An alle, die noch nach einem Album für den Sommer suchen: hier ist es! Was sich Def Jam in Kooperation mit Red Star Sounds und Tuff Gong da ausgedacht hat, ist schon echt Klasse. Auf "Def Jamaica" treffen die großen Def Jam Stars wie Juelz Santana, Method Man, Redman, Joe Budden, Cam'Ron, Scarface, Ghostface Killah, Dru Hill, One Twelve, Shawnna, DMX oder Jay-Z auf die Stars der Dancehall-Szene, wie z.B. Elephant Man, Beenie Man, Vybz Kartel, Wayne Wonder, Blak Twang, Sean Paul, Ms. Thing, Lexxus, Buju Banton und viele mehr. Geboten bekommt man einen karibischen Mix aus Hip Hop mit Dancehall, also genau das richtige für Liegestuhl, Strand oder Party.
Als tollen Einstand gibt es mit "Straight Off The Top" eine eher gediegene Nummer von Juelz Santana, Jim Jones, Wayne Marshall und Vybz Kartell, die zwar mit harten und rhythmischen Beats auffährt, mit dem Tempo jedoch in den unteren Regionen bleibt und man somit langsam an den Sound von "Def Jamaica" herangeführt wird. Hitsingle "Anything Goes" von Capone-N-Noreaga, Lexxus und Wayne Wonder ist dem eine oder anderen vielleicht noch ein Begriff. Auf großartige Weise werden hier schnellere Dancehall-Beats mit emotionalen Melodien kombinert, dazu gibt's Wayne Wonder tolle Stimme, CNN wie zu besten Zeiten und Lexxus für den jamaikanischen Flair. "Lyrical .44" hat auch schon so manchen Club gerockt. Und das kommt nicht von ungefähr. Straffe Basslines und freshe Hip Hop-Grooves treffen auf das alte Dream-Team Method Man & Redman, die echt großartig rappen, jedoch werden sie von den Marley Brüdern Stephen (der komischer Weise keine Credits bekommt) und Damian deutlich übertrumpft. "Na Na Na Na" von One Twelve hatte auf ihrem Album "Hot & Wet" ja schon einen gewaltigen Dancehall-Einfluss, der Remix hier wurde noch etwas rythmischer und feuriger gestaltet, noch dazu mit Lady Saw, Spragga Benz, Damian Marley und Buccaneer ausgestattet, was eine verdammt partytaugliche Mischung ergibt. Richtig lässig und mit karibischer Würze kommt "Sweetness" daher, das auch einiges an akustischen Instrumenten beinhaltet, daher sehr schön melodisch ist und man eine super Kombination in Form von Cam'Ron und Buju Banton geboten bekommt, die sich hervorragend verstehen und man dies auch zu spüren bekommt. Der kurze Ausflug von Scarface zu Def Jam wurde auch auf "Def Jamaica" gleich ausgenutzt und man hat den Lyricist aus Texas auch gleich hier mit draufgepackt. Was zunächst vielleicht etwas komisch erscheinen mag, wird mit "Murda" alle Kritiker verstummen lassen, denn der manchmal etwas behäbig wirkende Scarface erlebt auf dem Dancehall-Banger zusammen mit T.O.K. und Dru Hill so etwas wie einen zweiten Frühling und wirkt frisch wie einst in den Neunzigern. Absolutes Highlight von diesem Album ist eindeutig "Together". Anstatt großer Stars erlebt man hier die Altmeister der Jungle Brothers gemeinsam mit Black Ice, DYCR und La Bruja, die auf einem unglaublich guten Instrumental, das straffe und harte Beats mit einer traumhaft emotionalen Melodie, die echt unter die Haut geht, vereint und dazu noch die Raps und Gesänge besagter Künstler, wobei besonders der Refrain eine Wucht ist, auffahren, sodass es eine wahre Freude ist zuzuhören. Einen ungewöhnliche Kombination aus R'n'B und Dancehall findet man mit "Love Is On My Mind" von Sisqo, Shawnna und Baby Cham. Dieser ist jedoch nicht wirklich all zu berauschend, lediglich Sisqo's Refrain ist eine echte Granate. Nach einer kleinen Turntableism-Show der X-Ecutioners erreicht man die drei Bonus Tracks von "Def Jamaica". Den Anfang mach der etwas bekanntere "Dude" Remix von Beenie Man, Ms. Thing und Shawnna. Gute-Laune-Song ist wohl der einfachste Begriff, der trifft es jedoch auf den Punkt. Düster und hart, aber auch mit sehr freshen Sounds kommt "Top Shottas" von DMX, Sean Paul und Vegas um die Ecke, was zwar auch zu gefallen weiß, jedoch passt es irgendwie nicht so ganz in das doch eher fröhliche Gesamtkonzept. Das wäre schon eher wieder beim Dancehall Remix zu Jay-Z's "Frontin'" der Fall. Locker, frisch und einfach richtig klasse wirkt diese sommerliche Nummer, die man sich am Besten irgendwo draußen mit einem Cocktail anhört und einfach genießt.
"Def Jamaica" wurde wie bereits gesagt ein perfektes Album für den Sommer, das man sich komplett durchhören kann ohne skippen zu müssen. Man muss sicher für Dancehall etwas offen sein, doch die Kombination mit den bekannten Def Jam Rappern sollte auch einer breiten Masse gefallen. Wer also nach genau solch einer Platte sucht, die er mit in den Urlaub nehmen kann, oder einfach nach einem Soundtrack für die nächste Beachparty sucht, sollte hier unbedingt zugreifen.