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Dein Zimmer für mich allein
 
 
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Dein Zimmer für mich allein [Taschenbuch]

Michael Köhlmeier
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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Piper; Auflage: 4 (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492226019
  • ISBN-13: 978-3492226011
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 641.219 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michael Kohlmeier
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Der geheime Schlafgänger

F. Hs. Im Café Eiles in Wien sitzt ein Schriftsteller. Er hat eben «in der ‹Neuen Zürcher Zeitung› einen ganzen Artikel über Litauen gelesen», dann erzählt ihm ein junger Ausländer die folgende Geschichte: In einem überfüllten Zug war er aus seiner Heimat nach Österreich gekommen, hat Koffer, Mantel und Pass verloren, nistet sich in einem halbfertigen Haus zwischen Styroporplatten ein, schwindelt sich in die tagsüber leere Wohnung einer Frau, isst und badet und schläft dort mehrere Tage, verliebt sich in die unbekannte, unfreiwillige Gastgeberin und muss sich schliesslich unter dem Bett verstecken, als diese einmal mit einem Liebhaber heimkommt. Wie er sich aus dieser Lage befreit hat, erzählt er nicht, auch wenn der Schriftsteller noch so bohrt und die Rechnung im Café bezahlt. Der Geschichtenlieferant tritt ab, Autor und Leser sind ratlos. – Der Titel von Michael Köhlmeiers Erzählung «Dein Zimmer für mich allein» spielt an auf Virginia Woolfs berühmten Essay «A Room of One's Own», nur die Geschlechterrollen sind vertauscht. Bittsteller ist der Mann, ein moderner Schlafgänger im Europa der Migrationen, ein Bettgeher sagt man in Österreich. Die Idee zu dieser Geschichte ist originell, aber auf mehr als hundert Seiten ausgebreitet, wird die Fabel ein wenig dünn. Der Erzähler ist anfangs sympathisch schwatzhaft und wirr, doch auf die Dauer ermüdet er; seine innere Stimme, sein «Spassmacher» ist angestrengt und strengt an. Der Schriftsteller am Kaffeehaustisch macht Einwände, über die Kakaotasse hinweg, aber der Geschichtenerzähler lässt sich in seiner Verwirrung nicht beirren. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Ein Mann in einem fremden Land versäumt durch ein Mißgeschick den Zug, den er an einer Station nur kurz verlassen hat. Ohne die Landessprache richtig zu können, ohne Geld, Papiere und Gepäck macht er sich auf die Suche nach einem Unterschlupf für die Nacht und richtet sich notdürftig in einem Raum eines halbfertigen Wohnblocks ein. Als er durch Zufall an den Schlüssel zur Wohnung einer jungen Frau im selben Haus gerät, schleicht er sich von nun an tagsüber dort ein. Er ißt von ihren Lebensmitteln, wäscht seine Wäsche, liest ihre Bücher.
Eines Tages vergißt er zu seinem Schrecken sein Hemd in der Wohnung der Frau: doch bedeutet dies wider Erwarten nicht das Ende der heimlichen Mitbewohnerschaft...
Mit großer sprachlicher Finesse und psychologischem Raffinement lotet Michael Köhlmeier in diesem Buch die abgründigen Spielarten menschlicher Beziehungen aus. Er führt vor, wie aus Voyeurismus Intimität entsteht, und erzählt von der Lust am Eindringen in die Sphäre anderer.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wirklich typisch... 16. Juni 2010
Von Heinrich
Format:Taschenbuch
Diese Erzählung demonstriert im Kleinen die Stärken und Schwächen des Erzählers Michael Köhlmeier: Seine größte Stärke ist zweifellos das wortwörtliche, das mündliche Erzählen; nicht zufällig wurde er durch das ORF-Hörbuch mit den Nacherzählungen der griechischen Sagen einem breiten Publikum bekannt. Vor einigen Wochen hörte ich eine Lesung - oder besser, eben eine Erzählung - des Autors im Wiener Konzerthaus, wo er eine Tour de Force durch die griechische Sagenwelt zum Besten gab - 4 Stunden lang, und nie langweilig! Kurz und gut: Als Erzähler ist Köhlmeier brillant!
Das weiß der Autor offensichtlich auch selber; daher ist die vorliegende Geschichte auch als Erzählung des (namenlosen) Ich-Erzählers verfasst, der die Handlung Köhlmeier im Café erzähle. Diese Rahmenhandlung ist dramaturgisch überflüssig, aber sie liefert eben den Vorwand, um einen Ich-Erzähler einzuführen. Und der erzählt dann also munter drauf los...
Der Erzählton wirkt authentisch und ist stilsicher konzipiert. Das heißt dann freilich auch, dass der Text viele Redewendungen, Floskeln, Prasen und Wiederholungen enthält, die für wörtliche Rede typisch sind, in schriftlicher Form aber den Lesefluss oft stören, bestenfalls den Text unnötig in die Länge strecken. Hier sind diese Längen aber wohl ein Symptom für Köhlmeiers grösste Schwäche: In einer anderen seiner Lesungen, die ich mal besucht habe, berichtete er von seiner Form des Schreibens: Er erfinde Figuren, setze sie gewissen Situationen aus und warte dann gewissermaßen ab, was sich daraus entwickelt (um mal meine Worte zu benutzen); die Handlung stehe also nicht von vornherein fest, sondern entwickle sich während des Schreibens.
Angesichtsdessen kann ich mir unschwer ausmalen, wie die vorlegende Geschichte zustande gekommen ist: Es beginnt mit einer Situation wie aus einem Alptraum: Man steigt aus einem Zug aus; dieser fährt ab und lässt einen irgendwo im nirgendwo zurück, mittellos und ohne Kontakte. Dann lässt der Erzähler den Protagonisten einige Zeit durch die Gegend irren, lässt ihn in einem Haus Unterschlupf suchen, und dann... Ja, was könnte jetzt kommen? Na klar, eine Frau! Eine Liebesgeschichte...
Das alles ist immer gekonnt erzählt, aber man merkt überdeutlich, dass der Autor nicht weiß, wo er hin will, und eigentlich kommt er auch nirgends an. Die Entwicklung und Gestaltung klassischer Plots, die Dramaturgie einer Erzählung, das liegt Köhlmeier kaum; daher ist er am besten, wenn er vorhandene, bewährte Plots nacherzählen kann: Eben die klassischen Sagen, die biblischen Geschichten, Shakespeare gar... Hier hat er versucht, eine eigene Geschichte zu entwerfen, und obwohl die Erzählung ziemlich lang ist, wirkt sie eher wie ein unfertiges Bruchstück; so gesehen, passt es auch, dass der Bericht des Protagonisten ohne klares Ende abbricht.
Fazit: Wer Köhlmeiers Erzählstil mag, wird auch diese Geschichte mögen; wer 'ordentliche' Plots und Handlungen bevorzugt, dürfte enttäuscht sein.
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enttäuschender köhlmeier 11. Oktober 2011
Von wolf k
Format:Taschenbuch
fluessig geschrieben, dürftige handlung, keinerlei offenbarung.

