Es ist schon witzig. Da veröffentlichen Weezer kontinuierlich Alben, mal gute, mal nicht ganz so gute und nie ist man so ganz zufrieden mit ihnen. Auf jedem Album seit ihrem Grünen finden sich...Querschläger. Ausreißer. Songs bei denen man sich denkt: hätte das wirklich sein müssen? Make Believe punktete mit emotionalen Texten und guten, intensiven "Emo"Rocksongs wie Hold Me oder Perfect Situation. Das Rote Album versprühte Spielfreude und Charme mit Prog-Elementen und dem Überhit Pork and Beans. Über Raditude hülle ich an dieser Stelle den Mantel des Schweigens, denn mit Hurley haben Weezer ihre Fans mehr als entschädigt. Gute und starke Rocksongs, kurzweilige Spielzeit und immer ein Fünkchen Melancholie, man wollte schon fast pinkertonsche blaugrüne Zeiten ausrufen, aber wieder schmälerten Songs das Gesamtbild. Das stumpfe Wheres my Sex und das uninspirierte Brave New World ließen einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Aber bei der kürzlich erschienenen Sammlung unveröffentlichter Songs, haben Weezer das getan, was man sich schon immer gewünscht hat. Cut the Crap. Zwar finden sich auf dem Album Songs die in fast 2 Jahrzehnten entstanden und aufgenommen worden sind, aber dennoch fügen sie sich fantastisch zusammen und nur Perlen wurden für die Sammlung verwendet. Das emotionale, punkige Everyone, die Youtube-Kollabo Turning Up The Radio oder der Rausschmeißer Outta Here. Alles großartige, typische Weezersongs. Und wem bei dem Text von Losing My Mind nicht das Herz gebrochen wird, der wurde von seiner Mama nie in den Arm genommen als Kind. Alles fügt sich schön zusammen und bei keinem Song will der Finger zur Skip-Taste wandern.
Ein tolles Geschenk an alle Fans. Besonders an die, die nicht nur lamentieren wie gut das früher war und wie schlecht das heute ist. Für Fans die froh sind, dass es Weezer noch gibt. Ich bin es jedenfalls sehr.