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Kundenrezensionen

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am 21. April 2007
Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil es empfohlen und verrissen wird. Vielen ist es zu "wissenschaftlich" und abgehoben geschrieben. Manch einer empfindet es als zu einseitig (die Eltern sind schuld) oder zu simpel (man muss dem Kind doch auch was beibringen dürfen).

Mir geht es nicht so. Dass ich ein gewisses Vertrauen in mein Kind setzen muss, damit es nicht durch meine Ängste und Befürchtungen eingeengt wird, ist mir klar. Und exakt deshalb pfeife ich schon jetzt auf viele herkömmliche Regeln, was mir oft genug schiefe Blicke und herablassende Kommentare einbringt.

Dieses Buch hat mir aber etliche neue Sichtweisen eröffnet:

- Sieh dein Kind wie es ist! Es will und muss nicht ständig bewertet, egal ob gelobt und gemaßregelt, werden!

- Sieh dich selbst! Setz Grenzen, die deinen Bereich abstecken und nicht, um dein Kind (oder z.B. deinen Partner) einzuengen. Dein Kind lernt durch dein Vorbild deine Grenzen und die Grenzen anderer zu respektieren.

- Sprich aus, was DU wirklich willst und verstecke deine Wünsche nicht hinter wohlerzogenen Formulierungen, die dein Gegenüber erst entschlüsseln muss. Kinder entschlüsseln meistens zu ihren Ungunsten.

- Fehler sind normal und menschlich. Machst du welche, steht es auch in deiner Macht sie nicht zu wiederholen, wenn du sie als solche erkennst.

Es hilft mir auch ein gutes Stück mich selbst zu verstehen. Und es hilft mir zu sehen, dass es nie zu spät ist einmal eingeschliffene Gewohnheiten und reflexhafte Reaktionen wieder abzubauen.

Für jeden, der offen für eine ungewohnte Sichtweise ist und bereit ist auch an sich selber zu arbeiten, für den ist "Das kompetente Kind" eine Bereicherung.
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am 22. Februar 2010
Es ist mein erstes Buch von Jesper Juul, aber sicher nicht mein letztes.
Man darf bei diesem Buch keinen Ratgeber mit Patentrezepten erwarten, sondern es regt vielmehr an, seine eigenen Werte und Verhaltensweisen zu reflektieren und dann drauf zu kommen, warum die eigenen Kinder so sind wie sie sind. Kinder sind nämlich der Spiegel der Eltern. Oder wie Jesper Juul es beschreibt: sie kooperieren. Ihre Verhaltensweisen reflektieren das Verhalten (das bewußte oder unbewußte) der Eltern.
Jesper Juul bringt viele lebhafte Beispiele in seinem Buch und schildert auch anhand seiner eigenen Familie (seines Sohnes) was er richtig und "falsch" gemacht hat.

Die Kapitel sind im groben wie folgt:

Familienwerte
- die Familie als Machtstruktur
- das demokratische Zwischenspiel
- die gleichwürdige Gemeinschaft

Kinder kooperieren
- der grundlegende Konflikt
- Kooperation
- Integrität
- Der Konflikt zwischen Integrität und Kooperation

Selbstgefühl und Selbstvertrauen
- Anerkennung und Wertschätzung

Verantwortung und Macht
- elterliche Verantwortung
- Verantwortung oder Service
- soziale Verantwortung der Kinder
- Macht der Eltern
- verantwortliche Machtausübung

Grenzen
- seine Rolle aufgeben
- die eigenen Grenzen setzen
- wenn es misslingt
- die sozialen Grenzen

Familien mit Teenagern
- lassen die das Erziehen
- das Verlustgefühl der Eltern
- wer entscheidet
- wenn es beinahe gelingt

