Bevor wir die ESAM 5600 gekauft haben, ist eine wochenlange Recherche der Online Rezensionen vorausgegangen. Wir haben das Für- und Wider der einzelnen DeLonghi Kaffeevollautomaten abgewogen und uns zu guter Letzt aufgrund der Produktbeschreibung und der Rezensionen für die Esam 5600 entschieden.
Vorher hatten wir eine Krups Orchestro Dialog Autocapuccino, die uns neun Jahre treue Dienste (sie war nur einmal kaputt: Reparaturkosten ca. 70 Euro) geleistet hat und auch immer noch funktioniert. Der Reiz lag jetzt aber in einem Automaten, der auf Knopfdruck Kaffeespezialitäten produziert. Aufgrund des Designs sind wir schnell bei Delonghi gelandet (beeinflusst sicherlich auch durch die Fernsehwerbung).
Vorab: wir haben die Maschine erst eine Woche und können somit keine Angaben zum Langzeitgebrauch machen. Wir hoffen natürlich, dass sie lange hält, hatten bisher aber auch immer gute Erfahrungen mit Reklamationen bei Amazon gemacht. Hoffentlich kommt es in diesem Fall nicht dazu, wir sind mal guter Dinge.
Wir hätten die Maschin fast nicht gekauft, weil sie laut Beschreibung nur einen 125 g Kaffeebohnenbhälter hat. Das wäre wirklich nicht viel. Aber: die gelieferte Maschine fasst 250 g Kaffeebohnen. Perfekt. Der Displayfehler besteht nach wie vor und wird vermutlich auch bei diesem Gerät nie behoben werden, weil das Display für die Anzeige schlicht zu klein ist. Ich finde, man kann damit leben, zumal die Maschine auch im Grundmodus keinen Fehler anzeigt, der tritt erst bei der Benutzung des Menüs an drei Stellen (Mein Kaffee ohne "M", bei Vorgemahlen blinkt nur das halbe "V" und bei Latte Macciato fehlt das "o") auf. Freunde von uns haben die Prima Donna Avant. Die hat ein größeres Display ohne Anzeigefehler (und produziert zusätzlich einen "Long" Kaffee), aber ist das wirklich ein paar Hunder Euro mehr wert?? Uns nicht.
Laut Beschreibung ist die Maschine komplett von vorne zu bedienen. Für den Wassertank stimmt das, die Klappe für die Bohnen wird aber von oben geöffnet, man sollte also darauf achten, dass ein eventueller Küchenschrank über der Maschine den Platz noch zulässt.
Man kann bei jedem Kaffee unter fünf Größen und fünf Stärken wählen. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Man muss denke ich erstmal alles ausprobieren, bis man seinen optimalen Kaffee herausgefunden hat.
Der Milchbehälter ist genial. In vielen Rezensionen steht geschrieben, dass man ihn einfach nach Drücken der "Clean" Taste so mit der Milch in den Kühlschrank stellen kann. Klar kann man das machen (fragt sich nur, ob das hygienisch ist). Dem Milchbehälter liegt aber extra eine Reinigungsanleitung für den Milchbehälter bei. Danach muss man insgesamt drei Teile vom Deckel des Milchbehälters abbauen (geht aber leicht) und abspülen, bevor man ihn wieder in den Kühlschrank stellt. Mich stört es nicht, aber es ist eben ein kleiner Arbeitsaufwand. Eine kleine Reinigungsbürste liegt der Maschine übrigens auch bei. Der Milchbehälter ist spülmaschinenfest.
In einigen Rezensionen wird bemängelt, dass die Maschine anzeigt, dass der Tresterbehälter geleer werden soll, obwohl er noch nicht voll ist. An dieser Stelle sollte die Bedienungsanleitung weiter gelesen werden, als bis zu der Stelle, an der der Kaffee im Becher ist: Wenn das Gerät drei Tage nicht genutzt wird, wird aus hygienischen Gründen angezeigt, dass der Tresterbehälter geleert werden soll. Anderenfalls droht irgendwann Schimmel im Gerät. Also eine sinnvolle Anzeige!
Wir haben bereits schwarzen Kaffee, Capuccino, Latte Macciato, Cafe Latte, Tee, Kakao und heiße Milch mit Honig (über die Milchtaste) produziert und sind sehr zufrieden. Mit der Milch muss man auch erstmal ein bisschen experimentieren. Bei unserem alten Vollautomaten hatten wir einen perfekten Milchschaum mit 3,5%iger Biomilch, das funktioniert mit der ESAM 5600 irgendwie nicht so gut. 1,5%ige Milch ist deutlich besser. Unser Milchverbrauch ist sehr stark gestiegen :O)
Zusammengefasst: super Design, einfache Handhabung, zumutbarer Reinigungsaufwand, tolle Kaffeespezialitäten auf Knopfdruck. Mit dem Displayfehler kann man leben, der größte Kaffee ist immer noch relativ klein (man kann unter "mein Kaffee" einen größeren speichern, das habe ich aber noch nicht ausprobiert). Eine absolute Kaufempfehlung. Einen Stern Abzug gibt's für den Displayfehler.
Wer diese Maschine noch mit anderen Maschinen von DeLonghi vergleicht: Die preiswerteren haben i.d.R. keine Latte Macciato Funktion und auch nicht genügend Platz, um ein höhere Glas unter den Auslauf zu stellen. Die teureren (Prima Donna) lassen sich ihr Design (mehr Edelstahl - aber aus meiner Sicht auch nicht schöner) und z.B. die "Long" Funktion teuer bezahlen. Die Technik innen drin ist die gleiche. Hier muss jeder selbst abwägen, was er für sich haben möchte. Achja: der Preis für die ESAM 5600 schwankt sehr stark bei Amazon. Der Preisunterschied kann von Tag zu Tag bei über 100 Euro liegen. Beobachten zahlt sich also aus!