... ich bin ja auch einer!
Wer je über den Death Note- Manga gestolpert ist und von der Spannung, dem Detailreichtum, den überraschenden Wendungen der Geschichte, den hervorragenden Zeichnungen und den Charakteren begeistert war, für den liegt die Entscheidung, sich auch dieses Buch zuzulegen, logischerweise ganz nahe. Doch Vorsicht: wer mit dem Gedanken spielt, sich das Buch zu kaufen, sollte sich vorher fragen, was er erwartet.
Was er bekommt, ist dies:
ÄUSSERLICH ein Hardcoverbuch mit sehr schönem Cover und einem innenliegenden Transparentvorsatz, das L und Light zeigt ( sehr schöne Idee! ). Der Textteil ist in einer billig wirkenden Courier-Schrifttype verfaßt und liefert ein völlig unruhiges Schriftbild mit einem Satzspiegel, der den Umfang des Buches unnötigerweise ungefähr verdoppelt. Am oberen Rand ist eine Art Kalendarium zu sehen, das wie eine Art Countdown funktioniert und ganz nebenbei dem Buchschnitt von oben einen netten Effekt verleiht.
Damit hat es sich leider auch schon an positiven Aspekten.
INHALTLICH ist das Buch geradezu unterirdisch schlecht. Zunächst einmal wimmelt von Druckfehlern. Darüber hinaus ist die gesamte Geschichte in einem derartig platten ( Nach- )Erzählstil gehalten, daß es - mit Verlaub - jeder Sau graust. Im Nachhinein ist mir auch klar, warum sich - außer der Bezeichnung "M" niemand als Autor dafür verantwortlich zeigen wollte - und ein "echter" "M" hätte es ohnehin wesentlich besser gekonnt!
Alles, was die Stärken der Death Note-Serie ausgemacht hat, sucht man hier vergebens: keine Charakaterzeichnungen, nichts wird vertieft, alles bleibt oberflächlich, es werden keine Bilder beim Lesen wach, im Grunde genommen ist nach einigen Seiten sogar das Interesse erloschen, der Story zu folgen, weil man in sie gar nicht eintauchen kann.
Um fair zu bleiben, kann ich darauf hinweisen, daß der Schluß des Romans halbwegs gelungen ist. Bis man dort jedoch angekommen ist, hat man sich ganz schön gequält.
Ich will hier bewußt nicht auf den Inhalt eingehen, das haben andere schon getan. Hier ist auf den 300+ Seiten eine äußerst lieblose, geradezu plumpe Nacherzählung des 3. Films zwischen Buchdeckel gepreßt worden, daß der Gedanke an Geldschneiderei sich förmlich aufdrängt. Die Frage, die sich mir stellt: ist die deutsche Übersetzung so schlecht oder war es das Original schon? - Eins ist ( für mich ) jedenfalls sicher: dieses Machwerk ist nie und nimmer von Obata / Obba ( vom Cover mal abgesehen )!
Bitte nicht vergessen: ich bin selbst ein ausgesprochener Fan von ( fast ) allem, was Death Note ist, und ganz besonders von L. Dies war auch der Grund, warum ich als Komplettist das Buch unbedingt haben wollte. Aber je mehr man die Filme und die Mangas mag, desto mehr wird man hiervon enttäuscht sein. Ich werde das Buch lediglich aufgrund des schönen Covers behalten - dafür muß man es allerdings nicht neu kaufen.