"Death Kiss" ist die Geschichte der Familie Flannery, über der ein Fluch zu liegen scheint. Shannon, das jüngste Kind der nun schon vaterlosen Familie, war vor drei Jahren des Mordes an ihrem Mann angeklagt. Sie ist die Hauptfigur dieses Thrillers. Einer ihrer fünf Brüder ist spurlos verschwunden, der Erzeuger ihrer zur Adoption freigegebenen Tochter ebenfalls. Doch auch um Nate Santana, den sie als Tierpfleger ihrer kleinen Ranch eingestellt hat, rankt sich ein undurchsichtiges Geheimnis.
Dani, Shannons Tochter, wird entführt. Da sie im Internet nach ihren leiblichen Eltern suchte, liegt es für den Adoptivvater Travis Settler nahe, Shannon aufzusuchen, da er vermutet, daß sie und ihre Familie hinter der Entführung steckt. Doch des Rätsels Lösung ist weitaus mysteriöser...
Lisa Jackson bietet dem Leser in diesem Thriller einen recht großen Personenkreis an. Allein Shannons Familie bietet unheimlich viel Gesprächsstoff. Hinzu kommen Freunde, Ehepartner, Ex-Partner und eine weitere Familie des Ortes, die mit den Flannerys verbändelt ist. Jede Person wird auf eine ganz spezielle Art charakterisiert und über jede Person gibt es etwas Geheimnisvolles zu berichten. Das allein ist schon unheimlich spannend, doch durch Dani's Entführung erhält das Geschehen eine brisante Wendung. Hinzu kommt, daß es auf Shannon's Anwesen plötzlich einen Brand gibt, dem Brandstiftung nachgewiesen wird. Außerdem hat ihr irgendjemand die Kopie der Geburtsurkunde ihrer Tochter an die Veranda gepinnt. Dani's Entführung und die plötzlichen Brände und auch die Morde in Shannon's direkter Umgebung scheinen offensichtlich zusammenzuhängen. Aber wie?
Unheimlich verzwickt und kaum lösbar scheint dieser Fall. Dem Leser werden zwar etliche Personen als mögliche Täter angeboten, was einen beim Lesen dazu animiert, selbst logische Verbindungen zwischen den gebotenen Fakten zu knüpfen, doch es bleiben stets Zweifel. Das ist unheimlich nervenaufreibend.
Sehr spannend und interessant sind auch die Passagen, in denen man auf Dani und ihren Entführer stößt, der bis fast zum Ende des Thrillers namenlos bleibt. Hier hat Lisa Jackson es auch sehr gekonnt inszeniert, Parallelen zu agierenden Personen herzustellen, um den Täterkreis zu erweitern. Sie beschreibt sein Auto und seine Zigarettenmarke, erwähnt gleiches aber eben auch bei anderen Figuren. So erzeugt sie nicht nur bei Shannon und Travis, sondern auch beim Leser Mißtrauen, was den Thriller aber noch um einiges fesselnder gestaltet. Man weiß irgendwann gar nicht mehr, was man nun denken und wem man die grausamen Morde und Brände zumuten soll.
Der perfekt flüssige Schreibstil bestärkt einen nur darin, stets weiterzulesen, obwohl einen ja schon die Story ansich nicht mehr losläßt. Doch mehr als 600 Seiten sind so schnell nun auch wieder nicht zu schaffen. Leider. - Der Thriller packt einen jedoch schon mit dem Epilog, in dem eine rituelle Hinrichtung stattfindet, und er läßt einen bis zur allerletzten Seite nicht zur Ruhe kommen. Man hofft und bangt und ist doch immer wieder erschüttert, wenn ein weiterer grausiger Mord geschieht. Doch es soll ein Happy End geben, wenn auch nur ganz knapp.
Ich kann "Deathkiss" jedem Thriller-Fan nur wärmstens ans Herz legen. Mehr als 600 Seiten pure Spannung und nackte Angst, gepaart mit einem Hauch Erotik; schriftstellerisch perfekt umgesetzt - ja das sorgt für allerbeste Unterhaltung. Zudem ist der Thriller facettenreich, denn er spricht mehrere Themen an, die einen zum Nachdenken anregen. Von Anfang an breit gefächert, aber logisch aufgebaut und stets insich schlüssig - das begeistert eine Thriller-Leseratte ungemein. Von daher gibt es dicke fette 5 Sterne de Deluxe für dieses Werk...