Alles, was hier geschrieben wurde, stimmt natürlich - es ist nicht befriedigend, drei Staffeln lang diesen selten nur vorhersehbaren Gewaltmarsch durch alles, was man bislang an Westernklischees kannte, mitgemacht zu haben, und dann am Ende mit leeren Händen dazustehen. Aber habe ich Deadwood deshalb auch nur ein Bisschen weniger genossen? Nein. Gegen Ende bin ich sogar mit Bullock (den ich bis dahin als einzigen der tragenden Charaktere blass fand, da er für meinen Geschmack zu glatt war) warm geworden.
Der Plot wirkt etwas fahriger als in den ersten beiden Staffeln - mehr Charaktere tauchen neu auf, ebenso verschwinden auch viele. Auch der ständige Wechsel zwischen persönlicher, städtisch-intriganter und territorial-politischer Handlung kommt bisweilen recht abrupt. Macht aber alles nichts - Deadwood ist immernoch der spannendste, unberechenbarste und humorig-dreckigste Ort im ganzen Westen und macht jede Minute Freude, Angst oder beides.
Kalt lässt es einen aber nie.
Insofern: Ja, das verfrühte Ende stößt übel auf (wie bei vielen anderen Serien auch - Firefly, Daybreak, Rome, Traveller, um nur einige zu nennen). Aber durch Strafbewertungen hier wird nur im Nachhinein der Eindruck erzeugt, die Serie sei es wirklich nicht wert gewesen, fortgesetzt zu werden. Bitte bewertet hier nur die Serie, so wie sie auf den DVDs vorhanden ist - und die Beschwerden schickt einfach an HBO (die legen es ja auch wirklich drauf an).