Vorab möchte ich (Jahrgang 1965) erwähnen, daß ich mit dem Heavy Metal der 80er Jahre aufgewachsen bin. Als Anfang der 80er Bands wie Metallica, Manowar, Saxon, Maiden, Priest, Virgin Steele, Queensryche und viele andere ihre ersten Alben veröffentlichten,waren diese Alben (damals noch Vinyl) für uns Metal-Fans normal und wir liebten sie über alles. Erst heute, rund 30 Jahre später, wird vielen erst mal richtig bewusst, wie großartig und genial diese Musik im Vergleich zu heutigen Veröffentlichungen tatsächlich war. Selbst die oben genannten Gruppen - heute alle noch aktiv - schaffen es nicht oder kaum noch, auch nur annähernd die Klasse ihrer früheren Alben zu erreichen.
Hier jedoch kommt eine der wenigen Ausnahmen :
Jack Starr, Gründungsmitglied von Virgin Steele, der leider nach nur
2 Alben die Gruppe verließ, zeigt hier eindrucksvoll, daß es auch heute
noch möglich ist, guten, abwechsungsreichen und melodiösen HM zu spielen,
wie wir ihn aus den 80ern kennen.
Die Gruppe besteht aus den 3 Hauptmitgliedern
Jack Starr - Guitars
Tod Hall - Vocals
Ned Meloni - Bass
sowie diversen Gastmusikern. Laut Booklet saß Rhino bei fast allen Songs
am Schlagzeug, der ja mal kurz für Manowar (The Triumph of Steel)
getrommelt hat. Nun zu den Songs:
Zunächst kurze Anmerkung : Auf dem Booklet ist ein Fehler unterlaufen
und man hat die Songs 1 und 8 vertauscht. Die CD beginnt also mit dem
Titel Inquisitor, und nicht - wie angegeben - mit Ancient Ones.
Und das ist auch schon das Einzige, was an dem Album nicht richtig
geklappt hat !
01. Inquisitor : Grundsolider, hymnenhafter Opener im Mid-Tempo.
02. Once and Future King : Das erste Highlight ! Traumhaftes Chor-Intro !
Hier zeigt der neue Sänger Tod Hall, welch begnadeter Sänger er ist.
Super-Song.
03. Defiance : Der Titelsong. Wunderschönes, langsames Intro (mit Piano!)
man denkt schon, jetzt kommt eine Ballade. Doch der Track steigert
sich auch zu einem hymnenhaften Mid-Tempo-Mitsing-Song.
04. Day of the Reaper : Kein intro, geht direkt heavy (aber melodiös)los.
Auch im Midtempo gehalten.
05. Indian Nation : Intro mit Indianer-Gesang, Trommeln usw. sehr gut
gemacht. Tempo-Wechsel sind dabei, aber auch hier ist Midtempo
angesagt. Und wieder ein absolut starker Gesang.
06. Black Clouds of Thanos : Mit über 9 Minuten Länge der längste Song
des Albums. Toller Refrain und starkes Guitar-Solo von Altmeister
Jack Starr. Der Song wird trotz seiner Länge zu keiner Zeit
langweilig.
07. The King must die : schnellstes Stück des Albums.
Absolut hervorragend !
08. Ancient Ones : Wieder mittelschnell und melodiös.
09. Catch the Rainbow : Cover von Ritchie Blackmore`s Rainbow.
Ist recht gut geworden, wobei ich allgemein kein großer Freund von
Coverversionen bin, da ich keinen Coversong kenne, der besser als
das Original ist. Das trifft auch hier zu, obwohl nicht schlecht
gemacht. Bei der Qualität der anderen Songs hätte man es aber gar
nicht nötig gehabt, irgendwas zu covern.
10. The Beast inside : Langsamer, schwerer und düsterer Song.
11. Evil never sleeps - Live : Eine sehr gute Live-Aufnahme dieses
Burning Starr - Klassikers vom Album "No turning back" beendet
dieses hervorragende Album. Aufgenommen 2008 beim MagicCircleFestival
Fazit : Wer auf guten, abwechslungsreichen und vor allem melodiösen HM
der 80er steht, wird dieses Album zu schätzen wissen.
Sowas hört man als Neu-Veröffentlichung des Jahres 2009 nicht oft.
Alle Songs sind zudem sehr eingängig, ohne kommerziell oder
poppig zu wirken. Die Songs sind heavy, aber nicht agressiv.
Ausfälle oder Lückenfüller sind nicht zu verzeichnen.
Im Gegenteil : das ganze Album ist sehr angenehm zu hören, die Skip-Taste
des CD-Players braucht man nicht. Dazu kommt ein Sänger, der wirklich
eine geniale Simme hat und diese perfekt einzusetzen weiß.
Jack Starr hat in den letzen Jahren immer mal wieder sehr gute Alben
veröffentlicht. Insbesondere wäre da "No turning back" zu nennen,
aber auch seine erste Scheibe "Out of the Darkness", die er einfach
unter den Namen Jack Starr veröffentlicht hat.
Und trotz einiger Personalwechsel hat er es immer verstanden, wirklich
geniale Sänger für seine Alben zu verpflichten.
Auf "No turning back" war es Mike Tirelli, auf dem ersten Album der
geniale, leider viel zu früh verstorbene Rhett Forrester von Riot.
Jack Starr ist auch heute noch nicht so bekannt wie viele andere
Gruppen oder Gitarristen, obwohl er schon genau so lange dabei ist.
Das ändert sich jetzt eventuell:
Die aktuelle CD "Defiance" ist auf dem Label von MagicCircleMusic
erschienen, daß ja bekanntlich von Joey DeMaio gegründet wurde.
Neben Manowar selbst sind dort auch Holyhell, Feinstein, Rhapsody
und einige andere vertreten.
Vielleicht sorgt diese Plattform ja dafür, daß Jack Starr`s Burning Starr
bekannter wird und auch die Beachtung und den finanziellen Erfolg
für ihn und seine Musiker vergrößert.
Verdient hätte er es auf jeden Fall.