Die Eltern
- Verschiedenheit
- die gleichwürdige Führung
- Partnerschaft und Elternschaft
- Gleichwürdigkeit kommt in Gegenseitigkeit zum Ausdruck
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am 10. November 2009
Wer nach grundlegenden Tipps zur Kindeserziehung sucht, ist bei Juul an der falschen Adresse. Jesper Juul will kein "Ratgeber" sein, niemand, der feste Patentrezepte für das "unwillige" Kind hat. Nein, er nimmt vielmehr die Eltern in die Pflicht, auf sich selbst zu allererst zu schauen. Insofern ist Juul eigentlich ein "Elternerzieher", denn er hinterfragt uns Eltern nach unseren Werten. Und das tut manchmal richtig weh, sehen wir uns selbst im Spiegel unserer eigenen Kindheit. Aber nur so funktioniert Erziehung: nehmen wir uns selbst ernst, nehmen wir die Kinder ernst. Insofern ist Juuls Werk - darunter die neue Übersetzung des kompetenten Kindes - eine echte Lebenshilfe, und sie funktioniert! Denn die Werte, die uns wichtig sind, gilt es neu zu entdecken. Das kompetente Kind wird sie anerkennen. Ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Buch für Eltern überhaupt!
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am 8. Dezember 2012
Derzeit befasse ich mich aufgrund meines Berufes als Klavierlehrer mit der Pädagogik in umfassender Weise (wie eigentlich schon seit über dreißig Jahren). In den letzten Wochen habe ich hierzu an die vierzig Bücher gewälzt, welche ich teils früher schon mal gelesen, teils heute neu kennen gelernt habe. Es befinden sich darunter Bücher von Hartmut von Hentig, die ich sehr schätze und von Wolfgang Bergmann, der mir die inneren Probleme der heutigen Erziehungskultur erklärt hat wie kaum eine anderer. Die Themen reichen aber auch bis zur Entwicklungspsychologie und der Psychologie des Geistes, namentlich verfasst von Ken Wilber.
Die Kinder haben nach meiner Erkenntnis alle irgendeinen Schmerz, der mich bewegt und nicht losläßt. Sie sind nicht glücklich, sind nicht traurig, sie sind stumpf, manchmal aggressiv, ablehnend eingestellt. Selbst jene, die eigentlich gesund wirken, schleppen etwas mit sich herum. Dieser latente Schmerz ist in meinem Beruf natürlich schwer dingfest zu machen, weil man im Unterricht die Kinder nur für kurze Zeit in der Woche betreut. Aber er steht den Kindern auf unterschiedlichste Weise ins Gesicht geschrieben. Darüber hinaus haben sie natürlich Probleme mit dem Üben. Eine schwarze Pädagogik, wie sie Alice Miller seinerzeit entlarvte, ist auch für den Instrumentalunterricht katastrophal. "Fordern statt verwöhnen" ist aber ebenso eine hilflose, oberflächliche Maxime. Von den regressiven Methoden eines Bueb ("Lob der Disziplin"), die bar jeder Seelenkenntnis daher kommen, ganz zu schweigen.
Mir ist eines sehr klar geworden, nämlich dass es einen ungeheuren Mangel an Liebe gibt. An echter, wirklicher Liebe. Würden wir Liebe verwirklicht haben, wir benötigten nicht eine derartige Flut an Erziehungsratgebern. Andererseits ist sie ein lebendiges und hoffnungfrohes Zeugnis unserer Suche nach Liebe.
Jesper Juul benutzt zwar nicht mein in diesen kurzen Sätzen anklingendes Vokababular, zeigt aber die Tatsache in recht einfacher Weise, dafür aber anschaulich und prägnant, welche spezielle Art von Mangel an Selbstliebe - Juul nennt es "Selbstgefühl" - in Erwachsenen unserer Zeit vorherrscht. Man kann nur geben, was man hat. Wenn es Liebe ist, wird Liebe in anderen mitgeboren. Wenn es etwas anderes ist, erhält man das entsprechende Ergebnis. Diese Dinge gehen von den Erwachsenen aus. Von einer Gesellschaft, die nach wie vor einem Bewertungswahnsinn frönt, der Leistung und Effizienz als Bewertungsgrundlage fixiert. Kein Platz für Liebe. Wohl aber für aufgeblähte Egos.
