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4.0 von 5 Sternen
Spannende Dokumentation, 11. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Deckname Artischocke. Die geheimen Menschenversuche der CIA (Gebundene Ausgabe)
Das Buch „Deckname Artischocke" wurde von Egmont R. Koch und Michael Wech mit Unterstützung von Eric Olson verfasst.
Eric Olsons Vater, Frank Olson war Mitarbeiter des CIA , er starb im Jahre 1953 auf mysteriöse Weise beim Sturz aus dem Fenster eines New Yorker Hotels. Seine Tätigkeit für US Army und CIA war die eines Chemikers, er arbeitete für Abteilungen, deren Aufgaben die Erforschung chemischer und biologischer Kampfstoffe, z. B. Anthrax, war. Auch wurden Drogen zur Optimierung der Verhörmethoden von Kriegsgefangenen und Spionen entwickelt, womit Frank Olson persönlich allerdings zunächst nichts zu tun hatte.
Um in dieses Wissensgebiet der Kriegsführung einzudringen, bediente man sich nicht nur der Erkenntnisse, die in deutschen Konzentrationslagern gemacht wurden, man holte auch gleich einen Teil der betreffenden KZ-Ärzte(gegen Straffreiheit) in die US-amerikanischen Forschungszentren. Die dortigen Versuche knüpften an die menschenverachtenden Misshandlungen in deutschen Konzentrationslagern an. Opfer dieser Verbrechen wurden u.A. Gefängnisinsassen, deutsche Kriegsgefangene, DDR-Übersiedler, Waisenkinder(in Norwegen),und später auch US-Piloten, die aus koreanischer Gefangenschaft heimkehrten. Orte des Geschehens waren z.B. Camp Detrick/USA und Oberursel/BRD.
Durch die Konfrontation mit der praktischen Anwendung seiner Forschungsarbeit geriet Frank Olson in eine tiefe seelische Krise, er beabsichtigte, aus der Arbeit für CIA und Militär auszusteigen. Somit stellte er ein nicht zu berechnendes Sicherheitsrisiko dar.
Dem Sohn Eric Olson gelang bereits vor einigen Jahren der Nachweis, dass sein Vater in den letzten Tagen seines Lebens unter den Einfluss von LSD gesetzt wurde, um ausgehorcht zu werden. Bei der Exhumierung nach 40 Jahren kam es zu einer weiteren Überraschung...
Die Vermutung, dass hinter den Anthraxanschlägen des Herbstes 2001 ein Mitarbeiter der Nachfolgeorganisation des Chemischen Forschungszentrums der US-Armee (USAMRIID) stand, wird plausibel vermittelt. Die Autoren haben sehr gründliche Kleinarbeit geleistet, jede Aussage des Textes wurde mit einer Quellenangabe versehen, was ja bei jeder seriösen Dokumentation eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Die Quellen sind u.A. die National Security Archives in Washington und verschiedene namentlich genannte Historiker der US Army.
Die Dokumentation „Deckname Artischocke" ist sehr spannend geschrieben, so dass auch Leser, die ansonsten Belletristik bevorzugen, auf ihre Kosten kommen sollten.
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Erschreckend, 29. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Deckname Artischocke. Die geheimen Menschenversuche der CIA (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch straft all jene Lügen, die nicht glauben, dass es geheime Menschenversuche gibt, die von Regierungen, z. T. ohne Kenntnis der Probanden durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um LSD und Biowaffenexperimente, die denen der Nazis in nichts nachstanden. Die Amerikaner haben sogar Naziwissenschaftler für ihre Versuche rekrutiert und jenen Straffreiheit für die grausigen Experimente in den KZs zugestanden. Diese Doppelbödigkeit unserer Geschichte wird in diesem Buch sehr gut zum Ausdruck gebracht.
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4.0 von 5 Sternen
Erschreckende Betrachtungen, 29. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Deckname Artischocke. Die geheimen Menschenversuche der CIA (Gebundene Ausgabe)
Für Verschwörungstheoretiker ist dies Buch ein gefundenes Fressen, aber auch für kritischere Leserinnen und Leser mit einem gesunden historischen Interesse und gewissen geschichtswissenschaftlichen Grundlagen wirft es sehr unangenehme und erschreckende Fragen auf. Wer sich über die Ungleichbehandlung von Nordkorea und dem Irak in letzter Zeit wundert, der könnte nach der Lektüre des Buchs die Frage stellen, wann Herr Blix mal eine Tour durch die Vereinigten Staaten oder durch Großbritannien machen kann. Mit UNO-Mandat natürlich.
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