"Deadly Crossing" - ein neuer Direct-To-DVD-Seagal-Film also, in dessen Titel irgendeine Form von "dead" vorkommt. Soweit schonmal altbewährtes. Der berühmte blaue Sticker mit der "16" verheisst, dass es diesmal nicht mehr ganz so deftig zugeht, wie zuletzt bei "Born to Raise Hell". Und im Grunde genommen weiss man damit schon alles, was man über den Film wissen muss.
Was ich an "Deadly Crossing" angenehm fand und was bei diesem Genre nicht mehr selbstverständlich ist, waren seine USA-Settings, da er nicht im tiefsten Transsilvanien gedreht wurde, weil das Budget zu knapp war. Zum zweiten ist es keine One-Man-Show von Steven Seagal, es existieren noch einige andere Haupt- und Nebencharaktäre. Einige davon machen ihre Sache auch ganz gut. Die Story ist immerhin vorhanden, auch an diesem Punkt ist es mit der Selbstverständlichkeit nicht weit her. Bahnbrechend ist sie sicherlich nicht, aber darauf kommts auch nicht an, wenn man einen Seagal-Film sieht. Zumindest bewahrt sie vor endlos langen und völlig sinnlosen Schusswechseln, die handlungstechnisch überhaupt keinen Sinn ergeben.
Ein Punkt, der die Geister immer scheidet, ist Steven Seagal und seine schauspielerische Leistung. Seine Gegner stellen dazu eh keine Fragen und das wird sich durch diesen Film auch nicht ändern müssen - Mimik: Fehlanzeige. Für seine Fans ist für gewöhnlich die Frage wichtig, wie fit er gerade aussieht und ob seine Kampfszenen was hermachen. Zur Fitness kann man nur sagen, dass sie sich seit "Machete" und "Born to Raise Hell" nicht nennenswert verändert hat, auf mich wirkte er minimal schwerfälliger. Um in den Genuss guter Kampfszenen zu kommen, sollte man zu einem seiner älteren Werke greifen, da war seit "The Keeper" einfach nichts mehr dabei, leider. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass der Mann schwer auf die 60 zugeht - dass er die Filme allmählich an seine körperlichen Voraussetzugen anpassen muss, ist klar. Ob es überhaupt Sinn macht, wenn das prägendste Stilmittel eines Filmgenres auch noch wegbricht, lässt sich sicher endlos diskutieren, aber offensichtlich sind die Filme noch rentabel genug.
Unterm Strich ist "Deadly Crossing" wirklich nichts besonderes. Ich bereue allerdings auch nicht, ihn geliehen und gesehen zu haben.