Wellton-Academy gilt in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als die beste Prepatory-School der USA und damit als DAS Sprungbrett in die universitäre Elfenbeinliga von Harvard, Yale und Princeton. Der Schulalltag ist dementsprechend reglementiert und eingeengt, die Schüler werden gesellschaftlich stromlinienförmig erzogen. Individualität ist nicht gefragt, geistiges Ausbrechen geradezu ein Anachronismus.
Als neuer Lehrer für englische Literatur und Poesie kommt John Keating (Robin Williams) an dieses Internat, vor Jahren selbst ein Absolvent der Academy. Er bricht mit den Konventionen, stellt seinen eigenen Lehrplan auf, erzieht seine Schüler zu Freidenkern und weckt ihre Liebe für die poetische Schönheit der literarischen Größen dieser Welt, Whitman, Shelley, Byron, Tennyson ...
Der Konflikt mit dem System ist vorprogrammiert, da Keating auf Gedeih und Verderb an seiner Philosophie festhält: "Only in their dreams can men be truely free. 'Twas alsways thus, and always thus will be ..."
Williams spielt seine vielleicht überragendste Rolle in diesem Film, der neben den - im englischsprachigen Original noch viel schöneren - literarischen Zungenschnalzern eine herzzereißende Geschichte über die Freiheit der Gedanken und bezaubend schöne Bilder mit dem Flair Neu-Englands in den 50ern aufs Zelluloid bannt. Dies ist ein Aufruf, vor den Mächtigen der Welt im Glauben an sich selbst nicht zu kapitulieren und eine verlorene Schlacht bedeutet noch lange nicht einen verlorenen Krieg. Großes Kino mit einem fantastischen Robin Williams, der - wenn auch zart schaumgebremst - im "Club der toten Dichter" (engl. "Dead Poets Society") seine überzeugendste Performance liefert.