Mein Gott, warum musste der Kerl sich totsaufen? So ein begnadeter, sympathischer und integerer Musiker. Hat seinerzeit sogar das Angebot der Rolling Stones abgelehnt, Mick Taylor zu ersetzen, um unabhängig sein eigenes Ding durchziehen zu können.
Das 1987 nach fünfjähriger Pause erschienene "Defender" ist für mich eins von Gallaghers ganz großen Werken - mein Fave- Studioalbum von ihm. Insbesondere das Songwriting empfinde ich als ausgereifter als auf vielen seiner roheren Frühwerke. Der Rock steht gleichberechtigt neben den Bluesroots, aber ohne dass so straight geradeaus geballert wird wie z.B. auf Top Priority, welches mir persönlich zu bemüht und hektisch klang. Hier strömen Spielfreude, Energie, Virtuosität, Feeling und Erfahrung aus den Boxen. Garniert wird das ganze von Gallaghers typischen Texten über Kleinkriminelle, Verzweifelte und andere, die aus gutem Grund bluesig drauf sind.
Meine Anspieltipps sind das heavy rockende "Kickback City", das treibende "Loanshark Blues" und das groovige "I ain't no Saint". Kauftipp für Freunde von Rock und Blues!