Nachdem sie ja mit ihrer Zombie EP wesentlich an Härte, Tempo und Energie zugelegt haben, führen sie diesen Weg auf Dead Throne konsequent weiter. Die Eingängigkeit früherer Werke wird sehr zurückgeschraubt, die Melodien bedachter eingesetzt, verspielte Leads weichen düsteren, tiefen Melodiebögen. Die Breakdowns hauen, getreu dem neuen Motto, auch voll auf die Zwölf. Alles in Allem also schon eine gewisse Stiländerung zu älteren Alben, die man sicherlich der Zombie EP zuschreiben, die ja eher einem Experiment dienen sollte. Meiner Meinung nach steht ihnen dieser Stil sogar noch besser als der alte, denn ältere Werke waren mir meistens zu klischeemäßig. Es klang vieles sehr gezwungen, so, als müsste man jetzt nen zuckersüßen Cleangesang in den Refrain einbringen, der mit sehr viel Keyboard untermalt wird und von den Gitarren mit simplen Achtel Akkordgeschrammel begleitet wird. Zwar lassen sich sehr gute Ansätze auf beispielsweise "With Roots Above..." finden, die aber, wie ich finde, nicht konsequent durchgeführt wurden und im Endeffekt doch nur zum klassischen, mittlerweile eher langweiligen Metalcore führte. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag Metalcore, doch wie viele andere finde ich auch, dass dieses Genre sehr verbraucht wirkt und man unbedingt frischen Wind im Hause Metalcore braucht, da die großen Bands, wie Killswitch Engage, All That Remains, As I Lay Dying, usw. stagnieren. Es gibt da sicherlich auch Bands, wie Parkway Drive, August Burns Red oder Architects, die etwas Neues wagen. In solchen Bands sehe ich die Zukunft des Metalcore und zu solchen Bands gehörten The Devil Wears Prada "bis jetzt" nicht. Allerdings, das muss ich zugeben, finde ich, dass sie mit Dead Throne in die richtige Richtung gehen, auch wenn Dead Throne nicht perfekt ist und da noch einiges drin gewesen wäre.
So, nun mal zum Album: Wie schon erwähnt, steht die Härte und eine sehr düstere Gesamtstimmung im Vordergrund. Hier und da kommen einige melodische Leads, sowie "poppige" Refrains und Clean-Parts vor, allerdings werden solche Parts schnell von einem Breakdown, einigen Disharmonics oder einem Death-Riff durchbrochen. Der gutturale Gesang ist, meiner Meinung nach, gewöhnungsbedürftig. Ich finde, dass seine Screams sehr heiser und drucklos klingen und seine Growls zu hoch, man könnte hier eher von Shouten reden. Das wird Fans sicherlich nicht stören, jedoch finde ich nicht, dass Mike Hranica einer der besten Shouter ist. Positiv hervorheben möchte ich allerdings die Entwicklung des cleanen Gesangs. Er ist tiefer als in vorherigen Werken, was dem neuen Stil sehr gut tut. Der Gesang klingt so auch weniger kitschig und weniger aufgesetzt. Instrumental gibts erst einmal nichts zu meckern, auch wenn mir ein wenig zu viele Breakdowns gespielt werden und zu viel auf Powerchordsgeschrammel gesetzt wird, hier hätte man ein wenig variieren können. Allrdings wird das vom Schlagzeug ausgeglichen, dass eher untypisch für den Metalcore, nicht in Blastbeats und Double-Bass untergeht, sondern teilweise schon melodisch anstatt rhytmisch spielt.
Fazit: Mit Dead Throne sind The Devil Wears Prada auf dem richtigen Werk, ältere Fnas könnten es ihnen übel nehmen, da ich aber ihre älteren Werke eher beiläufig gehört hab und sie für zwischendurch ganz okay fand, mehr aber auch nicht, bin ich vom neuen Stil positiv überrascht. Auch wenn hier noch einiges mehr an Authentizität, Eingängigkeit und Kreativität drin gewesen wäre, will ich ihnen den guten Willen mal hoch anrechnen und 4 Sterne vergeben. Auf einer Skala von 0 bis 10 wäre es allerdings eine 7, da es zum Vergleich mit anderen Bands des Genres viel Schlechteres gibt, aber einige Bands es noch besser hinbekommen.