Bei 'The heart is deceitful...' handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Buches (in Deutschland als 'Jeremiah' erschienen) von J.T. Leroy, das für Schlagzeilen sorgte, da es die Lebensgeschichte des Autors erzählt... Bis sich herausstellte, das J. T. Leroy eine Kunstfigur ist und das Buch auch nicht geschrieben, sondern lediglich vermarktet hat.
Diese Tatsache ändert aber nichts daran, dass sowohl Vorlage als auch der Film ein Erlebnis sind. Aus der Sicht eines kleinen Jungen wird seine von Lieblosigkeit seitens der egomanischen Mutter und durch Mißbrauch geprägte Kindheit beschrieben. Dabei ist der Film aber niemals reisserisch oder respektlos, trotz aller Schrecken, die dem kleinen Jeremiah wiederfahren, gibt es auch Momente des Glücks und man sollte sich nicht durch die 'Altersfreigabe ab 18 Jahren' abschrecken lassen, da die Inszenierung doch ziemlich 'zuschauerschonend' ist und keinesfalls mit Blut, Sex und Metzeleien aufwartet.
Auffallend ist auch die buchnahe Verfilmung, Regiseurin Asia Argento hat sich wirklich in das Buch hineinvertieft und schafft es, die dort vorhandene Atmosphäre mit Hilfe von äußerst passend gewählten Schauspielern, Licht, surrealen Effekten (sprechende Holzkohlen!) und nicht zuletzt dank der interessanten Filmmusik wiederzugeben!
Die Vier-Sterne-Bewertung deshalb, weil der Film zu plötzlich endet und somit den gesamten Film verharmlost, da es im Buch noch um einiges schlimmer kommt. Die Mühe, das Ende des Buches umzusetzten, hätte sich die Regiseurin ruhig machen können...
Ich kann den Film insgesamt an all diejenigen weiterempfehlen, die sich für tragische Schicksale und Charakterstudien interessieren, dies ist keine leicht verdauliche Kost! Außerdem empfehle ich wärmstens die Lektüre des Buches 'Jeremiah', vor allem wegen des im Film fehlenden Endes!