Nach dem insgesamt sehr harten und durchaus gutem Solo-Debüt, sowie nach einer anständigen, wenn auch nicht weltbewegenden EP ("Kill at Will") zur Überbrückung der Wartezeit, ist das der zweite Longplayer.
Auf "Kill at Will" haben Ice Cube und Sir Jinx schon ein bisschen geübt und hier hört man nun das sie auch ohne Public Enemy's Bombsquad auskommen können. Vieles haben die beiden selbst produziert und das auch sehr gut. Verstärkung holten sie sich aber auch wieder und zwar von den Boogiemen (DJ Bobcat, DJ Pooh und Rashad). Der Sound entfernt sich bereits sehr weit vom Debut, auch wenn gewisse Eastcoast-Wurzeln hier und da nochmal durch schimmern. Aber bei Tracks wie "My Summervacation" ist Ice Cube beim einem Westcoast typischen Sound angekommen.
Während der Arbeit an dieser Scheibe trat Ice Cube zum Islam über. Dies ist wohl der Grund, warum daraus eine Konzeptalbum wurde. Während die Death Side dort weiter macht, wo Cube beim Debut aufgehört hat, beinhaltet die Life Side vor allem seine neueren Blickpunkte. Letztere ist aber insgesamt die schwächere Seite, was die Produktion angeht.
Ich hatte mir die Scheibe aus England mitgebracht, wo ich eine Version fand auf der Black Korea und no Vaseline mit drauf waren (wurden beim deutschen Realese von der Scheibe genommen). Black Korea ist ein rassistischer Track der sich gegen asiatische Ladenbesitzer in den schwarzen Ghettos richtet und nicht besonders gut ist. No Vaseline wurde ursprünglich vom Album genommen, weil Ice Cubes Verse gegen NWA Manager Jerry Heller Äußerungen enthielten die man als antisemitisch auffassen kann. Bei diesem Track handelt es sich um einen der wohl hörenswertesten Diss-Tracks überhaupt. Ice Cube rechnet mit sämtlichen ex-Kollegen von NWA sehr detailiert ab (die hatten ihn vorher, insbesondere in "Real Niggaz" und "Message to B.A." gedisst).
Insgesamt ist diese scheibe ein ziemliches Hardcore-Funk Gewitter, das sich Leute die prä- G Funk Westcoast mögen sich nicht entgehen lassen sollten. Es gibt auf der Scheibe (ausser dem unnötigen Black Korea) kaum Durchhänger, allerdings vermisst auch die richtig großen Hits (die gibts auf dem Folgealbum zuhören).
Insgesammt liegt das Album eigentlich fast schon über 3 Sternen (mit 3 habe ich auch sein Debut und Niggaz 4 Life bewertet, die m.E. beide schlechter sind), 4 kann ich aber nicht vergeben, da ich es sonst mit Scheiben gleichsetzen würde die einfach noch ein Stück besser sind.