Die DeLonghi ESAM 04.120 ist anscheinen die Weiterentwicklung der ESAM 04.110, einem gut getesteten Vollautomaten der unteren Mittelklasse, und noch nicht auf der Homepage von DeLonghi gelistet.
Lieferung & Verarbeitung:
Beim ersten Auspacken fällt die überraschend gute Verarbeitung der Maschine auf. Auf den Bildern wirkt der Vollautomat qualitativ weniger ansprechend, als er sich in Wirklichkeit darstellt. Die Vorderseite besteht aus mattem Kunststoff, in dem silberne Kunststoffknöpfe und und ein schwarzes Bedienpanel eingelassen sind. Der Rest des Gehäuses besteht aus schwarzem Kunststoff, nur das Abtropfgitter ist aus Metall gefertigt. Das einzige, was nicht ganz die gute Qualität unterstreichen möchte ist die Warmhaltefläche/Tassenabstellfläche. Sie wirkt wie eine dünne Folie in Metalloptik. Ansonsten stimmt die Optik des Gerätes und macht eine Integration in moderne Küchen einfach. Auch von den Abmessungen her ist das Gerät nicht zu auffällig. Die Maschine ist 28cm breit, ca. 33cm tief (ohne Auffangschale) und ca. 35 cm hoch.
Erwähnt werden sollte noch, dass dem Gerät bereits Entkalker beilag, so dass die ersten Entkalkungen keine weiteren Kosten verursachen.
Inbetriebnahme:
Nach dem Zusammensetzen des Gerätes und dem Entfernen der obligatorischen Schutzfolien wird die Maschine erstmalig konfiguriert. Dazu muss mittels beiliegendem Teststreifen die Wasserhärte bestimmt und in das Gerät eingegeben werden. Sicherlich wird darüber die Häufigkeit der Entkalkungsfunktion beeinflusst. Verwunderlich war, dass trotz gefiltertem Wasser der Teststreifen fast vollständig ausschlug, was häufigere Entkalkungen zur Folge haben wird. Anschließend musste Wasser über die Dampfdüse abgelassen werden. Dann war die Maschine bereits einsatzbereit. Erfreulich war, dass neben der Wasserhärte auch die Kaffeetemperatur voreinstellbar war, so dass hier die verschiedenen Vorlieben auch berücksichtigt werden können. Zusätzlich kann die Zeit, nach der sich die Maschine automatisch abschaltet, eingestellt werden, hier stehen Werte zwischen 15 min und 3 Stunden zur Auswahl.
Die ersten Tassen Kaffee, die dann produziert werden, dürfen noch nicht als Maßstab angesehen werden. Die Maschine brauchte circa 4 Tassen, bis das vollständige Kaffeearoma vorhanden war.
Kaffeezubereitung:
Man hat die Wahl, ob die Maschine 1 oder 2 Tassen Kaffee produzieren soll, wobei die Menge zwischen 18ml und 193ml bei einer Tasse variiert werden kann. Das Ergebnis ist dabei sowohl optisch als auch geschmacklich sehr gut. Ich habe durch einen Bürojob viele Vergleichsmöglichkeiten mit den Maschinen diverser Hersteller. Die DeLonghi braucht sich hier nicht zu verstecken. Die Crema ist sehr ansehnlich und das Aroma, welches natürlich in der Intensität angepasst werden kann, sehr lecker. Wie zuvor beschrieben kann die Temperatur angepasst werden, wobei selbst die mittlere Einstellung einen heißeren Kaffee als einige Pad-Maschinen erstellt. Sollte die Kaffeezubereitung zu langsam erfolgen, oder keine vernünftige Crema entstehen, so kann dies über die Einstellung des Mahlwerks korrigiert werden. Das Betriebsgeräusch der Maschine ist durchschnittlich laut. Man kann sich während des Brühvorganges durchaus neben dem Gerät unterhalten, ohne dass es als störend wahr genommen wird.
Reinigung:
Die Maschine spült sich sowohl beim Ein- als auch beim Ausschalten selbstständig, so dass hier immer ein wenig Wasser in die Auffangschale läuft und diese regelmäßig gelehrt werden muss. In der Auffangschale eingesetzt ist der Tresterbehälter, welcher laut Anleitung beim Öffnen der Vordertür stets mit geleert werden muss. Die Reinigung geht unter klarem Wasser recht gut, sofern man sie denn regelmäßig durchführt und nichts eintrocknet oder anfängt zu schimmeln. Leider sind die Teile nicht spülmaschinenfest und dürfen allenfalls mit einem milden Reiniger gesäubert werden. Die Brühgruppe lässt sich
aus dem Gerät entnehmen und unter klarem Wasser abspülen, dies ist jedoch mittlerweile bei vielen Maschinen Standard.
Milchschaum:
Der Milchschaum für Cappuccino oder Latte Macchiato wird bei dem Gerät nicht automatisch produziert, sondern muss klassisch mit einer Dampfdüse produziert werden. Dabei kann die Düse entweder zum Erhitzen von Milch oder zum Aufschäumen benutzt werden. Das Gerät bietet eine gesonderte Taste, welches die Dampffunktion aktiviert. Laut Anleitung sollte die Funktion nicht mehr als 3 Minuten benutzt werden und anschließend muss das Gerät 10 Minuten abkühlen oder Wasser durch die Dampfdüse abgelassen werden, bevor wieder Kaffee produziert werden kann. Der Milchschaum gelingt mit ein wenig Übung sehr gut, jedoch muss man anschließend die Düse zerlegen und reinigen, was ein wenig umständlich ist. Hier ist die Senseo Latte Select ein wenig nutzerfreundlicher, da zur Reinigung nur Wasser in den Milchtank gefüllt werden muss.
Kritikpunkte:
Kein Gerät ist perfekt. Auch bei der ESAM 04.120 findet sich etwas, was man hätte besser machen können. So ist die automatische Spülfunktion zwar gut, jedoch spritzt durch das austretende Wasser immer wieder Wasser auf das Abtropfgitter welches dadurch schnell unansehnlich wird. Man kann sich behelfen, wenn man eine leere Tasse nach der Nutzung unterstellt, welche das Spülwasser beim Aus- und Einschalten aufnimmt. Weiterhin ist bei unserem Gerät der Dampfregler ziemlich schwergängig. Dies ist aber nur eine Kleinigkeit und trübt das Gesamtbild nicht essentiell.
Fazit:
Die DeLonghi ist eine gute Mittelklasse Maschine, welche einen häufigen Kritikpunkt anderer DeLonghi Geräte, die einstellbare Kaffeetemperatur, beseitigt. Der produzierte Kaffee lässt sich so den Vorlieben des Nutzers sehr gut anpassen und mithilfe der Dampfdüse gelingt auch leckerer Milchschaum, wobei man diese klassische Art der Zubereitung mögen muss. Wer das nicht mag, wird sich nach einem Gerät mit integrierter Afschäumfunktion umsehen müssen.
Das Gerät hat zwar auch ein paar kleine Drawbacks, welche jedoch durch das gute Kaffeeerlebnis kompensiert werden.
Es bleibt zu sagen: Die DeLonghi 04.120 ist ein empfehlenswertes Gerät, mit ansprechender Optik/Qualität und einem sehr guten Kaffeeerlebnis. Der Preis wird sich sicherlich dem Vorgängermodell noch annäheren, was das Preis-Leistungsverhältnis noch optimieren wird.