Wissenswertes
Stil
Epic Doom Metal
Tendenzen
Black Sabbath, Solitude Aeturnus, sogar Spuren von Trouble
Label
Nuclear Blast
Anspiel-Tipps
Hammer Of Doom, House Of 1000 Voices, My Funeral Dreams
Die Band
Robert Lowe Vocals
Leif Edling Bass
Lars Johansson Lead Guitar
Mats Björkman Guitar
Jan Lindh Drums
Eindruck
Die Schweden Candlemass befinden sich im 25. Jahr ihres Bestehens.
Gegründet 1984 von Leif Edling, sind außer ihm nur noch Mats Björkman von der Besetzung dabei, die 1986 mit ihrem Debut "Epicus Doomicus Metallicus" gleich einen wahren Klassiker der Doom Szene zündeten. Mit dieser Scheibe wurde gar das komplette Doom-Genre auf ein neues Level gehoben.
Jahrelang durch den Gesang von Messiah Marcolin geprägt, wagte man vor 3 Jahren mit dem Album "King Of The Grey Island" und dem neuen amerikanischen Sänger Rob Lowe (auch bei Solitude Aeturnus tätig) einen Neuanfang. Hier ist nun die zweite Scheibe in dieser Besetzung. Außerdem wurde das 10. Studio-Album gemeinsam eingezimmert und nicht einfach nur per Soundfiles der Gesangs-Stimmen zurechtgeflickt. Diese gemeinsame Arbeit im Studio merkt man der Scheibe deutlich an.
Zum ersten Mal hat man das Gefühl, das hier der alleinige Songwriter Leif Edling die Songs nicht mehr an Messiah's Stimme angelegt hat (wie noch ab und zu auf dem Vorgänger Album).
Hier werden uns Power-Doom Stücke im Wechsel mit epischem Doom angeboten - das Ganze in Verbindung mit der wahrlich GROßEN Stimme von Mr. Lowe.
Er intoniert leidenschaftlich, leidet mit den Songs mit, singt kraftvoll, windet sich im Schmerz der Stücke - einer der besten Metal Sänger der Szene. Sein Stimmumfang, seine Sicherheit, auch bei schwierigen Passagen, dazu die von Edling großartigen Refrains - hört Euch mal "House of 1000 Voices" exemplarisch an.
Diese Leidenschaft wirkt wohl auch in Lars Johansson - wie er die Lead Gitarre spielt ist erwähnenswert, mit viel Gefühl, trägt er die Soli emotionsgeladen vor, sie basieren nicht auf endlosen Noten, sondern auf wahrem Ausdruck und eigenem Stil - Grandios.
Dazu kommt eine herrliche Produktion, klar und druckvoll, es ist wuchtig und fett (hört Euch den Gitarren-Sound an), transparent und strahlt im Sound eine schöne Wärme aus.
Das Songwriting selbst ist diesmal sehr abwechslungsreich gehalten, klingt frisch und trotzdem ist es ein eher klassisches Candlemass Album. Auch die Texte drehen sich um die klassischen Themen, wie Dämonen oder den Tod. Es gibt so gut wie keine Experimente, aber doch die eine oder andere Abwechslung.
Und so wird uns mächtig die Messe gelesen:
Es startet mit einer aggressiven Uptempo-Nummer "If I Ever Die" - welche in ihrer Schnelligkeit (für Candlemass Verhältnisse) an eine Nummer wie "Black Dwarf" vom vorletzten Album erinnert.
"House Of 1000 Voices" bedient die Anhänger des epischen Stoffes, dramatischer Songaufbau - epischer Stoff.
Und mit der Friedhofsatmosphäre von "Hammer Of Doom" hat man den heimlichen Hit der Scheibe, zunächst zähe Lava Riffs - eine Nummer, welche sehr stark an uralte BLACK SABBATH erinnert, jedoch absolut gekonnt dargeboten wird, mit wuchtigen, bedrohlichen Glockenschlägen garniert und angezogenem Tenpo im zweiten Teil - KLASSE.
Zum Ende des elegischen "Demon Of The Deep" erinnert man inklusive Hammond Orgel gar an TROUBLE zu Plastic Green Head Zeiten.
Bei "Clouds Of Dementia" gibt es sogar ein Blues-Rock Solo zu bewundern.
Zum Abschluss (bei der Digi-Pack gibt es noch einen kurzen "schnellen" Song - "Lucifer Rising") gibt es mit "My Funeral Dreams" noch eine Nummer in bester DIO-Manier.
So erschließt sich ein abwechslungsreiches und variables Album, immer interessant gehalten und ohne einzigen Ausfall! Die Arrangements scheinen wohl überlegt und sind zugänglich, ohne mit der Zeit zu verblassen. Nein, im Gegenteil, Stücke wie das oben erwähnte "House Of 1000 Voices" oder "My Funeral Dreams" wachsen mit jedem Durchlauf.
DEATH - textlich MAGIC - in hohem Maße DOOM - von vorne bis hinten
FAZIT
Die Predigt ist möglicherweise nicht die Meisterleistung der Band.
Dafür halte ich persönlich immer noch "Nightfall" - gerade in Dynamik und Stimmung. Aber diese CD ist wahrlich nicht weit davon entfernt - im Doom Genre sicherlich mit an der Spitze.