Wir erinnern uns, für seinen 2007 publizierten kompakten, einfach geschriebenen und kompliziert konstruierten Thriller "Driver" erhielt James Sallis den Deutschen Krimipreis. Für seinen fast poetisch, packend und atmosphärisch dicht gestrickten Krimi "Deine Augen hat der Tod" hat er viel Lob von der Kritik erhalten.
Zum Plot: Der Protagonist, Held seines Romans, David, war in seinem früheren Leben Agent einer Eliteeinheit seines Landes, hatte im Auftrag des Staates unbequeme Zeitgenossen zu liquidieren. Heute, nach Beendigung des Kalten Krieges, hat er sich aus dem Dienst verabschiedet, sich ins Privatleben zurückgezogen und als Maler eine normale Existenz aufgebaut. Das denkt man, doch plötzlich holt ihn eines Nachts ein Anruf zurück in ein Leben das er längst hinter sich glaubte. Anfangs sträubt er sich, die Jagd nach einem ehemaligen Kameraden aufzunehmen, der eine Spur des Schreckens hinter sich gelassen. Doch dann beugt er sich, läst innerhalb weniger Stunden Freundin und Heim hinter sich und reist kreuz und quer durch die USA. Wir folgen ihm auf einer langen Irrfahrt, durch die unheilvolle Unterwelt Amerikas in der sprichwörtlich der Jäger zum Gejagten wird. Gekonnt wählt der Autor einen Erzählton und eine Erzählform, die den Leser als Zeugen dieser Reise, die zugleich Recherche und Flucht ist, nie mehr wissen als David selbst weiß.
Ein Thriller, eigentlich ein melancholisches, fesselndes Roadmovie das bis zum letzten Einsatz unter die Haut geht und einen unglaublichen Sog entwickelt. Warum James Sallis so viel besser ist als die anderen bleibt sein Geheimnis. Emphatisch empfohlen.