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Kundenrezensionen

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am 12. Mai 2013
Vor 28 Jahren verließ die junge Caroline fluchtartig ihre Heimat Schweden und ließ damit nicht nur ihre Freunde, sondern auch Ulf, den Mann, den sie liebte und vorhatte zu heiraten ohne ein Wort zurück. Als nun plötzlich ihre 27-jährige Tochter durch einen Verkehrsunfall ums Leben kommt, kehrt Caroline zurück in ihr Elternhaus, um Ruhe zu finden. Und wieder lässt sie einen Mann, dem sie ein Eheversprechen gegeben hat, ohne eine Erklärung zurück. Doch den erhofften Frieden findet Caroline am See im Haus ihrer Eltern nicht. Zu viele schlechte Erinnerungen kommen wieder hoch, denn auch ihre Eltern hat Caroline damals durch einen Autounfall verloren.

Per Zufall fällt Ulf Svensson, der inzwischen Kriminalkommissar in Stockholm ist, ein Fax in die Hände, welches nur aufgrund einer nicht abgeänderten Kurzwahlnummer in seinem Büro ankommt. Es handelt sich um eine Anfrage zur Identitätsfeststellung ausländischer Verkehrssünder. Die Frau, die auf dem Radarfoto abgebildet ist, kommt Ulf irgendwie bekannt vor und plötzlich fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Um sicherzugehen, leitet er das Fax an das zuständige Amt weiter und bekommt zehn Minuten später die Bestätigung: Die Frau, die geblitzt wurde, ist Caroline, seine große Liebe, die ihn vor 28 Jahren verlassen hat. Ulf ist klar, dass Caroline nur auf dem Weg nach Härjedalen gewesen sein kann, zum Haus ihrer Eltern. Er beschließt, Caroline aufzusuchen, um endlich eine Antwort auf die eine Frage zu bekommen, die ihn all die Jahre begleitet hat und von der er meint, dass Caroline sie ihm schuldig sei. Doch nach und nach kommen immer mehr Dinge ans Tageslicht, die vielleicht doch besser im Verborgenen geblieben wären ...

Ich bin zunächst mit völlig falschen Voraussetzungen an dieses Buch gegangen. Auf der Vorablesen-Seite war das Cover des Buches mit dem Zusatz Thriller abgebildet. In Wirklichkeit handelt es sich hier aber keineswegs um einen Thriller. Der Zusatz auf dem Cover hat sich mittlerweile jedoch von Thriller auf Roman geändert und damit kann ich mich schon eher anfreunden. Das Bild mit den Baumkronen und den Gänsen am Himmel verbreitet eine etwas melancholische und geheimnisvolle Stimmung, die aber hervorragend zum Thema passt. Obwohl es sich bei Alex Berg um eine deutsche Autorin handelt, ist es ihr sehr gut gelungen, den skandinavischen Schreibstil zu vermitteln und da der Schauplatz nun einmal Schweden ist, hätte Alex Berg ihre Arbeit gar nicht besser machen können. Die depressive Stimmung ist während des ganzen Verlaufs der Geschichte gegenwärtig. Gepaart mit den Landschaftsbeschreibungen hat mir dies sehr gut gefallen.

Interessant ist, wie die Autorin Carolines Geheimnis nach und nach entblättert. Der Leser weiß zunächst gar nichts von Caroline, außer dass ihr Kind ums Leben gekommen ist. Sehr schnell wird allerdings klar, dass Caroline nur schwer über ihre Gefühle reden kann und grundsätzlich lieber die Flucht ergreift, anstatt etwas zu erklären. Mit ihrem Verhalten verletzt sie die Menschen, die ihr wichtig sind. Aber das große Rätsel ist immer noch: Was genau ist damals passiert, dass Caroline gegangen ist? Und auch die Frage, nach dem Vater des Kindes, die sich einem zwangsläufig stellt, lässt sich vom Leser nicht einwandfrei beantworten. Somit wird es eigentlich immer noch geheimnisvoller und die Spannung wird immer weiter aufgebaut, sodass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte, so gefesselt war ich. Als es aber auf das Ende des Buches zuging, war es dann doch etwas zu viel des Guten. Zu viel Spannung und zu viel Drama, dass es einfach nur noch überladen wirkt, was für mich auch der Grund ist, einen Stern bei der Bewertung abzuziehen.