Förderung von Eigenschaften, von Begabungen ersetzt Liebe (Förderwahn). Natürlich kann Liebe durch nichts ersetzt werden. Wer nur "geliebt" wird, weil er brav, weil er hervorragend ist, weil er was kann, wird nicht in seiner Eigentlichkeit wahrgenommen, in dessen Sein erkannt.
Davon handelt - in anderen Worten - Jesper Juuls Buch. Wer sich öffnet und in sich hinein zu schauen vermag, wird die Wahrheit darin erkennen, wird aufatmen über den Ausweg. Ja, es gibt diesen!
In "Dein kompetentes Kind" habe ich ihn gefunden. Wenn ich von meinen vielen, vielen gelesenen Büchern Eltern und Lehrern eines als erstes empfehlen würde, dann wäre es dieses, weil es auf seinen unter dreihundert Seiten alles wirklich Wichtige ausdrückt. Man muss allerdings in der Lage sein, einen Auszug davon zu erstellen (so wie das bei jedem Buch ist, das was bringen soll), um sich eine Art Leitlinie zu erstellen, die einem hilft, sich selbst zu verwandeln.
In der Spiritualität ist es wie in der gesamten Psychologie eine unangefochtene Wahrheit, dass wir andere nicht ändern können, sondern bei uns beginnen müssen. Wie gesagt, wer nicht lieben kann, wird es andere spüren lassen, auch wenn er sich noch so sehr bemüht... Er wird die Phänomene kaum selbst erkennen können (Platons Höhlengleichnis). Dazu braucht es dann gereifte "Freunde", die sich einem in den Weg stellen. Z.B. Bücher oder etwa - die eigenen Kinder, die einem spiegeln, was da abläuft. Der Vorgang des Spiegelns (und der Projektion) ist in der Psychologie altbekannt. In dieser Hinsicht sind Kinder also hochkompetent. Das ist es, was Juul eigentlich meint. Aber er beschreibt dies ohne meine hochgeschraubten Psycho-Begriffe und deshalb ist das Buch einfach für jedermann geeignet.
Ich meine, der beschriebene Weg ist auch jener, der nicht nur Kindern hilft, sie selbst zu sein, zu bleiben oder vielleicht auch wieder zu werden, sondern wird über die Kinder und die geläuterten Erwachsenen in die Gesellschaft getragen, wodurch sich diese und auch das Wirtschaftsleben möglicherweise menschlicher, liebender gestalten läßt. Mag hochgegriffen wirken oder auch ironisch als 2012-Getue diskreditiert werden, aber mit diesen Anfängen kann eine elysäischere Welt aus dem Bereich der Utopie in jenen der Vision und der greifbaren, der "verwirklichbaren Wirklichkeit" gehoben werden. Danke, Herr Juul! So einfach ist das.
Es geht um Erziehung, um Pädagogik. Das weist uns die Grenze des Buches. Denn nach meinem Dafürhalten kann man Liebe nicht einfach lernen, nach dem Motto, lies mal das Buch und folge seiner Rosenspur. Nur wer in sich wirksam etwas verwandelt und heilt, was verdrängt wurde und ein stilles bis kränkendes oder gar zerstörerisches, unerkanntes oder unbegreifliches Eigenleben führt, wird wirklich er selbst sein. Das ist die einzig wirkliche Lösung. Nur Sein kann Sein lieben. Das ist die edelste und wichtigste Aufgabe für jeden einzelnen Menschen. Dafür gibt es unzählige Wege. So schwierig ist das.
Auf diese Zusammenhänge verweist der Autor durchaus am Ende des Buches, bleibt aber im Rahmen seines Themas, was ja auch völlig korrekt ist.
Liebe ist immer die Lösung. Deshalb wäre vielleicht das zweite Buch, das ich anderen weitergeben würde, Wolfgang Bergmanns "Geheimnisvoll wie der Himmel sind Kinder", für das man keine ideologische oder religiöse Vorbildung benötigt.
Aber auf Selbstheilung kann man nicht warten. Das muss man selbst tun. Und einstweilen lese man Juul und bewirke etwas damit!
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am 30. November 2014
Grundsätzlich finde ich einige Anregungen in dem Buch interessant genug, um darüber (wieder) nachzudenken. Grundgedanken wie "Die Bedürfnisse eines anderen Menschen können mich nicht unter Druck setzen" (sinngemäß, nicht wörtlich), um z.B. Abstand zu gewinnen, wenn das Baby schreit, man aber leider gerade nicht zaubern kann (es aber möchte :( ). Um entspannter mit dem Kind umzugehen, sich den Druck zu nehmen.

