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Selbst ein Song, der bis auf die Stimme von Stuart Murdoch und akustische Gitarre heruntergestutzt wurde, wirkt eher quietschfidel als karg und melancholisch: "Piazza, New York Catcher" stellt seine Spekulationen über das Sexleben des Baseballstars im Stil eines traditionellen Folksongs dar, der wie ein Liebesbrief aus vergangenen Jahrhunderten klingt. Murdochs Texte können immer noch weltfremd sein, selbst wenn sie versuchen, dies auf keinen Fall zu sein -- "Step into my Office, Baby" ist der total misslungene Versuch eines Möchtegern-Romeos, es war auch kein besonderer Geistesblitz, "Tokyo" auf "Thin Lizzy-o" zu reimen -- aber Murdoch und Co. klingen frisch und sogar glücklich, dass sie wieder gemeinsam Musik machen können.
Ein Teil dieses Stimmungswandels geht sicher auf das Konto des Produzenten Trevor Horn, der den Sound der Band aufmotzt, ohne jedoch dem Bombast des Prog-Rock, für den er ja zeitweise berühmt war, auf den Leim zu gehen. Die langjährigen Fans, die die Band verehren, weil diese so zurückhaltend und schüchtern war, mögen entsetzt sein. Aber für alle anderen ist Dear Catastrophe Waitress ein willkommener Schritt in Richtung zu einer anscheinend glänzenden Zukunft. --Keith Moerer
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Für mich sind all diese Bedenken hinfällig. Erstens hat sich Trevor Horn wohltuend zurückgehalten bzw., um es positiv auszudrücken, die Seele der Band begriffen und kein Synthie-popalbum aus den Reglern sprudeln lassen.
Was konnte man von den Songs selbst erwarten? Eine Fortsetzung von "Fold your hands..."? Ein Album, dass zu seiner Zeit schon nur noch den kleinsten gemeinsamen Nenner darstellte, wenn man den Aussagen der Band glauben schenken möchte.
Nein, dieses Album lebt, da die Band auflebt. Es ist klar, dass einige Menschen verprellt werden. Aber darauf kann eine Band doch keine Rücksicht nehmen, wenn sie selbst glaubhaft bleiben möchte.
So ist dieses Album nur konsequent und es ist auch keinesfalls so, dass B&S nicht mehr das aufleben lassen, was sie 6 Jahre lang auszeichnete. Songs wie "Wrapped up in Books" oder "Lord Anthony" sind klassische Reminiszensen an die "alte" Zeit. Und zwar großartige!!
Das die Band eine viel breiteres Musikspektrum abdecken kann, konnte man über die letzten 2,3 Jahre während ihrer Livekonzerte erleben, wo sie neben Thin Lizzy oder Elvis Costello selbst Kraftwerk oder gar ABBA coverten. So sind Songs wie "Stay Loose" oder "I'm a cuckoo" nur folgerichtig.
Man darf gespannt sein, in welche Richtung die Band sich zukünftig entwickeln wird. Sie sind definitiv am Scheideweg. Offensichtlich führen beide Wege jedoch in die richtige Richtung.
Ein grossartiges Album!!
P.S.: Wer Belle vermisst (ich übrigens auch), dem sei ihr neues Soloalbum wärmstens zu empfehlen. Ebenfalls eine Perle der Popmusik.
1) Wie hört sich ein B & S - Album an, dass von Trevor Horn (WAS ? DER ? JA, DER !!!) produziert wurde ?
2) Wie kommen B & S ohne Isobel Campbell (unsere Bel !) klar ?
Die Antwort auf beide Fragen lautet m.E. zweimal: besser als befürchtet.
Seien wir doch mal ehrlich: Ein Album ohne schwache Songs gibts eigentlich nicht (Ausnahmen wie Rumours von Fleetwood Mac oder Bridge over troubled water von Simon & Garfunkel bestätigen die Regel). Auch die besten Alben von B & S haben zwei oder drei schwache Sachen. "Dear catastrophe waitress" fängt leider gleich mit einer ganz schwachen Nummer an, und bei "If she wants me" hört sich Stuart Lee Murdoch an, als wolle er sich um die freigewordene Stelle bei den Bee Gees bewerben. Aber es sind gute Sachen drauf: "Dear catastrophe waitress" braucht sich nicht hinter ihren besten Sachen zu verstecken (erinnert mich an "Stars of track and fields"), und auf "Asleep on a sunbeam" zeigt eine der Damen, dass nicht nur Isobel schön singen kann.
Sagen wir es mal so: Ohne die zwei Vorgeschichten um Horn und Isobel wäre es einfach das neue Album von B & S. Es gab schon bessere. Aber schlecht ist es nicht. Und es stimmt nicht, dass Horn (für den ich auch nichts übrig habe) B & S zu einer Hitparadencombo umfunktioniert hat. 4 Punkte. 5 gibts für die besten Alben von B & S.
Im Fall von Belle & Sebastian einige. Zumeist simple und eingängige Melodien werden so liebevoll arrangiert und... Lesen Sie weiter...
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