Die Charaktere kommen sehr authentisch rüber. Eigentlich konnte ich mich in alle gut hineinversetzen. Die persönlichen Dramen einer jeden einzelnen Figur - sei es nun Caroline, die erst ihre Eltern und Jahrzehnte später ihre Tochter durch einen Verkehrsunfall verliert, die Wut, die sich anstaut oder auch Ulf, der nie verstanden hat, warum Caroline ihn verlassen hat. Er möchte eine Antwort auf das Warum" und als er Caroline das erste Mal nach so langer Zeit wieder gegenübersteht, ist er vor lauter Wut, die er in sich trägt, nicht fähig mit ihr zu sprechen und steigt wieder in sein Auto. Alex Berg ist es gelungen, mir als Leser die Nähe zu den Protagonisten zu vermitteln. Das ist auch ein Grund, warum mich das Buch, nachdem ich es beendet hatte, sehr nachdenklich zurückgelassen hat - trotz des meiner Meinung nach nicht ganz geglückten "Showdowns".

Auch wenn ich mir von dem Buch etwas ganz anderes versprochen habe, bin ich trotzdem nicht enttäuscht worden. Gerne bin ich beim nächsten Werk der Autorin wieder mit dabei und hoffe dann auf ein passenderes Ende, als es hier der Fall war. "Dein totes Mädchen" bekommt von mir vier Sterne und eine Empfehlung.
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am 9. Mai 2013
Bei einem Verkehrsunfall stirbt Carolines Tochter Lianne. Die Trauer und der Schmerz um diesen Verlust, lässt Caroline Zuflucht in ihrer alten Heimat Schweden finden. Das Haus der Eltern, die ebenfalls bei einem Autounfall ums Leben kamen, liegt in der Einsamkeit eines kleinen Dorfes. Fast 30 Jahre ist Caroline nicht hier gewesen, auch damals hat sie das Dorf fluchtartig verlassen.
Hier trifft sie nun auf ihre Jugendliebe Ulf, der mittlerweile Kriminalkommissar in Stockholm geworden ist. Auch er ist nicht mehr in seinem Heimatdorf gewesen, nachdem ihn Caroline damals so plötzlich verlassen hat. Doch per Zufall erfährt er von Carolines Aufenthalt in dem kleinen schwedischen Dorf. Nun will er unbedingt herausfinden, warum Caroline ihn damals so überstürzt verlassen hat. Alte Erinnerungen werden wach, als die beiden aufeinander treffen. Doch Ulf hat Informationen aus Stockholm mitgebracht und die verheißen nichts Gutes. Ein Schneesturm zwingt die beiden eingeschlossen ein paar Tage im Haus zu verbringen. Da beginnt das eigentliche Drama und die beiden müssen ihre Vergangenheit aufarbeiten, auch wenn damit so manch dunkles Geheimnis zu Tage tritt, das eigentlich lieber vergessen wäre.

Alex Berg ist hier ein äußerst spannendes Werk gelungen, obwohl es sich nicht um einen Thriller im eigentlichen Sinne handelt. Es geht vielmehr um Schuld, Trauer und welche Reaktionen aus diesen Gefühlen entstehen können.
Zu Beginn der Geschichte weiß man als Leser zunächst gar nicht, was eigentlich passiert ist. Doch durch die wechselnden Erzählperspektiven erfährt man Schritt für Schritt von dem eigentlichen Drama. Ein leiser, aber doch flüssiger Erzählstil, der den Leser dazu bringt immer mehr über die Hintergründe und das Geschehen in der Vergangenheit erfahren zu wollen. Die Atmosphäre in dem Buch ist ziemlich düster, doch die Landschaftsbeschreibungen hellen das Ganze umso mehr auf. Tolle Bilder von schneebedeckter Landschaft in den Bergen, die den Leser richtiggehend verzaubern können.

Obwohl die Protagonisten mir nie wirklich sympathisch wurden, so sind es doch psychologisch gut ausgearbeitete Charaktere. Ein Buch, das auf Emotionen des Lesers setzt und diese auch erreicht.
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am 10. Mai 2013
"Machlos" und "Die Marionette" hatten mich begeistert. Umso gespannter war ich auf Alex Bergs Schwedenkrimi. "Dein totes Mädchen" hat mich nicht enttäuscht. Doch worum geht es?

