Wer Lifeforms und I.S.D.N. von Future Sound of London kennt, kennt FSOL... FALSCH! Mit Dead Cities beweisen FSOL einmal mehr, welche musikalischen Stilrichtungen sie beherrschen... die CD an sich ist wie das Konzept von FSOL... beginnt man das Reinhören mit "Herd Killing", hört man den harten Sound of London mit trashigen Lo-Fi Beats... beginnt man mit "Dead Cities", erhält man einen düsteren Endzeit-Track, welcher sich aus schrillen Blips und Bleeps, einer finsteren Synthbass-Fläche, sphärischen Perkussionssounds und einer seufzenden Flötenloop zusammensetzt... dann folgt "Her Face Forms in Summertime" - wundervoll.. das Meer, in angenehme Wellen visualisiert durch Rauschen und hohen windspielartigen Klängen... dazu eine chillig-warme Gitarre... der Track an sich ist schon Grund, dieses Album seiner Ambient-Sammlung hinzuzufügen... sobald das Meeresgefühl verstrichen ist, folgt "We Have Explosive" von der gleichnamigen Maxi-Single... und beginnt wieder dort, wo Track 1 aufgehört hat... bei knallharten distorted Beats mit Synth-Gekreische und Run DMC-Yells... danach wieder ein durch unendlich hallende Flötensounds gezeichneter Übergang... in eine sanfte Frauenstimme, welche durch Überlagerung einen breiten Chor erzeugt... so setzt sich das Album weiter durch... einmal hart, dann wieder sanft und entspannt... von Improvisationen auf dem Klavier bis zum recycleten Vangelis-Frauengesang aus "Rachaels Song" des Bladerunner OST... von ethnischen Flötensounds zu minimalistischen Synth-Lead-Arpeggios... FSOL sind die wahren Meister des Sampling... meine Empfehlung: unbedingt einmal durchhören... wie schon bei I.S.D.N. schafft FSOL ein Gesamtbild... welches zwar manchmal sehr gewöhnungsbedürftig ist... aber mit der Zeit nicht mehr aus dem Kopf verschwindet.