Vor ca. 6 Wochen habe ich diese Maschine, auch aufgrund der positiven Amazon-Bewertungen gekauft. Zuerst einmal möchte ich auf einige negativen Kommentare eingehen:
"Man kann die Espressomenge nicht einstellen und muss aufpassen, dass der Espresso nicht überläuft" - Also für einen Espresso gelten in Italien und hierzulande einige Regeln, unter anderem auch, dass die Durchlaufzeit ca. 20-30 Sekunden betragen sollte. Wer diese Zeit nicht hat, aber trotzdem einen Espresso haben möchte, der sollte sich keine NORMALE SIEBTRÄGERMASCHINE kaufen. Ich beschwere mich auch nicht darüber, dass mein Opel keine Flügeltüren hat.
"Die Maschine rappelt und ist sehr laut" - Hmm, ich habe vorher eine Jura Subito gehabt und habe auch andere (Saeco) Siebträgermaschinen häufig bedient. Die Delonghi-Maschine erscheint mir dagegen eher leise!
Ich würde nie auf die Idee kommen, ein Zuckerpäckchen(!) auf den Wassertank(!) zu legen, damit die Maschine nicht lärmt. "Zucker im Tank" kann nur bei Spirou und Fantasio und dem Grafen von Rummelsdorf gut sein. Es stimmt jedoch, dass die Maschine relativ leicht ist. Ich finde eher, dass man beim Einsetzen und Abnehmen des Siebträgers Schwierigkeiten hat, irgendwo Halt zu finden, um dagegenzuhebeln.
Zum Wesentlichen: Die Maschine bietet für einen Preis von schlappen 120 Euro die Möglichkeit, normales Espressopulver zu bestem (!) Espresso mit hervorragender Créma zu verarbeiten, bietet jedoch auch für die nicht Putzwilligen die Möglichkeit, Pads mit gutem bis sehr gutem Ergebnis (Lucaffe, Izzo Pads, Martella Maximum Class Pads, NewYorkCafe Pads etc...) zu verwenden. Darüber hinaus sieht sie gar nicht übel aus, ist nicht so groß wie ein Vollautomat, kostet weniger als die meisten anderen Maschinen, macht jedoch einen besseren Kaffee. Also, liebe Amazon-Kollegen, bitte achtet auf das Preis-Leistungsverhältnis!
Nachteile:
Die Tassenheizung auf dem Dach ist nicht sehr groß und kaum brauchbar (macht nicht sehr warm, man muss sowieso mindestens 30min warten, bis die Tassen warm, nicht heiß sind) und verschwendet nur Energie. Sei's drum!
Am Gehäuse ist ein Tamper angebracht. Um den Espresso zu pressen, muss man die Maschine festhalten. Am Tamper bleibt Kaffeemehl hängen, klar, dann muss man die Maschine wieder abwischen. Das wäre als zusätzliches Plastikteil besser gewesen. Beachten: Der Abstand zwischen Ausguss und dem Blech, auf dem die Tassen stehen, beträgt ca. 7,5 cm. Für meine kleinen Espressobecher reicht das leider nicht. Ist aber nicht weiter tragisch, denn bei einem Siebträger wäre eine Höhenverstellung idiotisch und wenn der Kaffee von zu weit oben herunterplätschern würde, gäb's ein Malheur...das ist also schon richtig so, eigentlich.
Fazit: Habe die Maschine aufgrund der Kaufempfehlung hier gekauft und spreche erneut eine dicke Kaufempfehlung aus! (April 2009)
Heute eine kleine Aktualisierung (Januar 2011): Mittlerweile ist das Maschinchen etwas in die Jahre gekommen, vielleicht etwas zu früh für meinen Geschmack. Ich habe den Eindruck, dass nicht mehr genügend Druck aufgebaut wird, so dass der Kaffee bei der Zubereitung mit einem Pad (tritt nicht bei allen Pads auf) nur noch heraustropft. Man kann den Kaffee immer noch gut trinken, er ist dann aber nur noch etwas wärmer als lauwarm. Mit Pulver funktioniert die Maschine weiterhin super.