Caroline, genannt Lilli, kehrt nach dem Tod ihrer Tochter zurück in ihre schwedische Heimat. 28 Jahre ist sie fort gewesen, dennoch scheint in Härjedalen die Zeit stehen geblieben zu sein. Gleich zwei Männer reisen ihr hinterher: Thomas, mit dem sie in Hamburg befreundet war und den sie sogar heiraten wollte und Kriminalkommissar Ulf Svensson aus Stockholm. Er kennt Lilli offenbar von früher...

Während Thomas unverrichteter Dinge bald wieder abreist, werden Ulf und Caroline in ihrem Elternhaus von einem Schneesturm überrascht und sind tagelang von der Umwelt abgeschlossen. Lilli war einst Ulfs große Liebe. Doch warum hatte sie ihn damals verlassen? Schuldgefühle, alte Wunden und immer wieder die Frage nach dem WARUM?

Nach und nach kommen immer mehr Details ans Licht. Ein Leben voller düsterer Geheimnisse, die das Schicksal beider Familien seit Generationen miteinander verbindet...

Manche würden "Dein totes Mädchen" vielleicht als Romantik-Thriller bezeichnen. Für mich ist es eher ein Kammerspiel, mehr Krimidrama als Thriller. Streckenweise fühlte ich mich an den Fall Marianne Bachmeier erinnert, denn ein Thema des Romans ist Selbstjustiz, aber auch Neid, Vertuschen einer Straftat und andere niedere Beweggründe spielen eine wichtige Rolle.

Alex Berg alias Stefanie Baumm ist eine großartige Erzählerin und eine gute Beobachterin. Sie schreibt fesselnd und flüssig. Ihre Figuren sind sorgfältig gezeichnet. "Dein totes Mädchen" ist ein intensiver Roman, mit viel Gefühl. Tragisch und traurig. Mich hat die Geschichte sehr berührt. Ganz großes Kino. Deshalb 5*!
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Eine weitere Premiere für mich mich. Mit dieser Erzählung mache ich mich mit einer Autorin vertraut von der ich schon viel positives gehört habe. Nach Meinung etablierter Leser die mein Vertrauen geniessen, ist dieser Roman aber ganz anders als die beiden Thriller die sie veröffentlicht hat. Das muss stimmen denn dieses Buch ist kein Thriller, nicht mal annähernd, sondern eine tragische Geschichte über Verlust und Schuldgefühle bei dem zwar ein Kriminalkommissar eine tragende Rolle einnimmt aber es ist und bleibt ein Roman. Wer mit falschen Erwartungen an dieses Buch geht dürfte Enttäuscht werden.

Der offiziellen Kurzbeschreibung / dem Klappentext ist nichts mehr Wesentliches hinzuzufügen. Es ist alles Wichtige erwähnt und mehr zu verraten wäre sträflicher Blödsinn und würde bei einer fahrlässig geschriebenen Bemerkung allen zukünftigen Lesern die Spannung nehmen. Ich verzichte deshalb darauf den Inhalt mit eigenen Worten zusammenzufassen. Die potentielle Leserschaft soll mit Neugierde selbst entdecken was da im Verborgenen schlummert.

Alex Berg fokussiert sich ganz auf die Protagonisten und blendet die restliche Welt mehr oder weniger bis auf die allernotwendigsten Begebenheiten aus. Einzig der frostige und schneereiche schwedische Winter wird zum stillen Begleiter der Personen und auch der Leser/-innen. Oder ist der Winter anstatt des stummen Gefährten, von dem höchsten ein eindringliches Pfeifen des eiskalten Windes zu hören ist, eher ein Bollwerk das die Figuren von der Aussenwelt abschottet und der stillen Einsamkeit Vorschub leistet? Wenn sich die Tage in ihrer weissgrauen Undurchdringlichkeit kaum von der Düsternis der Nacht unterscheiden zwingt dieser Umstand die Leserschaft dazu sich intensiv mit den vier Protagonisten an ihrem Zufluchtsort am Rande der Zivilisation auseinanderzusetzen. Es ist kein Roman bei dem die Handlung von zentraler Bedeutung ist sondern die langsame psychologische Annäherung an die Charaktere und die schrittweise Offenlegung ihrer Persönlichkeiten und dem was in der Vergangenheit geschehen ist und wie sie darauf reagiert haben.

