Wenn man an Rap aus Detroit denkt, so fallen einem sofort die Namen Eminem, D12, Obie Trice, J.Dilla, Slum Village oder Insane Clown Posse ein. Kaum einer interessiert sich für Royce da 5'9'' und seine D-Elite. Dabei ist Nickel Nine einer der besten MCs unserer Zeit und lässt vor Allem D12, die wohl schlechteste Rap-Crew aller Zeiten, verdammt alt aussehen. Nachdem Marshall Mathers sich entschieden hatte lieber 50 Cent anstatt Royce unter Vertrag zu nehmen, ging es bei diesem kommerziell deutlich bergab. Er verließ Sony in Richtung KOCH, was jedoch kein Fehler war. Hier hatte er das Recht ein Album nach seinen Wünschen zu produzieren und musste keine Vorgaben vom Label einhalten. Als Hauptproduzent hat er seinen Freund 6th July herangezogen, der das düstere Thema des Albums mit seinen Beats gut umsetzte. "Death Is Certain" beginnt gleich ziemlich hart mit "Regardless", das auch "freundliche" Grüße an Eminem enthält, denn Royce verwendete für die ersten Zeilen die selben Worte, wie Em bei "Lose Yourself" ("My arms are heavy, knees weak, palms are sweaty"), dazu dröhnt das Instrumental düster und böse aus den Boxen. Richtig genial ist "Throw Back". Der Beat hat eine klasse Melodie, die dem Ganzen richtig Energie verschafft, vor Allem im Hook. Dazu rappt Royce als gäbe es keinen Morgen. Das ist Hip Hop, wie er im Buche steht. Natürlich ließ es sich DJ Premier nicht nehmen, für seinen Homie einen Beat zu basteln. Wie man es von Primo kennt, wurde es eine Bombe. Das Instrumental von "Hip Hop" besteht aus einem kraftvollen Beat, Geigen und genialen Scratches im Hintergrund. Auch hier rhymt 5'9'' alles vernichtend nieder. Ab hier gibt es eine richtige Welle an starken Tracks. "T.O.D.A.Y." mit Ingrid Smalls ist ein richtig emotionaler Song. Begleitet von einem schönen Klavierstück rappt Royce über das Leben und was man daraus machen kann, der Refrain wird von ihm und Ingrid Smalls performt. Während er rappt singt sie im Background. Eine tolle Kombination und ein weiterer Smash des Albums. Für richtig Erfurcht sorgt der dramatische und düstere, durch Geigen unterlegte Beat von "I & Me", einer Selbstdarstellung von Royce ("I'm the truest MC"). Es wirkt vielleicht etwas eingebildet, doch ganz unrecht hat er mit diesen Lyrics nicht. Leider ist "Beef" der letzte richtig gute Song der Platte. Hier pumpt das Instrumental langsam und hart, wirkt durch die Gitarre und das Klavier im Hintergrund dennoch sehr dynamisch, einfach klasse. Auch Royce zeigt sich von seiner besten Seite. Wie gesagt, der Rest ist leider nicht sehr gut, was an den eher mauen Produktionen liegt. Lediglich "Bomb 1st" kann man sich ab und an noch geben. Da hätte sich Nickel Nine vielleicht doch ein paar Producer mehr zur Seite holen sollen. 6th July ist zwar für den ein oder anderen Hammer gut, liefert aber auch oft genug Durchschnittsware. Vom Flow und den Lyrics her kann Royce immer überzeugen und beweist erneut, dass er der King of Detroit ist. Bald dürfte er auch wieder dick im geschäft sein, denn sowohl Diddy als auch Nas wollen ihn auf ihren Labels Bad Boy Records bzw. The Jones Experience, wobei Nas die deutlich besseren Karten hat und der Deal für das neue Album "Street Hop" schon so gut wie unterschrieben ist. Bis Royce's neue Platte in den Läden steht dürfte jedoch noch mindestens ein halbes Jahr dahin streichen, weshalb sich Fans mit "Death Is Certain" die Zeit bis dahin etwas versüßen können.