Auch seine Umdeutung des Wortes "Kooperation" ist interessant, aber beim Lesen bald abgenutzt. Kooperation bedeutet für ihn (sehr grob gesprochen), ein "gutwilliges" Reagieren des Kindes auf bewusste und unbewusste Reize und Spannungen. Trotzen wäre danach z.B. auch nicht Widerstand, sondern eine für das Kind nachvollziehbare Reaktion auf etwas vorhandenes mit dem es wohlmeinend und zum von ihm gedachten Wohl der Erwachsenen reagiert - hier wird Kooperation nicht mit angepasstem oder sozial erwünschten Verhalten gleichgesetzt (dies kann als Kooperation passieren, das Verhalten kann aber auch anderes aussehen).

Für diese Gedanken und Anstöße: 2 Sterne.

Abzüge für:

1. einen unnötig verschachtelten Textaufbau
Ich meine damit nicht komplexe Gedanken, sondern einfach Sprünge: Ich nehme mir nicht die Zeit, nachzuzählen, wie häufig der Autor "darauf werde ich an späterer Stelle zurückkommen" geschrieben hat und ob tatsächlich zu jedem einzigen dieser Sätze an anderer Stelle die Vertiefung erfolgte.
Ab ca. 8x (es waren noch mehr) war es mir zuviel des Zählens und erschwerte das Lesen unnötig.
Guter Stil wäre hier gewesen, z.B. zu schreiben "Darauf komme ich später in Kapt. x auf S. y" zurück. Oder einfach "siehe Kapt.". Damit hätte ich als Leser die jeweiligen Themen leichter nachvollziehen können.
So liest es sich schlechter und erweckt auch noch den Eindruck, dass hier jemand den Leser vertröstet, eben um nicht vertiefend schreiben zu müssen (oder einfach selbst sehr konfus schreibt).

2. Negativ-Beispiele, die teils "realistisch" und teils doch sehr überspitzt sind. Ich würde nicht sagen, dass keines der Beispiele in unserem Umfeld vorkommt (z.B. das Beispiel der Mutter die auf das Taschentuch spuckt und dann dem sich wehrenden Kind das Gesicht putzt - schon gesehen, gibt es. ). Aber die darauf folgenden Ratschläge erscheinen mir entweder zur theorethisch "passend" herbeigeschrieben oder unrealistisch/Fragwürdig:
z.B. ein Kind mit Süßigkeiten herumlaufen zu lassen, im Vertrauen darauf, dass es schon lernt, wann es genug Süßigkeiten hat, ist meiner Meinung nach in Zeiten steigenden Übergewichts und Diabetes nachlässig bis fahrlässig: Eine einigermaßen gesunde Ernährung (oder zumindest den Versuch, diese zu gewährleisten) gehört für mich zur Fürsorgepflicht der Eltern. Diese Verantwortung abzugeben oder das Kind gerade in so einem Bereich machen zu lassen, sehe ich sehr kritisch. In anderen Bereichen mag dies gehen.

3. sehr detailierte und im Brustton der Überzeugung vorgetragene Behauptungen, wie sich das Kind auf jeden Fall entwickeln wird, wenn Mutter x und Vater y tut - jedoch ohne irgendeinen wissenschaftlichen Hintergrund oder eine wissenschaftliche Begleitung.
Den Verweis "ich als Familientherapeut" empfinde ich hier als unseriös, da er mehr Fachkompetenz und Überblick vorgaukelt, als eigentlich vorhanden. Gerade bei solchen weitreichenden Behauptungen sollte man auf andere Quellen wie z.B. Langzeitstudien und andere zurückgreifen und nicht sich selbst als einzigen Experten zitieren.
Seine eigene Erfahrung weiterzugeben ist an sich ja schön und gut, sofern gekennzeichnet ist, dass es eben eine ExpertenMEINUNG, aber eben kein wissenschaftlich fundierter Befund ist.