ein berühmter schriftsteller sitzt im cafe eiles in wien un d wird von einem mitteilungsbedürftigen mann niedergequatscht (niedergeredet). wir erfahren, dieser erzähler, der nicht unterbrochen werden will, spricht mit einem charakter, den er in sich trägt, wie mit einer anderen person - ok, der mann ist also mehr als eine person. der weitere plot, dass ein unbekannter einbrecher*), der sich in der wohnung einer frau breit macht, waehrend sie in der arbeit ist, sie das merkt und gutiert, und ihm sogar die vergessene waesche waescht und buegelt, und unbekuemmert, ja sogar bereichert weiterlebt, ist zwar gekonnt fluessig geschreiben, aber inhaltlich dürftig und unzulaenglich. es ist für mich keine glaubwuerdige erzählung mit einer interessanten botschaft.
eine enttäuschung des auch von mir grundsätzlich geschätzten dichters.

und dann noch der satz mit >es ist noch immer der gleiche mann...< - >...der selbe...< wäre sprachlich korrekt, wenn mich meine bescheidenen deutschkenntnisse nicht täuschen, oder?

(*)...von anderen rezensenten migrant und bettgeher genannt, bzw. bittsteller. ein bettgeher, wie bis anfang des 20. jahrhundert in vielen städten üblich, trifft eine persönliche vereinbarung, ein bittsteller geht auf jemad zu und bittet. das passiert in dieser erzählung nicht, ich kann die höfliche umschreibung eines eindringlings bzw. einbrechers nicht nachvollziehen.)

summasumarum: schad. keine empfehlung.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
typisch köhlmeier 7. Juli 2001
Format:Gebundene Ausgabe
Ein typischer Köhlmeier. Man ist von seinen Erzählungen einfach gebannt. Es gibt nicht viele Autoren, die es schaffen einen so zu faszinieren. Wenn er 100 Seiten darüber schreiben würde, wie sich eine Fahne im Wind bewegt, selbst dann würde man nicht aufhören können zu lesen. Er ist ein Meister der Sprache.
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