Seit 3 Monaten sind wir nun stolze Besitzer einer Delonghi Esam 5500 und können nun auch einen Bericht zu diesem Allrounder abgeben. Erfahrungen mit Kaffeevollautomaten hatten wir nur mit einer inzwischen fast 9 Jahre alten Jura S 90. Das es wahrscheinlich keine Jura mehr werden sollte, war fast klar, denn inzwischen hatten wir über die Hälfte des ehemaligen Anschaffungspreises in Reparaturen gesteckt. Nach wochenlangen Lesen von Bewertungen über die verschiedensten Automaten in den verschiedensten Foren haben wir uns für eine Delonghi entschlossen. Diese Maschine sieht super aus, ist nicht zu groß und klobig.
Die Funktionen und Merkmale, die uns am besten gefallen:
1. Design der Esam 5500 kann jederzeit mit einer Jura mithalten, was wir nicht von jeder Delonghi sagen könnten. Aber allein das wäre für uns nicht ausschlaggebend gewesen. Denn was hilft es eine wunderschöne Maschine zu besitzen, die aber in regelmäßigen Abständen (wie wir auch aus verschiedenen Foren wissen, ist das bei Jura oft der Fall) zur Reparatur muss. Diese hat beides: ein ansprechendes Design und ein gutes Preis/Leistungsverhältnis!
2. Bedienung ist leicht, trotzdem haben wir sorgfältig die ausführliche Anleitung gelesen. Mit den Tassengrößen muss man sich erst anfreunden, denn die Italiener trinken ja nicht aus Humpen. Wir haben unseren Frühstückskaffee auf mein Kaffee gespeichert. Da wird unsere Tasse fast voll. Super ist, dass man per Knopfdruck am Drehregler die Stärke, sprich das Aroma des Kaffees einstellen kann. Bei uns trinkt jetzt jeder so, wie es ihm selbst am besten schmeckt. Stark, normal usw.
3. Kaffeebohnenbehälter und Wassertank völlig ausreichend. Wir kaufen ausschließlich italienische Bohnen, aber das ist Geschmackssache. Über den Filter, den man angeblich einbauen kann, können wir nichts sagen. Wir verwenden schon lange den Britta Wasserfilter (wurde uns von einer Fachwerkstatt empfohlen, nach dem unsere Jura mal wieder zur Reparatur war).
Das Leeren des Tresters ist einfach. Uns ist aufgefallen, dass in der Abtropfschale viel weniger Wasser ist als bei der Jura. Woran das liegt, wissen wir nicht. Den Aufheizvorgang und Spülgang lassen wir immer in einen Becher laufen.
4. Man kann die Maschine natürlich auch auf eine bestimmte Zeit programmieren, zu der sie betriebsbereit sein soll. Wenn man früh um 6 Kaffee haben möchte, kann's dann auch gleich losgehen. Nicht erst noch Spülen, wie es bei der Jura war. Ausschaltzeit bis zu 3 Stunden wählbar.
5. Zu den Punkt gemahlenen Kaffee können wir nichts sagen, haben wir schon bei der Jura nicht genutzt. Für uns völlig überflüssig. Aber für koffeinfreie Kaffeetrinker vielleicht interessant.
6. Nun zu unseren Lieblingsgetränken: Cappuccino und Latte macciato!
Ein Milchbehälter wird mitgeliefert. Mit kalter H-Milch befüllen, andocken, Taste Cappuccino drücken, fertig. Der Milchschaum ist einfach klasse, Milchschaummenge lässt sich nach Tassengrößen programmieren. Wir verwenden H-Milch mit einem hohen Eiweißgehalt und 1,5 % Fettgehhalt.
Für Latte gibt es einen Schieberegler am Milchbehälter, dann kann man erst mal Milch rauslassen, dann den Regler rausziehen für Schaum, dann Knopf drücken für Espresso, fertig! Milchbehälter hat einen Knopf zum Spülen der Leitung, sehr hygienisch, dann wieder in den Kühlschrank. Wenn wir da an unsere Jura denken, ein Aufwand für einen Cappuccino, bis die richtige Konsistenz vom Schaum erreicht war, dann die Spülerei danach, wir haben die letzten Jahre ganz darauf verzichtet. Hier kinderleicht, kein Verrutschen der Tasse, und schmeckt 1a. Immer wieder kann man lesen, dass die Auslaufhöhe zu niedrig ist. Stimmt, unsere Latte Gläser von Leonardo waren zu hoch, man musste das Glas immer schief halten. Wir haben uns einfach andere Gläser zugelegt. Von Rastal für 7,95 im 3 er Pack, schön und passen perfekt.
Noch ein Wort zum Espresso: Es wird ja immer wieder behauptet, ein Vollautomat macht keinen so guten Espresso, dazu wäre eine Siebträgermaschine besser geeignet. Das mag sein, uns schmeckt aber auch des Espresso aus dieser Maschine.
7. Rausnehmen und Reinigen der Brüheinheit, was einmal im Monat gemacht werden sollte, wer mag kann ja öfter, je nach Kaffeebezug. Auch das ein Kinderspiel, ohne Probleme. Man hat halt das Gefühl das alles hygienisch sauber ist.
Entkalkt haben wir auch schon, klappt prima.
8. Der Vollständigkeit halber noch erwähnt: Heißwasserbezug möglich und einstellbar. Natürlich auch doppelter Kaffeebezug möglich.
In den letzten Wochen haben sich viele "Testtrinker" bei uns davon überzeugen wollen, ob unsere Begeisterung über diese Maschine gerechtfertigt ist. Und ja, alle waren sich einig: Hier stimmt alles. Unser H-Milchverbrauch ist dadurch sprunghaft gestiegen.
Zu der Garantiezeit möchten wir noch anmerken. 3 Jahre oder 5000 Tassen, ja, die 5000 Tassen werden bei uns auch vor Ablauf der 3 Jahre getrunken sein. Und wenn die Maschine dann mal zur Reparatur muss, naja, nur an der Marke Delonghi kann's dann auch nicht liegen, denn mit unserer Jura hatten wir trotz regelmäßiger Reinigung, Entkalkung und Wartung immer wieder Probleme.
Wir hoffen, unsere Erfahrungen konnten die Kaufentscheidung erleichtern. Natürlich wird es Besitzer von Delonghi Vollautomaten geben, die nicht zufrieden sind. So wie es bestimmt Kunden gibt, die jetzt sagen, dass kann meine Krups, Siemens usw. auch. Aber leider kann man nicht alle Automaten zuhause ausprobieren und dann entscheiden, was man kauft. Da es doch eine größere Ausgabe ist, die Auswahl am Markt groß ist, muss man sich letztlich auf die Meinungen anderer verlassen und irgendwann entscheiden, was will man und zu welchen Preis.
Absolute Kaufempfehlung und alle Sterne für diese Maschine!