Allein die Ausbildung sorgt noch nicht dafür, dass es fundierter wird: Es gibt genauso gute und schlechte FamilientherapeutInnen wie LKW-Fahrer, Barkeeper etc. Und es ist anzunehmen, dass der Author als Familientherapeut mehr Familien kennengelernt hat und damit mehr subjektive Eindrücke sammeln konnte als beispielsweise der Kneipenwirt um die Ecke. Dennoch sind solche Prognosen ohne weitere Quellen eben nur subjektiv und suggerieren im schlimmsten Fall Allgemeingültigkeit. Auch sein subtiles, wiederholtes Herabwürdigen der Psychologie, die leider aus seiner Erfahrung anscheinend oft nicht hilft, empfinde ich als abstoßend.

Wäre das Buch als persönliche Sicht eines Familientherapeuten geschrieben worden oder hätte ergänzend einen wissenschaftlichen Hintergrund mit ein paar Belegen aufweisen können, wären es wohl 3 Sterne geworden (die Struktur ist einfach sehr nervig). So aber leider nur 2. Ich habe das Buch ganz gelesen, aber die Struktur und die vielen Wiederholungen und Sprünge machen es nicht einfach.
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am 27. Oktober 2007
Da gibt es sicher einiges, das selbst reflektierte Eltern ins Grübeln bringt. So geht mir das.
Ich frage mich, warum mein zweijähriger die Grenzen anderer nicht so respektiert. Vielleicht, weil seine Grenzen auch häufig übergangen wurden, z.B. wenn wir ihn zum Zähneputzen gezwungen haben (was andererseits sicher sein muss!) oder wenn sein größerer Bruder ihn unsanft behandelt?!
Ich gebe zu, dass der Inhalt mich und meinen Mann verunsichert hat, aber wir sind ja lernfähig. Die im Elternkurs gelernte "Scheindemokratie" ("Du kannst dich jetzt entscheiden: Entweder du ziehst die Regenhose an, oder du bleibst drinnen!") ist überholt.
Unsere Kinder sind bereit zu kooperieren, tun eigentlich fast was wir wollen, wenn sie sich gesehen fühlen, wahrgenommen, wenn wir ihre Abneigung z.B. der Regenhose gegenüber ernstnehmen und zu verstehen versuchen. Die Konflikte lösen sich in Luft auf, wenn ich einfach nur die Gefühle widerspiegele bzw. einfach nur mein Kind "sehe". Das ist für mich schon ein sehr praxisnaher Tipp aus dem Buch.
Ebenso, dass wir unsere Kinder nicht hemmungslos "loben" (das Wort hatte für mich immer schon was Unangenehmes, etwas, wo zwei Menschen nicht auf einer Stufe stehen!) sollten. Das ist wirklich besonders spannend. Da bin ich zur Zeit täglich "dran" und habe schon mit vielen diskutiert.
Genau wie andere Bücher sollte man auch dieses nicht als Dogma ansehen. Für mich bedeutet es nicht, dass ich meinen Kindern nie meine Anerkennung aussprechen darf!
Auf jeden Fall habe ich mich, meine Gedanken und Gefühle in diesem Buch bestätigt gefunden, z.B. was das "konsequent sein" betrifft. Ich war schon so manches Mal inkonsequent und hatte echt noch nie das Gefühl, dass es meinen Kindern schadet. Außerdem haben mein Mann und ich schon immer deutlich gemacht, dass wir verschieden sind und eben auch manches in der Erziehung unterschiedlich handhaben. Wir hatten schon immer das Gefühl, dass es unsern Kindern gut tut.
Im Großen und Ganzen haben wir unsere Kinder von Anfang an "gesehen" und sind individuell auf sie eingegangen und haben versucht, ihre persönlichen Grenzen zu bewahren (auch wenn wir nicht verstehen können, warum es z.B. heute nur die blaue Tasse sein darf!). Tja, und nun wundere ich mich auch nicht mehr, dass beide Jungs kaum Trotzanfälle hatten und haben.