Ich gebe zu das ich in der ersten Hälfte der Erzählung eine gewisse Mühe hatte mich in die Figuren reinzuversetzen. Diese seltsame Distanziertheit wollte nicht einfach nicht weichen. Im Verlauf der zweiten Hälfte schmolz diese unterkühlte Reserviertheit wie Schnee in der warme Märzsonne und die letzten 140 Seiten musste ich einem inneren Zwang folgend in einem Rutsch lesen weil mir die Schicksale immer mehr zu Herzen gingen und ich wissen wollte was in der Vergangenheit geschehen ist und wie die emotionale Geschichte endet. Es bleibt die Erkenntnis, dass Erinnerungen wie Geister sind. Du kannst sie nicht einfach wegsperren und hoffen, dass sie dich ignorieren. Ein gutes Buch mit Sogwirkung das von Seite zu Seite immer besser wird.
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am 17. November 2013
Tja, wie beschreibe ich jetzt, warum mir dieses Buch überhaupt nicht gefallen hat, ohne haufenweise zu Spoilern? Leider geht das nicht, wer also das Buch noch lesen möchte, sollte meine Rezension vielleicht lieber nicht lesen.

Der Klappentext versprach einen Krimi, bei dem ein Kriminalkommissar etwas Unglaubliches über seine Jugendliebe herausfindet. Naja, so ähnlich war es auch, aber hauptsächlich geht es hier um die Beziehung zwischen der so zerbrechlichen Caroline *nerv* und dem Kriminalkommissar Ulf, der ihretwegen bereit ist, alles über den Haufen zu werfen, nachdem sie ihn vor 28 Jahren Hals über Kopf verlassen hatte. Damals waren beide um die 20, jetzt sind sie Ende 40. Beide konnten sich natürlich all die Jahre nicht vergessen und der Kriminalkommissar vergisst mal eben auch seine beruflichen Aufgaben, weil er immer noch so nach ihr schmachtet. Aber Caroline ziert sich, will sie ihm doch partout nicht sagen, warum sie denn nun abgehauen ist vor so langer Zeit. Die meiste Zeit läuft es so: "Lilli, sag mir, warum Du mich verlassen hast." "Ich kann nicht." oder "Lilli, sag mir, was Du geträumt hast." "Ich kann nicht." oder "Lilli, sag mir, woran Du denkst." "Ich kann nicht." ... Oh Mann, das hat wirklich meine Nerven strapaziert. Ich habe letztlich nur noch quer gelesen, weil ich nun irgendwie doch wissen wollte, warum sie denn nun ohne ein Wort weggegangen ist. Die Lösung war allerdings irgendwie auch nicht plausibel, denn wenn die Liebe so groß ist, wie sie hier angeblich war, lässt man sich durch so etwas nicht aufhalten.

Die vier Hauptpersonen, um die sich der Roman dreht, waren mir entweder unsympathisch (Caroline und Ulf) oder egal (Björn und Maybrit), und die Handlungen jedes einzelnen nicht nachvollziehbar. Da taucht nach 28 Jahren eine alte Freundin/Geliebte wieder auf und kein Mensch fragt, wo sie gewesen ist oder was sie gemacht hat?? Na, gut, dann gehen wir erstmal Ski fahren und hinterher tanzen. Also, bitte. Außerdem scheint ja keiner ein eigenes (Privat-)Leben aufgebaut zu oder sonst was erlebt zu haben.

Zuerst hatte ich noch gehofft, daß doch irgendwann noch Spannung aufkommt, aber spätestens als Ulf und Caroline eingeschneit wurden, verlor ich die Hoffnung. Statt dass hier nun die Chance genutzt wurde, endlich mal alles aufzuklären, heißt es wieder "Ich kann nicht". Okay, dann machen wir was anderes ... Mußte wohl so sein, sonst hätte man das Buch nach 150 Seiten beenden können.

Noch ein paar Worte zum Schluß: Vielen hat das Ende nicht gefallen, und ich hätte es auch besser gefunden, dass Caroline sich endlich mal den Konsequenzen ihres Handelns stellt, aber nein, das wollte sie ja lieber nicht! Letztlich war das "Ergebnis" für mich befriedigend, der Weg dahin wieder unglaublich schmalzig und nicht nachzuvollziehen. Wer einmal jemanden gesehen hat, der ähnliches durchmacht wie Caroline am Schluß des Buches, kann über ihre Handlungen in der Hütte nur den Kopf schütteln.

