...wie zum Beispiel "Horizons", "Don't Close Your Eyes" oder "Killing With A Smile". Wenn man die Scheibe mal nicht mit den anderen Outputs vergleicht, ist sie trotz allem ziemlich gut geworden, da man aber gerade bei Musik das Polaritätsdenken nicht weglassen kann, schneidet sie ein bisschen schwächer als die anderen Alben ab. Das hängt sicherlich auch mit der Produktion zusammen, die diesesmal wesentlich dreckiger, rauher aber auch natürlicher wirkt. Hierfür ist der neue Produzent Joe Barresi verantwortlich, denn Adam D. war leider verhindert. Das beste Beispiel sei hier die Bassdrum, die wesentlich "basslastiger" und dumpfer klingt.
Es wird deutlich klar, dass sie immer noch eher vom teschnichen Metal beeinflussten Metalcore spielen, allerdings konzentriert man sich doch mehr auf die härteren Einflüsse. Der Wiedererkennungswert bei den einzelnen Songs ist auch dementsprechend niedriger, als auf etwa "Horizons". Melodiebögen oder ganze Riffs bleiben erst bei mehrmaligem Hören im Kopf, was die Qualität und den Langzeitspass zwar steigert, aber auch die Abwechslung verringert. Denn auf den ersten Blick klingt erst mal 3/4 des Albums gleich, dass sei jedoch erst mal nicht negativ gemeint, da die Songs alle sehr gut sind, allerdings kein Vergleich mit vorherigen Alben. Gitarrenteschnich werden zum größten teil hardcorelastige Riffs gespielt, mit ordentlich vielen Powerchords. Abundzu kommt noch ein melodischeres Taping dazu. Jedoch merkt man nach 3 oder 4mal durchhören, wie abwechslungsreich das Album sein kann, wenn man keinen Vergleich zieht.
Der Aufbau des Album ist entsprechend gut gewählt. Mit "Samsara" folgt erst ein fast schon melancholisches Intro, das im Opener Doppelpack "Unrest" Und "Sleepwalker" mündet. Hier regieren gut gezielte Breakdowns und hardcorelastige, eher schnellere Riffs. Bei "Wreckage" gehen die Herren erst mal runter vom Gaspedal, denn es wirkt wesentlich grooviger. Ein etwas längeres Intro trennt hier sehr gut vom Opnerer-Bereich. Bei "Deadweight" setzt man auch wie beim Vorgänger eher auf Melodie und das Augenmerk sitzt schnur gerade auf dem Taping. Und dann kommt "Alone". Erster Gedanke: gleich, jeden Moment, müsste er Carrion brüllen oder? Denn von einem melancholisch angehauchtem, ruhigerem Song, konnte man diesmal auch nicht absehen. Würde besser zwischen Sleepwalker und Wreckage passen, wie beim Vorgänger-Album das eben erwähnte "Carrion", aber man kann ja nicht alles haben. Dieser Song ist ihnen durchweg mehr als gelungen, auch wenn man sich hier eher hohe Screams wünscht, anstatt tife Shouts und Fry-Screams. Ansonsten: bisher bester Song!
"Pressures" zeichnet sich durch die guten Leads und schnellen Bridges aus, besticht allerdings auch durch den treibenden, moshigen Breakdown. Leider geht der Song viel zu sehr unter hinter "Alone". "Deliver Me" ist ein kleines Meisterwerk in sich. Eine recht düstere Grundstimmung zu Beginn des Songs wird durch einen wunderschönen cleanen Part ungefähr ein wenig vor der Hälfte durchbrochen und mündet in einem genialen Breakdown, erinnert sehr an "Horizons" vom gleichnamigen Album. Für manche mag es vielleicht überzogen sein, hier so auf die ruhigeren Momente zu setzen, aber ich finde solche Meinungen auch übezogen *g*.
"Karma" ist meiner Meinung der durchschnittlichste Song des Albums. Setzt zwar mit einem schönen Groove zu Anfang gut ein und besitzt eine packende Hookline gegen Ende, aber das hat man bei so manch anderen Songs von Parkway Drive schon gehört. Doch durch diesen eher mittelmäßigen Songs kommt "Home Is For The Heartless" sehr zum Ausdruck. Eine Mischung aus Melancholie/Melodie, Groove und Härte, mit sehr schönen Mitsing/gröhl-Backgroundgesang. Vereinzelt auch mit cleanen Gesangsparts durchsetzt. "Hollow" ist eigentlich nur ein neu aufgenommener Track, der früher mal "Hollow Man" hieß. Parkway Drive-Kenner werden sich wahrscheinlich dran erinnern. Ansonsten gibts nicht viel zu sagen, denn meiner Meinung nach hätte man auch einen besseren Song wieder aufnehmen können. Mir gefällt die vorherige Version auch besser, da sie einfach roher und aggressiver klingt. Allerdins ist der Song alles andere als schlecht.
"Leviathan I" ist auch eher durchschnittlich, zu vorhersehbar und unüberraschent. Der letzte Song "Set To Destroy" haut das allerdings mehr als raus. Live wird der Song wohl ordentlich viele Circle-Pits aufbringen und auch die Tempowechsel zwischen dem sehr schnellen ersten Teil und dem Breakdown ist durchaus positiv und mit 1.34 zwar der kürzeste Song, jedoch auch der aggresivste.
Alles in allem: Das lange Warten auf das Album hat sich definitiv gelohnt. Es fehlen zwar Hymnen wie "The Sirens Song", "Boneyards" oder "Romance Is Dead", dafür hat man konsequent gute Songs die auf einem Niveau angesiedelt sind. Und das ist auch das positive gegenüber den alten Outputs: Man kann es in einem Stück durchhören, da die Songs eher im guten Bereich liegen, während bei den anderen Alben zwar immer Hammerbrecher drinnen waren, die die Songs auf "DeepBlue" locker in die Tasche stecken, jedoch auch immer einige Songs, die das Niveau lange nicht halten konnten.
Ich würde "Deep Blue" aber ungern 5 Sterne geben, sondern eher 4,5. Denn ganz unabhängig von den anderen Alben kann ich es nicht bewerten, denn irgendwie fehlt die Verspieltheit, dafür hat man eine sehr düstere Gesamtstimmung.