Wir konsumieren Nespresso seit 2005. Zuerst hatten wir eine kleine Krupps (noch ohne automatische Abschaltung), seit 06/ 2007 haben wir ein kleine Delonghi mit automatischer Abschaltung. Klein bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Maschine nur Espresso oder Lungo zubereitet, jedoch keine Kaffee-Milch-Mischgetränke.
Seit einer Woche nun steht die Latissima Premium in unserer Küche.
Die älteren Geräte sind nicht etwa kaputt - wir haben sie im Familienkreis weiter gegeben. Alle unsere früheren Geräte funktionieren nach wie vor einwandfrei.
Schnell noch ein Wort zum Nespresso-System: Toll ist, dass je nach Tageslaune eine andere Espresso- oder Lungo-Sorte gewählt werden kann. So nehme ich zum Frühstück einen anderen Geschmack wie zum Mittagessen und Gästen am Abend können wir einen Decoffeinato anbieten. Vollautomaten sind da üblicherweise etwas begrenzter - die Bohne die im Behälter ist, muss verbraucht werden. Auch ist die frische der Ware bei kleinem Verbrauch nicht immer gewährleistet. Nespressokapseln sind bis zum Konsum ideal verpackt.
Anders sieht es mit dem Umweltgedanken aus. Aluminium ist ein teurer und aufwändig herzustellender Rohstoff. Das Recycling ist nicht überall möglich, auch wenn Nespresso schreibt, man solle die Verpackung zum Gelben Punkt geben.
Die Latissima Premium unterscheidet sich durch einige Details von den bisherigen Latissima Modellen: Komplett im Edelstahl-Design, einstellbare Abschaltautomatik (kein Stromverbrauch, vollständige Netztrennung), Milchtaste, Entkalkungsanzeige, Wasserstandsanzeige per LED, Befüllung Kapselbehälter per LED. Optik und einige der Funktionen waren uns den Mehrpreis wert.
Die Bedienungsanleitung führt gut durch den 'Aufstellprozess'.
Aufgrund der guten Zugänglichkeit zu Wassertank und Netzschalter benötigt die Latissima kaum mehr Platz wie unsere kleine Delonghi.
Gut: Entweder der Milchtank oder die Heisswasserdüse ist angesteckt. Je nachdem sind dann auch nur die verfügbaren Getränketasten mit einem 'Lichtkreis' gekennzeichnet. Wenn die Heisswasserdüse angesteckt, kann die Taste für Late Macchiato nicht ausgelöst werden.
In einer früheren Rezension wurde bemängelt, dass die Tasten nicht durchleuchtet und somit besser erkennbar sind. Die Tasten sind nach meiner Ansicht gut lesbar beschriftet. Ausserdem weiß der Eigentümer nach einigen Tagen, dass links die Milchtasten und rechts die Wassertasten sind, dass oben lang (Lungo und Latte Macchiato), in der Mitte kurz (Espresso, Cappuchino) und unten pur (heisses Wasser und heisse Milch) kommt. Ok, durchleuchtet wäre hübscher - als wesentliche Einschränkung betrachte ich es nicht.
Auch das fehlen des Standby wurde bemängelt. Gerade das finde ich positiv. Nach Ablauf von wählbaren 30 oder 120 Minuten schaltet das Gerät vollständig aus. Der Schalter befindet sich (von vorn betrachtet) rechts hinten und ist sehr gut zu finden. Aber ob lieber Standby oder Netztrennung besser ist, das liegt wohl im Auge des Betrachters.
Der Milchvorrat reicht für drei voreingestellte Portionen (zu je 150 ml). Danach muss der Tank abgenommen werden um ihn befüllen zu können. Das Volumen des Milchtanks kann schnell zum Engpassfaktor werden - hier hätte ich mir auch eine Befüllungsmöglichkeit bei angebautem Milchtank gewünscht. Praktisch hingegen ist, dass der komplette Tank einfach abgenommen und in den Kühlschrank gestellt werden kann. Die Reinigung erfolgt in der Spülmaschine ganz unkompliziert.