Ich habe übrigens auch das Buch "Machtlos" von Alex Berg gelesen und es hat mir gut gefallen. Daher bin ich auch davon ausgegangen, daß die Dame Kriminalromane schreibt. Hätte ich geahnt, daß ich hier eine Rosamunde-Pilcher-Verschnitt erhalte, hätte ich das Buch sicher nicht gekauft. Den 2. Stern gibt es von mir für den Hund - aber warum hatte der eigentlich keinen Namen?
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. April 2013
Das Cover hat mich direkt angesprochen. Die Vögel, die nichts gutes erahnen lassen und der alte knorrige Baum mit seinen langen Ästen hat wohl auch schon so einiges erlebt und gesehen. Den Titel fand ich allerdings eher fad und wenig ansprechend. Gott sei Dank habe ich die ersten Seiten des Buches trotzdem angelesen und war begeistert.

Die Autorin weiß, wie man den Leser fesselt und mit Spannung sowie vielen kleinen Handlungssträngen unterhält. Etwas düster und geheimnisvoll, etwas aus der Vergangenheit, dass so langsam anfängt zu brodeln, etwas aus der Gegenwart, was die Charaktere belastet und sie flüchten lässt, sorgen dafür, dass man immer tiefer in die Geschichte eintaucht.

Obwohl es diesmal aus der Feder einer deutschen Autorin kommt, wird man sehr an die typisch skandinavischen Charaktere erinnert, innerlich zerrissen und stets mit sich und dem Leben hadern. Gevatter Alkohol spielt auch hier wieder eine Rolle, denn bereits nach der kurzen Vorstellung stürzt Ulf ab. Ein Kriminaler aus Stockholm mit einem Frauen- und Alkoholproblem ist fast schon Standard in den "kalten" Krimis aus dem hohen Norden.

Ulf bekommt ein Bild in die Hände, welches ihm den Boden unter den Füßen wegzieht. Warum reicht ein Foto aus, um ihn aus der Bahn zu werfen und alte Wunden wieder aufzureißen? Was war damals vor 28 Jahren geschehen? Und warum lässt er wegen diesem Foto alles stehen und liegen und fährt direkt in seine alte Heimat?

Und Caroline? Wer ist sie?
Sie reist aus Hamburg an und war fast 30 Jahre nicht mehr in ihrer alten Heimat, die sie damals einfach Knall auf Fall verlassen hatte. Natürlich erkennen sie die Menschen von früher wieder. Doch sie sind auch verstört, denn sie hat sich so lange nicht mehr blicken lassen und sich auch nicht gemeldet. Ihre damaligen Freunde sind überrascht und irritiert. Während Björn sie dann aufnimmt und ihr das Gefühl für Verständnis und "Angekommensein" gibt, zieht sich Maybrit erst einmal zurück. Als auch Ulf in Härjedalen eintrifft, kommt es zur Konfrontation. Anfangs schleichen sie noch im Kreis um sich herum bis es kein Entrinnen vor der Wahrheit mehr gibt. Was Ulf hört, schockt ihn und es wird noch schlimmer für ihn werden. Denn sein Partner Hakan schickt ihn ein Dokument, dessen Inhalt er nicht glauben kann.

Es ist ein "leiser" Krimi, der aber fesselt und erst nach und nach seine Geheimnisse preisgibt. Die Spannung kommt von den gut geschrieben Charakteren, der kalten Umgebung, verursacht durch den Schneesturm, dem Eingesperrtsein auf engen Raum und dem Druck, der Wahrheit und der Vergangenheit nicht mehr entkommen zu können.

Ein gutes Buch, welches fesselt, unterhält und Lust auf noch mehr Geschichten von dieser Autorin macht.
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am 15. Mai 2013
Brillant recherchierte Thriller zu top aktuellen Themen – das verbindet man bislang mit dem Namen Alex Berg. Hier zeigt sich die Autorin von einer ganz anderen Seite. An Stelle von Gesellschaftskritik, Politik und Action bietet sie ihren Lesern hier ein kammerspielartiges psychologisches Drama von unglaublicher Emotionalität, geschrieben in einer Sprache, die ins Herz trifft und wohl kaum einen unberührt lässt.

