Der nimmermüde Roger Corman fabrizierte so einiges an berühmt-berüchtiger B-Ware, wobei sein
Death Race 2000 alias
Frankensteins Todesrennen einen gewissen Kultstatus ergatterte.
Angesiedelt ist die Geschichte in einer dystopischen Zukunft, in der alljährlich ein barbarisches Wettrennen ausgetragen wird, dessen Sieger vom Präsidenten geehrt wird. Mit dem Event lenkt man von der strengen autokratischen Struktur der Zukunfts-USA ab und hält das Volk bei Laune. Alles in allem also eine Variante von Stoffen wie
Rollerball, hier nur in der Cormanschen Sparvariante.
Bisheriger Champion ist der mehrfache Sieger Frankenstein (David Carradine). Doch es tritt harte Konkurrenz bei dem Rennen quer durch die USA an, bei dem immer ein Fahrer und ein Navigator im selben Wagen sitzen...
Um viel geht es bei
Frankensteins Todesrennen nicht, auch wenn die Rennstory gegen Ende noch zwangsläufig noch etwas mehr Tragweite bekommt, denn es geht hier auch um Rebellen, die gegen das fiese Regime kämpfen. Sonderlich stark sollte man die politische Tragweite von
Frankensteins Todesrennen aber nicht beurteilen, denn an einer Kritik an Gesellschaftsstrukturen ist der Corman-Film nicht interessiert, auch an der vorgegaukelten Medienschelte nicht. Bei besagtem Rennen gibt es nämlich Bonuspunkte für das Überfahren von Zivilisten, was
Frankensteins Todesrennen aber bei weitem nicht so politisch unkorrekt macht, wie es sich anhört. Außerdem kritisiert der Film dies (und die damit verbundene Sensation) vorgeblich, hat aber gerade aufgrund dieses Aspekts seinen Kultstatus erworben und damit Werbung gemacht.
Zudem schwankt der Film etwas zu sehr zwischen Trash und ernstgemeinter Action. Als spektakulärer Rennfilm ist
Frankensteins Todesrennen aber leider kaum zu gebrauchen, da man den Autoszenen mehr als deutlich ansieht, dass diese langsamer gedreht wurden und im Film im Zeitraffer zu sehen sind. Außerdem gibt es spektakuläre Crashs oder Stunts nur ganz selten zu sehen, für mehr wurde da bei Corman kein Geld locker gemacht.
Insofern ist
Frankensteins Todesrennen da am besten, wo er seinen Trash-Charme wirklich ausspielt. Machine Gun Joe Viterbo (Sylvester Stallone), der mit einer Tommygun um sich ballert und das Rennen einfach mal so im Namen des Hasses gewinnen will. Rebellen, die einen Wagen mit einem scheinbaren Tunnel in einen Abgrund schicken. Frankenstein, der unter seinen scheinbaren Verstümmelungen vollkommen intakt ist. Die schlecht getrickste Szene mit dem Umfahren des Krankenhauspersonals. Oder der „Handgrenade“-Joke": alles absurder, abstruser Quatsch, aber auf sehr erheiternde Weise.
David Carradine muss sein Gesicht auch nur gelegentlich zeigen, häufig steckt er mit dem Kopf in einer Ledermaske, aber macht seine Sache ganz gut. Daneben ist der junge Sylvester Stallone, der hier noch üben muss, aber immerhin eine prollige, negativ konnotierte Version seiner
Rocky-Rolle abliefert. Der Rest der Darsteller spielt dann eher so als habe Corman kurzerhand zusammengecastet, wen er finden konnte, was eventuell auch den Tatsachen entspricht.
Die Partybombe, als die
Frankensteins Todesrennen teilweise abgefeiert wird, ist hier leider nicht bei rausgekommen, aber dank diverser komischer Trash-Momente ist er doch ganz unterhaltsam, vor allem mit Bier und größerer Runde. Hätte man sich nicht an ernstgemeinter Action versucht und die pseudopolitischen Bezüge weggelassen, vielleicht wäre noch mehr Spaßpotential dabei rumgekommen.
--- Nils Bothmann (McClane)"