Hallo Lattissima-Gemeinde,
seit ein paar Tagen bin ich nun auch im Besitz der DeLonghi EN 680 M.
Wichtig zu betonen:
ich habe von Amazon ein absolut "frisch" hergestelltes Gerät erhalten. D.h. Bauteile der Maschine weisen teilweise einen Fertigungsstempel von Okt/09 vor.
Warum ich das erwähne? Weil DeLonghi "klammheimlich" ein Produktupdate durchgeführt hat, was der Maschine Features der 720 M (Premium) bescherte, was selbst der Nespresso-Hotline und dem Techniker-Team bis heute nicht bewusst war.
Aber der Reihe nach, da es dem einen oder anderen u.U. helfen kann:
Bei mir meldete sich heute Morgen die "Entkalkungsleuchte" (ein orangenes Dauerleuchten des Stand-by-Schalters) nach schätzungsweise 30-40 Zapfvorgängen.
Nach meinem Anruf bei der Hotline wurde mir erst einmal unterstellt die eigene Maschine nicht zu kennen ("das muss doch die 720er sein") dann die Vermutung eine falsche Bedienungsanleitung erhalten zu haben ("das muss die Anleitung der 720er sein") und schliesslich wurde mir "Farbblindheit" unterstellt, da bei der Maschine nichts orange leuchten kann und sie auch nicht die technischen Vorraussetzungen mitbringen würde, um auf ein Entkalken hinweisen zu können.
Nach 2maligem Eskalieren an die Technik und Rücksprache mit dem Hersteller wurde mir schliesslich Glauben geschenkt und mir folgendes mitgeteilt:
Die DeLonghi EN 680.M hat quasi ein "eco-Facelift" erhalten und damit Features von der 720 M Premium übernommen:
- Energiesparfunktion einstellbar auf 0,5 oder 2 Stunden.
- Manuelles Einstellen der Wasserhärte (Teststreifen liegt bei).
- Hinweisfunktion "Entkalken" (eben das orangene Dauerleuchten des Stand-by-Schalters)
Die neue Technik erinnert einen nun zwar an das Entkalken, hat aber auch ihre Tücken:
Die Maschine hat keine "Sensorik" die das tatsächliche "verkalken" ermittelt, sonder errechnet je nach Wasserhärte und Durchlaufmenge die Serviceintervalle. Ab Werk ist die Wasserhärte auf 4 (Maximum) gestellt. Wenn dies nicht geändert wird, kommt die Maschine, wie bei mir, sehr schnell mit der Aufforderung "Entkalken" um die Ecke.
Wer wie ich Brita-gefiltertes Wasser verwendet, kann lt. Nespresso den Wert auch auf 1 stellen und hat etwas länger Ruhe.
Da bei mir das Entkalken nicht notwendig war, habe ich den Entalkungsvorgang nur mit "Britta-Wasser" durchgeführt, und die Serviceleuchte erlosch.
Zur Modellpflege:
Meines Wissens gibt es die neuen Features nun bei allen Lattisima-Modellen jüngster Bauart. Zumindest meine Maschine weisst aber keine neue Typenbezeichung aus, mit der man die Alte von der Neuen unterscheiden könnte.
Zu meinen sonstigen Erfahrungen & Einschätzungen...
Die Allzweckmaschine:
In unserem 4 Personenhaushalt bin ich der einzige Kaffeetrinker. Meine Frau ist eher für Tee zu haben, die beiden Kids für warmen Kakao. Da die Lattissima für alle das passende bietet, viel die Entscheidung für das Modell auch nicht sonderlich schwer. Zugegeben, kurzzeitig hatte ich noch mit der 720er spekuliert da diese über eine separate Milchtaste verfügt. Aber der "Trick" sich seine Milch mittels der Latte Macciato-Taste zu ziehen, ist völlig ausreichend, da die Zeit zwischen "Milch ins Glas" und "Kaffee ins Glas" mehr als ausreichend ist um das Programm zu stoppen - Kinderleicht, denn selbige tun es bei mir ;-)
Da nun auch andere "goodies" der 720er ihren Weg in die 680er gefunden haben, freue ich mich um so mehr über die gesparten 200 EUR die ich nun in rd. 600 Kapseln investieren kann...