Die Geschichte fesselt von Beginn an, obwohl oder vielleicht gerade, weil man anfangs nicht weiß, wo es hingeht. Nach dem Verlust ihrer Tochter flieht Caroline nach Schweden, an den Ort ihrer Kindheit, sucht Trost und Vergessen in der winterlichen Einsamkeit. Nach und nach stellt sich heraus, dass der Tod ihrer Tochter nicht das einzige Drama ist, das ihr Leben überschattet. Lange bleibt es geheimnisvoll, Fragen über Fragen beschäftigen den Leser, wieder und wieder wird man mit Andeutungen hingehalten, Spannung und Neugier geschürt , immer dringender möchte man endlich wissen und verstehen - warum…?

Ab und an wechselt die Erzählperspektive und ermöglicht zum einen interessante unterschiedliche Sichtweisen, zum anderen wird die unruhige Spannung dadurch noch erhöht. Der Fokus liegt jedoch auf Caroline und Ulf, ihrer Vergangenheit, ihrer Gegenwart und man fragt sich, werden sie auch eine Zukunft haben? Björn und Maybrit, ihre Freunde, versuchen ihnen zur Seite zu stehen, wie sie es auch schon vor 28 Jahren getan haben, sind eingebunden in die Auflösung um den Ursprung des Dramas, der weit in der Vergangenheit liegt. Und eben diese Auflösung hätte ich mir ausführlicher gewünscht, sie blieb ein wenig blass und ließ die ein oder andere Fragen offen.

Das Ende – ja das Ende*seufz*, dazu kann man nichts sagen, jedes Wort wäre da zu viel, man muss es gelesen haben.

Dein totes Mädchen ist ein Buch, welches sich trotz des flüssigen Schreibstils und der immanenten Spannung nicht unbedingt leicht lesen lässt. Einfach großartig, wie Alex Berg den Leser in diese Atmosphäre von Liebe, Verlust, Trauer, Verzweiflung und Wehmut einhüllt, jedoch die emotionale Wucht der Geschichte muss auch ein eher distanzierter Leser wie ich erst einmal verarbeiten.

Zu Buchcovern äußere ich mich in der Regel nicht, weil sie mir meist herzlich egal sind, aber dieses hier finde einfach großartig. Die so genial eingefangene Stimmung des winterlich-eisigen Schweden, die Atmosphäre von Vergänglichkeit und Melancholie sind für mich nahezu perfekt widergespiegelt.
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am 5. Mai 2013
Wer glaubt, dies sei eine Fortsetzung der Thriller Machtlos und der Marionette, wird von diesem Buch überrascht sein, denn es lässt sich nicht vergleichen. Die Autorin zeigt uns eine ganz andere Seite ihres Könnens.

Caroline kehrt nach dem Unfalltod ihrer Tochter Lianne in das Haus ihrer Kindheit nach Schweden zurück. Sie ist voll der Trauer. Nach langen Jahren kehrt auch Ulf, ein Polizist aus Stockholm und ihre große Jugendliebe heim. Es gibt ein Wiedersehen des alten Quartetts Caroline, Ulf, Björn und Maybrit. Sie haben sich alle in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt und jeder hat seine eigene Lebensgeschichte, die ihn geprägt hat.

Die Autorin beschreibt die einsame, verschneite und auch melancholische Landschaft Schwedens äußerst präzise und als Leser spürt man förmlich die Kälte und den Schneesturm. Die einzelnen Figuren schildert sie realistisch, greifbar und alle mit Ecken und Kanten. Die Sprache ist klar, schnörkellos, ohne überflüssige Ausschmückungen. Spannend ist für diese Geschichte nicht das richtige Wort, eher intensiv und aufwühlend. Sie hat mich regelrecht in den Bann gezogen, sie hat mich körperlich mitgerissen und auch mitgenommen. Ich konnte das Leid und die Trauer von Caroline nachvollziehen und die Aufdeckung verschiedener Geheimnisse machten manche ihrer Handlungen verständlicher. Das Ende der Geschichte musste für mich so und nicht anders sein.