Für mich zeigt das Buch den besten Ansatz auf, um mit Kindern gut und entspannt zusammen zu leben!!!!
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am 8. November 2004
die art, wie jesper juul hier schreibt, seine offene art, die uns alle in die arme nimmt und zeigt wie einfach es im grunde ist innerhalb der familie zu einem konstruktiven und kräftegebenden zusammenleben zu finden, das ist was mir dieses buch zur neuen bibel macht.
ich lese immer wieder ein bisschen darin, wenn ich mich einmal wieder überfordert fühle, und ich finde zurück zu mir und meinen kindern.
ein ganz wunderbares buch, das man nicht einmal durchliesst, sondern eins für's leben.
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am 25. Oktober 2004
Dieses Buch lese ich, Mutter einer 2000 geborenen Tochter, immer wieder. Immer wenn wir uns im Alltagsstreit ("Komm endlich Zähneputzen") aufreiben, immer wenn ich merke, daß meine Wutanfälle sich häufen, bringt mich das Buch wieder auf den Boden der Freundschaft und des Respekts zurück.
Mein Kind ist ein Mensch und eine Persönlichkeit. Diese Buch erinnert mich immer wieder dran, mit ungewohnten Perspektiven, Gedanken und Einsichten.
Sehr wertvoll und hilfreich, wenn man mit Spaß und Zufriedenheit mit seinen Kindern leben will.
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am 19. November 2013
Als Psychologie Studentin und zweifache Mutter bin ich mit einer trotzigen 4 Jährigen und einem konkurrierenden 1,5 Jährigen in so manche verzwickte Lage gekommen. Da ich über pädagogisches und psychologisches Wissen verfüge habe ich mich mit großer Freude dem Buch zugewandt. Ich finde es wird sehr gut deutlich gemacht, dass Kinder abhängig in jeglicher Sicht von ihren Eltern sind. Sie sind keine Egoisten oder grübeln Pläne aus, wie sie uns Eltern ärgern können. Sie wollen/müssen mit uns zusammen leben - sprich sie müssen mit uns kooperieren.
In jeder Familientherapie, in der das "problematische" Kind vorgestellt wird heißt es, man müsse zu erst mit den Eltern arbeiten, erst dann kann auch das Kind sich mit entwickeln. Auch dieses Prinzip wird sehr gut im Buch erfasst. Womit ich jedoch meine Probleme habe ist die "Präsenz" der Eltern die, die Erziehung ersetzten soll.
Dabei sind Regeln, Werte und Normen sowie ein geregelter Tagesablauf (gerade für Zappelphilippkinder) äußerst wichtig. Der Autor beschreibt in einem seiner Beispiele ein Kind, das eine Süßigkeitentüte bekommen hat und diese sofort auf isst. Seiner Meinung nach sollen die Eltern nicht regulieren und das Kind lernen lassen wie viel Süßes es essen kann. Je nach Alter des Kindes ist das aber gar nicht möglich. Ein 3 oder 4 jähriges Kind kann die Folgen seines Handelns noch nicht abschätzen. Ich werde mein Kind nicht die Tüte essen lassen, weil ich weiß, dass sie sich überessen wird und sich so gar noch übergeben könnte.

Womit ich dem Autor recht gebe ist, dass ein diktatorisches Verhalten und Gewalt nicht vorkommen sollten im Umgang mit Kindern. Auch stimme ich ihm zu, dass wir uns bewusster mit dem Verhalten des Kindes beschäftigen sollten und eben das Kinder seine Eltern bedingungslos lieben. Aber wir alle brauchen Regeln und Grenzen und die müssen wir Eltern unseren Kindern beibringen auf möglichst sinnvolle Art und Weise. Darin liegt die Kunst und dieses Buch kann dabei helfen.
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am 15. Januar 2007
Selten hat mich ein Buch über Pädagogik so fasziniert wie dieses. Jesper Juul versteht es, gewisse Grundmechanismen im zwischenmenschlichen Verhalten von Eltern und Kindern auf gute und einfühlsame Weise zu erläutern. Teilweise ist die verwendete Sprache etwas zu intellektuell, aber das schmälert seinen inhaltlichen Wert nicht.

Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt allen, die sich selbst besser kennen lernen möchten. Es spielt dabei keine Rolle, ob man Kinder hat oder nicht. Sogar solche, die nie Kinder haben wollen, können von diesem Wissen profitieren, denn wir sind alle das Produkt einer Erziehung.
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