Der junge 15-jährige Teenager Mike (John Moulder-Brown) bekommt nach seinem Schulabschluß eine Anstellung in einer Badeanstalt im Londoner East End. Mike ist ein ganz normaler Junge, langsam interessiert er sich auch für das andere Geschlecht, ist aber noch total unerfahren.
Seine etwa zehn Jahre ältere Arbeitskollegin Susan (Jane Asher) gefällt ihm deshalb auf Anhieb, die junge Frau hat viele Männerbekanntschaften, ist nebenbei verlobt und auch abgebrüht in Sachen Sex und Erotik.
Sie gibt dem naiven Youngster auch zu verstehen, dass er unter der Hand immer mal wieder etwas Trinkgeld bekommen kann, denn viele ältere Frauen schätzen es, wenn man sich ihnen mal ein bisschen sexuell gefällig erweist.
So macht auch Susan bei ihrer männlichen Kundschaft immer mal wieder etwas Taschengeld.
Überhaupt ist das Hallenbad ein Ort von mehr oder weniger offenen bis sehr versteckten Erotikschauplätzen.
Mikes ehemaliger Sportlehrer (Karl Michael Vogler) betatscht seine pupertären Schülerinnen dort immer mal wieder in sehr unangemessener Weise. Oder mollige Blondinen (Diane Dors), die auf junge Fußballer abfahren, versuchen dort mit den Angestellten ihre Phantasien auszuleben.
Susan gibt Mike zu verstehen, dass sie verlobt ist.
Mit ihrem Freund (Gerald Rowland) besucht sie das Rotlichtmilieu Londons, Mike verfolgt das Paar und sieht wie der Typ seine Herzensdame in ein Pornokino mitnimmt.
Mikes diverse weitere Annäherungsversuche bleiben immer erfolglos, die junge Frau spielt regelrecht mit Ihm, sie macht ihm mal vage Hoffung, lässt ihn aber im nächsten Moment sofort wieder abblitzen. Sie erwidert seine echte Zuneigung nicht, nimmt ihn überhaupt nicht ernst und stürzt ihn durch ihre immer mehr provokativere Art in ein pubertäres Gefühlschaos, denn irgendwie schmeichelt ihr sein unbeholfenes Werben....
Der Film "Deep End" eine deutsch-britische Co-Produktion des polnischen Regisseurs Jerzy Skolimowski ist nicht nur ein sehr ungewöhnlicher, düsterer Film. Einerseits ist der 1970 in München gedrehte "Coming-of-Age"-Streifen" typisch für seine Gattung, kann aber ganz nebenher auch auf interessante Weise das unbeschwerte Lebensgefühl der endenden Sechzigerjahre einfangen. Eine Zeit geprägt vom Umbruch der 68er und auch mittendrin in den Anfängen der sexuellen Aufklärung.
Trotz der englischer Thematik wurde "Deep End" größtenteils mit deutschen Geldern und deutschen Schauspielern in München gedreht und bietet neben Cat Stevens als Soundtrack auch ein Wiederhören der deutschen Kultband "Can".
Man kann daher diesen an "Blow up" erinnerenden Film als deutsche Filmperle ansehen und endlich hat die Bavaria Film International das heute leider fast schon vergessene Meisterwerk restauriert.
Ein an Atmosphäre großartig gelungener Film, die beiden jungen Hauptdarsteller John Moulder Brown und Jane Asher spielen phänomenal.
Und damit kein Zweifel an der Qualität aufkommt: Das ist einer der besten 10 deutschen Filmen aller Zeiten...der beste deutsch-britische sowieso.