Fernab vom Mainstream und des Hochglanz-"Torture Porn" à la "Hostel" findet man Graeme Whiflers Werk "Dead Next Door", dessen Originaltitel "Neighborhood Watch" wesentlich passender klingt, aber wohl marketingtechnisch nicht das Richtige gewesen ist. Hinter diesem Titel verbirgt sich ein richtig fieser Film, der zwar, was das Budget betrifft, nicht sonderlich viel zur Verfügung hatte, dafür aber mit seinem dreckigen und nihilistischen Charakter aufzufallen weiß. Die Story in ihrer Umsetzung überzeugt und kann mit richtig schrägen Einfällen und Charakteren punkten. Ob Regisseur Whifler wohl selber solche Nachbarn in seiner näheren Umgebung hatte oder er selber so einer ist, wird allerdings nicht beantwortet, aber irgendwoher muss er ja die Ideen gehabt haben, schließlich war er auch für das Drehbuch verantwortlich und dieses dürften nicht unbedingt als alltäglich bezeichnet werden. Dass hierbei manche Szenen mit einem tiefschwarzen Humor verfeinert wurden, ist eine dankenswerte Abwechslung von den ansonsten rohen und ekeligen Bildern, die auch abgehärteten Fans des Genres ein flaues Gefühl vermitteln können. Zwar wirken nicht alle Bereiche immer durchgehend gut durchdacht und nicht selten wird etwas unfreiwillige Komik durch stumpfsinnige Dialoge oder vorhandene Logiklöcher hervorgerufen, aber selbst dann dürfte das Lachen in den meisten Fällen dem Zuschauer im Halse stecken bleiben. Die fiesen Schweinereien, die der ungeliebte Nachbar für seine Opfer erdacht hat, übertreffen immer wieder die Schmerzgrenze und fangen verhältnismäßig harmlos an mit giftigem Efeu, gehen über vergiftete Pralinen, die den Film mit Körperflüssigkeiten würzen bis hin zu Amputationen.
Sehr gut agieren in diesem Ekelpaket von Film die Darsteller, allen voran natürlich Nick Searck als unbeliebter Nachbar, der nur seinen Ideologien folgt: Eine Welt bereinigt von Sex, Frauen und den Gottlosen. Whifler erschafft eine Atmosphäre, wie sie dreckiger und beklemmender nicht hätte sein können, gewürzt mit derben Effekten, also einen Film, den man so schnell nicht vergessen wird, und der richtig schön krank inszeniert wurde. Dabei sollte er wirklich nur von Freunden der härteren Gangart bevorzugt konsumiert werden. Der "normalen" Zuschauer sollte besser die Finger von dieser kleinen Perle des Unerträglichen lassen.