Das "Problem" der nachlassenden Milchmenge:
Sehr früh hatte ich die Erfahrung sammeln müssen, dass bei der Zubereitung die Milchmenge nachliess. Ein Hinweis in einer Amazon-Rezension mit dem Stichwort "Entlüftung" brachte mich auf die Idee den Ablauf der Inbetriebnahme zu wiederholen. D.h. jeweils 3x die Taste "Wasser" und "Lungo" drücken und voilà, alles lief wieder.
Bei der Nespresso-Hotline wurde mir dies auch bestätigt. Allerdings sind auch zwei Faktoren erläutert worden die dazu führen, dass Luft in das System gelangt:
- Wenn durch einen zu leeren Wassertank Luft in das System angesaugt wird.
- Wenn die Maschine in der Standzeit stetig das Wasser aus dem System in den Wasserbehälter ablässt, um einem verkalken der Leitungen entgegen zu wirken.
Ob man wirklich den Ablauf mit "3x die Taste drücken" exerzieren muss, bezweifel ich mitlerweile. In allen Fällen ratsam und auch vermutlich ausreichend ist es sich vor dem ersten Brühvorgang einfach Wasser zu zapfen. Dadurch wird auch gleich die Tasse vorgewärmt...
Der Kaffeegenuss & die Positionierung von Nespresso als Discounter:
Das der Kaffee klasse schmeckt erwähne ich nur kurz da unstrittig (wobei ich mir bei der Ermittlung meiner Lieblingssorte noch etwas schwer tue).
Als Frankfurter habe ich auch das Glück eine der "kultigen" Nespresso-Boutiquen quasi vor der Haustür zu haben. Das diese sich auf der Goethestrasse befindet, unterstreicht für mich nochmals deutlich, dass Nespresso sich nicht mal ansatzweise als Kaffe-Discounter positioniert (Ortskundige werden verstehen was ich meine...für alle Anderen: Die Goethestraße ist Frankfurts Fifth Avenue". D.h. Nesspresso befindet sich in guter Nachbarschaft zu Chanel, Cartier, Burberry, Gucci, Versace, Tiffany, Prada, Hermes, Giorgio Armani, Bogner, Louis Vuitton, usw.). Für mich ist das aber auch ok so. Genauso wie ich mir meinen Rotwein nicht im Tetrapack kaufen würde, halte ich es auch mit meinem Nespresso. Ich Trinke ihn i.d.R. am Wochenende bzw. nach einem guten Abendessen wenn ich mal zuhause bin und geniessen möchte. Den finanziellen Schaden den meine paar Tassen (+ X für Freunde) meinem Haushaltsplan zufügen, ist mir der Genuss und der hauch Georg Clooney allemal wert ;-)
Die Hotline:
Für mich ein weitere klarer Pluspunkt: sehr nett, überaus hilfsbereit und sehr engagiert.
Was mich nicht so gut gefällt:
1.) Die Bedienungsanleitung ist tw. etwas dürftig. Hier ein Beispiel und guter Rat: In der Erläuterung wie man die Maschine zu entkalken hat wird erwähnt, das man den Wassertank im 2. Durchlauf bis MAX füllen soll. Schön, das steht auch unter dem Punkt "Erstinbetriebnahme". Nur leider weicht danach die Verwendung des Wassers, drastisch ab. Denn die Maschine bietet das Wasser nicht portionsweise an, sondern jagt das Wasser in einem Durchgang komplett durch die Maschine bis der Tank leer ist (ja, 1,2 Liter!!!). Also bei mir hat sich eine Marmorkuchenbackform gut bewährt... ;-)
2.) Das Format der Bedienungsanleitung:
Nespresso liefert für gutes Geld eine recht ansehnliches Ringbuch nebst Register "Maschine" mit. Warum zum Geier folgt die Bedienungsanleitung nicht diesem Formfaktor damit man sie genau dort abheften kann? Ja, ok, das mag jetzt pingelig klingen, doof ist es dennoch - und was anderes zum meckern ist mir bisher nicht unter gekommen...
Hoffe die paar Zeilen helfen dem Einen oder Anderen bei der Kaufentscheidung oder dienen zur nachträglichen Kaufbestätigung. Für mich ist es immer noch klar: Nespresso, what else?
BTW: die Entwicklung von Nestlé im Kaffeebereich finde ich schon spannend. Persönlich trinke ich meinen Nespresso übrigens stilecht aus original PressoPresso-Tassen - falls die Marke von Nestlé noch jemand kennen sollte...
VG
Jens