Aus der Amazon.de-Redaktion
Wie einfach mal so rausgeknallt, wie aufs Notenpapier geschmissen, klingt das erste Stück von
Definitely Maybe: "Rock'n'Roll Star". Mutiger Titel für den Opener einer Debüt-CD, aber Oasis haben es wohl von Anfang an gewußt: Wir werden Superstars. Ist aber auch kein Kunststück, seinen Erfolg vorauszusehen, wenn man Monsterstücke wie "Live Forever", "Cigarettes & Alkohol", oder eben "Rock'n'Roll Star" im Kopf hat. Völlig belanglos, worüber Liam Gallagher da singt ("I know a girl called Elsa / she's into Alka Seltzer ..."), die Texte machen so viel Sinn wie der Titel der CD. Aber die Platte kracht. Der Legende nach mußten Oasis bei ihrem ersten Auftritt in einer Kneipe in Manchester nur vier Lieder spielen, ehe ein Talentscout sie unter Vertrag nahm -- und wenn es tatsächlich vier Stücke von
Definitely Maybe gewesen sein sollten, wundert das auch nicht. Das Album strotzt vor Energie, vor Egomanie, vor Ideen und Lust. Entsprechend hat mit
Definitely Maybe und vielleicht noch Blurs
Parklife seinen Lauf genommen, was man heute so gerne "Britpop" nennt. Typische Nebenwirkungen dieser Platte: Unbändige Lust auf einen schlechten Haarschnitt, übermäßiger Konsum seltsam riechender Kräuter, Adidas-Klamotten -- und nicht mehr zu stillendes Verlangen auf noch mehr Oasis.
--Michael Ebert
INTRO
OASIS sind die Entdeckung des Jahres!!! In der englischen Presse wurden sie derart mit Vorschußlorbeeren bedacht, daß man schon befürchten mußte, es handele sich mal wieder lediglich um einen Sauregurkenzeithype. Doch weit gefehlt, denn erstens gab es dieses Jahr zum allererstenmal in der Geschichte der Rock- und Popmusik kein Sommerloch, und zweitens sind OASIS wirklich das Ding. Und wer meint, 'daß die besseren Briten schon seit geraumer Zeit aus Amerika kommen', den wird 'Definitely Maybe' vielleicht definitiv eines Besseren belehren. OASIS sind die Essenz des Brit-Pop à la RIDE, LUSH, SWERVEDRIVER schlechthin. Songorientiert, melodiös, gitarrenlastig psychedelisch bringen sie es elfmal definitely auf den Punkt. Mein Tip for the Top, jede Wette. (Und ich will Joachim Henn heißen, wenn das keine Titelstory ist.) Supersonic!Ralf von der KolkLeider wird mit OASIS wieder mal der Prototyp einer gesichtslosen Band abgefeiert. Gesichtslos deshalb, weil hier Menschen am Werk sind, deren Ohren (was die aufmerksame Widmung ihrer Plattensammlung angeht) größer sind als ihr Songwriteresprit. Die neuen BEATLES, daß ich nicht lache. Denn 'Definitely Maybe' verdeutlicht nicht mal vielleicht, sondern definitiv, daß hier keine Einflüsse zu einem eigenen Stil verarbeitet wurden (das hat der Produzent nur versucht zu übertünchen), sondern richtiggehend geklaut, zitiert wird. Und zwar bei T.REX ('Bring It On Down' = 'Get It On') sowie SUEDE ('Slide Away' = 'Animal Nitrate') und anderem Konsortium. Gitarrensound, Rhythmus + Melodie, Gesangeinsatz, alles vollständig identisch. Kann ich mir ja gleich 'nen Sampler kaufen. Außerdem sollte es mich wundern, würden die in einem Jahr nicht wieder AUSSCHLIESSLICH Platten hören. Besser wär's allemal. Natürlich gibt es eine handvoll (vielleicht auch sogar noch ein paar mehr) wirklich grandioser britischer Bands. Die aber werden nie einen Titel haben. Ausnahmen bestätigen die Regel...Der Gescholtene
Ralf von der Kolk / Intro - Musik & so
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