Praktisch ist auch die einfache Art der Zwischenreinigung (damit Milchreste nicht verkleben). Eine Reinigungstaste am Milchbehälter wird gedrückt und festgehalten und nach ca. 10 Sekunden ist die Düse sauber. Aber Vorsicht: Kurz nach der Reinigung ist die Düse sehr heiss.
Die Handhabung insgesamt finde ich sehr gelungen und unaufgeregt, weshalb ich hier auch nicht weiter im Detail darauf eingehe. Wesentlichster Unterschied zu einem Vollautomaten: Es reicht bei der Latissima nicht, nur ein Knöpfchen für die nächste Portion zu drücken, es muss auch die Kapsel eingeworfen werden. Für einen Nespresso-Fan ist das nicht der Rede wert, für einen "Wechsler" sei es der Vollständigkeit halber erwähnt. Die beheizte Platte zur Vorwärmung der Tassen gehört bei einem Gerät dieser Preisklasse dazu.
Allerdings - und das ist ein großer Wehrmutstropfen für mich - ist die Crema eines Espresso nicht ganz so feinporig und fest, wie bei meiner bisherigen Nespressomaschine. Sicher immer noch besser als bei den meisten Vollautomaten - aber leider nicht mehr so ausgezeichnet, wie bisher.
Die Maschine hilft ihnen sicherlich dabei ein noch perfekterer Gastgeber zu sein. Neben Espresso und Lungo gibt es Macchiato sowie heisse Schokolade und auch Tee. Auch aus Familiensicht ist sie ideal.
Nur beim Espressoliebhaber reicht es nicht zum absoluten Spitzenplatz.
Wegen Styling, Funktionalität und "Gesamtperformance" insgesamt doch noch 4 Sterne.
Ach ja, im Paket ist neben 16 verschiedenen Kapseln (Espressi und Lungi) auch eine Nespresso-Tasse (siehe TV-Werbung) und ein Macchiato-Glas enthalten.
Und allen Nespresso-Neulingen sei gesagt: Die Kapseln gibt es nur in den Nespresso-Boutiquen oder im Versand. Der Versand dauerte in den vergangenen 4 Jahren aber nie länger als 48 Stunden. Und das Bestellen ist per Telefon oder per Internet (sehr komfortabel) möglich.
Ergänzung Februar 2012:
Nach einigen Monaten ergänze ich hier meine Rezension.
Die Lattissima ist bei uns nicht mehr in Gebrauch. Die Probleme mit der Maschine haben uns den Spaß am nach wie vor sehr guten Espresso/ Kaffee genommen. Die Machine wurde undicht - nach fast jedem Espresso war Aufwischen angesagt. Der Milchschäumer hat nach und nach weniger gut funktioniert. Die Wasserstandsanzeige zeigt den Leerstand nicht mehr an und die Entkalkungsanzeige erinnerte mal nach 30 Tassen, mal nach 100 Tassen und mal nach über 300 Tassen - nicht nachvollziehbar. Natürlich wäre der Gang zum lokalen Händler möglich gewesen. Nur irgendwann hatten wir auf Saubermachen und Einpacken keine Lust mehr.
Vielleicht ein "Montagsgerät". Allerdings gibt es hier deutlich mehr unzufriedene Rezensionen als z.B. bei
Krups XN 3015 Nespresso Pixie Electric Titan mit Milchaufschäumer Aeroccino3. Auf diese Maschine haben wir schlussendlich gewechselt und sind auch nach mehreren Monaten zufrieden. Der Espresso ist wieder wie gewohnt und das Aeroccino ist aus unserer Sicht deutlich einfacher bezüglich Reinigung.
Die Kaufempfehlung können wir nach reiflicher Überlegung für die Lattissima nicht mehr aussprechen. Natürlich gibt es auch andere Erfahrungen und der Geschmack des Kaffees hat uns wieder zu Nespresso greifen lassen.
Die oben in der Rezension erwähnten "alten" Essenza-Maschinen sind nach wie vor im Einsatz und tun auch nach 8 bzw. 6 Jahren klaglos ihren Dienst.