Und nun heißt es warten auf den 3. Band mit Valerie und von mir eine echte Leseempfehlung!
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am 10. Dezember 2013
Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Tochter kehrt Lilly nach fast dreißig Jahren in ihr Geburtsland

Schweden zurück. Dort, in dem Haus in dem sie aufgewachsen ist, will sie verkraften, verarbeiten und vergessen

was in Hamburg geschehen ist. Sie trifft alte Freunde wieder und diese werden wieder zu einem Teil

ihres Lebens. Und dann kommt auch Ulf zurück, ihre Jugendliebe, die jetzt als Kriminalkommissar in Stockholm

arbeitet. Warum er nach so vielen Jahren in seine Heimat zurückkehrt ist genauso geheimnisvoll wie

die lang zurückliegende Vergangenheit. Nach und nach erfährt der Leser die Geschichte von Caroline

und ihm. Sie verschwand spurlos und konnte nicht gefunden werden. In der Gegenwart müssen beide sich mit

der Vergangenheit auseinandersetzen. Ulf erfährt, dass Caroline schwanger war und seine Tochter

tödich verunglückt ist. Und während der Polizist in ihm erfährt, dass Caroline wegen Mordes an dem

Unfallverursacher gesucht wird, flammen die Gefühle zwischen beiden wiederauf. Ein Schneesturm, bei dem

Beide in Carolines Elternhaus eingeschlossen werden, führt dazu, dass sich die Ereignisse überschlagen und

eine Geschichte, die 30 Jahre zuvor begann, ein Ende findet, welches ich mir so nicht gewünscht hätte.

Dies war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Ihr Schreibstil ist sehr klar und verständlich

Die Personen sind sympatisch beschrieben. Die Autorin weiß, wie man Leser fesselt und Spannung aufbaut und

sie hat die Fähigkeit die Gefühle der beteiligten Personen in Worte zu fassen, die einen zuliefst bewegen.

Das Cover des Buches passt gut zu der düsteren Stimmung des Buches.

Ich habe das Buch an einem Abend gelesen und finde es ist ein gutes Buch, das einem einige Stunden Lesefreude

schenkt.
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TOP 500 REZENSENTam 26. April 2013
Seit ihrem ersten Buch , bin ich eine eifrige Leserin der Bücher von Alex Berg. Ihre Themen sind aktuell und überzeugend und ihre beiden Krimis haben mich eine außergewöhnliche Schriftstellerin kennen lernen lassen.Mit ihrem neuen Buch " Dein totes Mädchen" hat die Autorin ein Buch geschrieben, das mich mehr als berührt hat, mich zum Nachdenken brachte und das mich durch seine Intensität, die Welt um mich herum vergessen ließ.
Dieses Mal handelt es sich nicht um einen Thriller, sondern um die Beschreibung einer Beziehung, die gegensätzlicher nicht sein kann. Getragen von tiefen Gefühlen, die sich sowohl positiv als auch negativ äußern,einer Beziehung, die starke Verletzungen überstehen muss und die doch von Anfang an unter keinem guten Stern steht und ungeahnte Konsequenzen hat.

Caroline kehrt, nachdem ihre Tochter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, in ihre Heimat Schweden und ihr Elternhaus zurück.Zu stark leidet sie unter dem Verlust ihrer Tochter und hofft hier zur Ruhe zu kommen. Durch einen Zufall erfährt Ulf Svensson von ihrem Aufenthalt in Schweden und macht sich auf den Weg zu ihr, um Antworten auf Fragen zu bekommen, die ihn seit mehr als 20 Jahre beschäftigen. Doch nicht nur diese Fragen beschäftigen ihn, sondern auch ein Fax, was er von seinem Kollegen aus Stockholm bekommen hat und das ihn total aus der Bahn wirft.

Alex Berg hat mit diesem Buch einen großen Wurf gelandet, denn nicht nur ihr Schreibstil ist genial, sondern auch ihre Fähigkeit, Gefühle der agierenden Figuren in Worte zu verwandeln, die mitten ins Herz treffen, die die Figuren anfassbar machen und mit denen sich der Leser identifizieren kann. Ihr Verhalten ist zutiefst menschlich, wenn auch nicht immer mit dem Gesetz vereinbar, aber für den Leser nachvollziehbar und lässt Fragen aufkommen, wie zum Beispiel "Wie hättest du dich verhalten ?" Der Inhalt dieses Buches setzte sich in meinem Kopf fest und beschäftigt mich sicherlich noch lange und ich hoffe, dass Alex Berg dieses Niveau ihrer Bücher beibehalten kann, woran ich aber eigentlich nicht zweifle, denn bisher hat sie sich mit jedem Buch gesteigert.

Ein Buch, das man gelesen haben sollte.
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