Das achte und in jedem Fall vielseitigste Album von Otis Taylor. Nein, Otis Taylor lässt sich nicht in irgendeine Schublade zwängen. Das gilt sowohl für die Instrumente wie Cello und Kornett oder sogar ein Jazzpiano, die unüblich für den Blues sind. Das gilt insbesondere aber auch für diesen einzigartigen sound, den Otis Taylor selbst als trance blues bezeichnet. Das Gerüst bilden das Banjo und der Bass um die Otis Taylor geschickt die anderen Instrumente gruppiert, die einen eher psychodelischen sound erzeugen. Viel stärker noch als bei den Vorgängeralben wird den Instrumenten viele Raum für Improvisationen eingeräumt. Der ausdrucksstarke Gesang von Otis Taylor und seiner Tochter treten dabei oftmals in den Hintergrund. Das ganze erinnert dann an die mitreißenden Konzerte dieses außergewöhnlichen Musikers. Wieder greift und deckt Otis Taylor in der für ihn typischen Weise gesellschaftliche Missstände auf. Er tut das wie immer ohne jeden Pathos und jede Sentimentalität. Vieles deutet er lediglich an und unterstützt durch die hypnotische Musik entsteht im Kopf des Hörers geradezu ein Kurzfilm von bedrückender Eindringlichkeit. Vor allem das Stück few feet away, das Otis Taylor als lullaby from an father to his bi-racial child beschreibt und möglicherweise autobiographische Erfahrungen thematisiert, deckt den ganzen Wahnsinn des alltäglichen Rassismus auf.
Definition of a circle ist ein Album auf das man sich einlassen muss, aber es gibt unglaublich viel zu entdecken. Als Gäste wirken Gary Moore, Charlie Musselwhite und der Jazzpianist Hiromi Uechara mit. Viel Spaß beim Hören.