Habe mich durch die Rezension von mshannes veranlaßt gesehen, hier mal was zu schreiben.
Grundsätzlich denke ich, daß nur jemand Musik beurteilen sollte, der auch ein Gefühl für eine gewisse Musikrichtung hat. Ich gehe auch nicht hin und beurteile irgendein Klassikteil, obwohl ich Klassik generell hasse.
Die neueste Scheibe von High On Fire ist das überzeugendste, was bisher abgeliefert wurde. Nachdem die alten Sleep-Scheiben und die ersten beiden High on Fire - Scheiben wirklich eine furchtbar produzierte Klangqualität hatten, was die Musik runterzog, aber Heavy-Doom-Feeling mit Trash-Einschlag aufkommen ließen, und nachdem Blessed Black Wings mainstreamiger und deutlich besser produziert war, aber irgendwie zu aalglatt rüberkam, hat Matt Pikes es nun geschafft, High on Fire eindeutig als eine der besten Doom-Trash-Kapellen zu positionieren. Es kommt zu keiner Sekunde Langeweile auf, jeder Track ist ein Knaller. Über Pikes Stimme kann man sagen, was man will, aber sie paßt zu der abgefuckten Musik. Schaut euch dazu mal ein paar Youtube-Videos von High on Fire an, in denen das Lebensgefühl gut rüberkommt (dauernd on the road und staubfressend!), dann hört euch Baghdad an, zieht euch das Video vom Relapse Contamination Festival 2003 rein, wo Pikes völlig bekifft spielt und hinterher irgendwas erzählt, was keiner versteht, und hört euch dann Turk von der neuen Scheibe an, dann taucht ihr ein in eine Welt und ein Lebensgefühl, das diese Musik ausmacht, beschreibt und unwiederbringlich musikalisch festhält.
Erst dann setzt euch hin und schreibt eine Kritik, aber bitte nicht vorher.