Jahre 1999 herausgegeben hat?
Somit muss man auch allen anderen Rezensenten bescheinigen, dass sie schlichtweg keine Ahnung haben, wovon sie schreiben.
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