So, ich habe die EC820 Espressomaschine nun seit 6 Monaten und war bisher sehr zufrieden. Der Kaffee ist exzellent (mit Lavazza) und das Aufschäumen funktioniert perfekt. Die Maschine ist ideal, wenn man ,wie ich, nur gelegentlich Kaffee benötigt. Wenn allerdings mehr als 2-3 Personen gleichzeitig einen Cappucino möchten, dann muss man planen: Erst den Kaffee, dann aufschäumen. Wenn der Dampferzeuger genutzt wird, ist die Maschine kontrolliert überhitzt, und man kann danach nicht wieder sofort Kaffee brühen. Entweder man wartet, bis sich die Maschine wieder auf die Brühtemperatur abgekühlt hat, oder man schaltet den Heisswasserhahn (für Tee) auf, und lässt solange "Dampf ab" bis die Temperatur passt. Das dauert nur ca. 30 Sek und verbraucht max. ein halbe Tasse Wasser. Man merkt die Überhitzung an den doppelt blinkenden LEDs und daran ,dass die Maschine nicht reagiert. Was dann zu tun ist, ist leider nicht in der Anleitung beschrieben. Also: abkühlen lassen oder wie beschrieben aktiv kühlen.
Was man immer machen sollte ist: (1) nach dem Aufschäumen die Dampfdüse mit Dampf frei blasen. Man kann (nein muss)nach Gebrauch den Aufschäumer leicht (durch kurzes Drehen) abnehmen (der äußere Zylinder und die innere Düse) und mit Wasser reinigen. Wenn man das nicht macht, kann die Düse durch die Milch verstopfen, und dann baut sich beim nächsten Aufschäumen in den Leitungen ein hoher Druck auf. Die Demontage und Reinigung des Aufschäumers ist leider in der Betriebsanleitung nicht beschrieben.
Man sollte nie mehr als die genannten Mengen Kaffee in die Siebe geben. Schon eine geringe Menge zu viel führt dazu, dass die Maschine zunächst kaum Kaffee brüht. Stattdessen baut sich intern ein hoher Druck in den Leitungen auf. Wenn also kein Kaffee kommt, dann sofort ausschalten und etwas Pulver aus dem Sieb entfernen !!!
Warum sage ich das alles: Weil die Maschine einen Konstruktionsfehler besitzt !!!!!!
Von der Pumpe wird über Teflonschläuche das Wasser oder der Dampf zum Brühkopf und dem Aufschäumer geleitet. Auf dem Brühkopf befindet sich ein Y-förmiger Verbinder/Verteiler aus schwarzem Kunststoff. In diesen führen ein weisser Teflonschlauch als Zulauf und einer zum Schaumerzeuger. Da haben die Konstrukteure wohl Mist gebaut, denn dieses Teil hält dem 15 bar Druck der Pumpe nicht stand, insbesondere wenn man versehentlich zuviel Pulver genommen hat, oder wenn die Schaumdüse verstopft. Was passiert: die Maschine wird undicht, und es wird Wasser ins innere geblasen. Noch hat es keinen Kurzschluss gegeben und noch habe ich keinen Stromschlag erhalten, das könnte aber passieren wenn man den metallenen Brühkopf berührt währen sich das innere der Maschine mit Wasser füllt.
Ich bin von Natur aus neugierig, technisch interessiert und ausgebildet. Deshalb habe ich nicht die Maschine als Garantiefall eingeschickt, sondern auseinander gebaut, um den Fehler selbst zu finden und zu bewerten.
Interessanterweise kostet das Ersatzteil vom Delonghi Servicepartner nur 0,84 ¤ (netto). Ich habe dann gleich 3 Stück geordert, um für die Zukunft gewappnet zu sein (Die Maschine wegwerfen möchte ich dann doch nicht). Wer das selbst machen will brauch nur 4 Schrauben lösen um das obere/hintere Gehäuseteil zu entfernen. Dann kann man den Y-förmigen "Fluidverteiler" mit 2 Schrauben vom Brühkopf lösen. Eigentlich ganz einfach. Wer also etwas mit Schraubenzieher umgehen kann, kann das leicht und sehr billig selbst reparieren.
Wie ist also mein Fazit zu die Maschine:
(1) Kaffee und Schaum sind perfekt
(2) nur für Leute die ab und zu einen Espresso oder einen Cappucino trinken
(3) Die Bedienungsanleitung ist unvollständig und überarbeitungsbedürftig.
(4) Niemals versehentlich zu viel Pulver verwenden
(5) Immer sofort die Schaumdüse reinigen
(6) DeLonghi sollte eine Rückrufaktion starten, um das unterdimensionierte Bauteil mit einem stabileren zu ersetzen
(7) Wer die Maschine hat, sollte zur Sicherheit das 0,83 ¤ Ersatzteil vorsichtshalber bestellen!!
Dennoch: Wenn die Maschine funktioniert ist der Espresso oder der Cappucino perfekt.