Das österreichisch-norddeutsche Satirikerduo Christoph Grissemann und Dirk Stermann erzählt die Biographie des fiktiven Kaffeerösters Bruno A. Sauermann von Ende des 19. Jahrhunderts bis 1933. Der umtriebige Kaffeeunternehmer Sauermann erfindet nach kuriosen, aber erfolglosen Kaffeesorten endlich die "Debilenmilch" und wird damit reich und berühmt. Dabei handelt es sich um Milchkaffee, der seinen Namen von degenerierten Adligen bezieht, deren Samenspenden mit verkocht werden. Genauso kurios bis surreal ist der Rest der Handlung, die mit gut erfundenen Quellen belegt wird. Beispielsweise stirbt Sauermann nach einer Weltreise an "Klopfhoden". Den zweiten Teil des Buches bilden gut 40 ein- bis zweiseitige Reisebeschreibungen der Länder, die Grissemann und Sternmann auf Sauermanns Spuren besucht haben (wollen).
Das Buch ist ein Füllhorn an skurrilen Einfällen mit bemerkenswerter Gag-Dichte. In den Dialogen werden zahlreiche Dialekte sehr schön getroffen und auch die Reiseberichte sind äußert amüsant. Diese Elemente zusammen ergeben dennoch kein gut lesbares Buch, weil die Erzählweise im Stil einer Chronik die Charaktere wenig plastisch macht. Die Figuren dienen nur als Schablonen, die mit Gags gefüllt werden und daher leblos bleiben. Das ist schade, denn die vielen guten Ideen hätten einen großen dadaistischen Roman ergeben können.