Sie sind ein komischer Haufen, British Sea Power aus Brighton. Vier junge Männer, die gerne in Uniformen auf die Bühne stehen und ihr Debüt-Album "The decline of British Sea Power" nennen, ihren Untergang also praktisch an den Anfang der Karriere stellen. Aber egal. Der Auftakt zur Platte finde ich noch nicht wirklich mitreissend, ganz schön mutig mit einem sperrigen "Men Together Today" einzusteigen. "Apologies to Insect Lives" erinnert mit seinen Drums ein wenig (ich betone: ein wenig) an Joy Division. Es tut sich jedenfalls eine kleine, melancholische Welt auf. Diese bleibt erhalten, manchmal melodiös, meistens sehr altmodisch. Irgendwie, ich komm nicht drum herum, höre ich ein wenig Echo and the Bunnymen, aber noch sehr viel mehr David Bowie heraus. Jenen aus der Periode Ende der Siebziger Jahre. Das hängt wohl sehr stark mit der Stimme des Leadsängers zusammen. Höhepunkt ist das fiebrige "Lately", eine zwölfminütige Hymne, die in ein organisiertes Geschrumme mündet. Kurzum: Eine gute Rockplatte, nicht überwältigend, aber gut. Ob sie ausserhalb Englands zu Kenntnis genommen wird? Sehr fraglich.