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Der Kanadier, der ein Jahr vor Elvis Presley das Licht der Welt erblickte, resümiert dabei sein künstlerisches Schaffen und sein privates Dasein mit einer Leichtigkeit, die man früher nicht von ihm kannte. Galt er in den Anfangstagen seiner Karriere als depressiver Schwarzseher, als "Gottvater der Düsternis", so findet er im Seniorenalter überraschend immer mehr zu einer gelassenen, fast heiteren Sicht der Dinge. Zu balladesken Sounds vom Synthie und der computerprogrammierten Beatbox feiert der Mann aus Montreal hier die Schönheit der Welt in all ihren Facetten. Seitdem er in den 90ern fünf Jahre in einem Zen-Zentrum verbrachte und sich den Beinamen Jikan (der Stille) erwarb, hat er offensichtlich Frieden mit sich selbst geschlossen, kann sich endlich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen.
So gesteht Leonard Norman Cohen etwa im Title-Track "Dear Heather", dass er heute die Faszination des anderen Geschlechts genießt, ohne von der eigenen Begierde permanent versklavt zu werden. "Go No More A-Roving", basierend auf einem Poem von Lord Byron, handelt ebenfalls von den Fleischeslüsten, über die der Geist am Ende dann aber doch siegt. In "There For You" denkt der Sprössling einer jüdischen Mittelklassefamilie ohne Wehmut an seine Vergangenheit zurück. Und "Because Of" schließlich ist eine überaus mutige Auseinandersetzung mit dem nahenden Tod, mit der eigenen Sterblichkeit.
Ein ums andere Mal lässt uns Cohen in poetischen Meditationen an seinem Erfahrungsschatz teilhaben. Ein Geschenk, das echte Fans mit Dankbarkeit entgegennehmen werden. -- Harald Kepler
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Das indifferente Röcheln Cohens passt zu "On That Day", einer Pianoballade über 9/11 noch ganz gut, spätestens beim Titeltrack "Dear Heather" wird der Hörer aber auf eine harte Probe gestellt, wenn Cohen die letzten zwei der 5 kurzen Textzeilen schliesslich endlos wiederholt und letztlich buchstabiert.
Textlich kann Cohen als Meister des poetischen Understatement sowieso fast niemand das Wasser reichen, doch diesmal blitzt auch die gern vergessene humoristische Seite des dunklen Barden durch. An die Standard-Synthesizer-Settings und das Muzak-Saxophon hat man sich mittlerweile ja auch schon gewöhnt. Und es ist nur dem Genie Leonard Cohens zuzuschreiben, dass aus all dem dennoch ein Kunstwerk geworden ist.
Einer der ganz Großen hat sich noch einmal (und hoffen wir für ihn und uns, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist) zurückgemeldet.
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