Ich habe den Vollautomaten nun seit drei Tagen und möchte eine erste Bewertung abgegeben. Ich weiß, drei Tage sind für ein elektronisches Gerät keine überlange Testzeit, ich gebe die Bewertung aber trotzdem schonmal ab, weil gerade dieses Gerät so wenig bewertet wurde.
Zunächst einmal die Vorgeschichte: ich suche schon seit längerem nach einem vernünftigem KVA, wobei ich mich preislich im Bereich bis 350¤ bewegen wollte. Gerade in diesem Bereich sind viele Modelle mit mittelmäßigen Bewertungen vorhanden, was angesichts der Preisskala irgendwo auch nachvollziehbar ist. Ich habe mich in der Vorbereitung intensiv mit Berichten, Foren und Videos auseinandergesetzt, um die beste Entscheidung zu treffen.
Dabei sind natürlich immer die gleichen Verdächtigen aufgetaucht: ESAM 3000B, Odea Go, Melitta Caffeo Solo, Saeco Incanto und diese ECAM 22110B.
Den Ausschlag für die ECAM 22110 hat gegeben, dass Delonghi gerade eine kostenlose Garantieerweiterung auf drei Jahre anbietet (wobei die Tassenbezugszahl nicht erhöht wurde) und ich das Gerät bei einem namhaften Mitglied der Metro-Gruppe für 349¤ gefunden habe. Nachdem ich Amazon zweimal über die Preismitteilundfunktion und einmal persönlich wegen des Preisunterschieds angeschrieben habe und keine Anpassung erfolgte, kaufte ich die Maschine bei MM.
Die ESAM 3000 B war mir zu puristisch, die Odea Go, wenn man sie mal in natura sieht, ist nur wackelndes Plastik, die Melitta Caffeo Solo wäre die Alternative gewesen, hat aber keine Milchaufschäumdüse, bzw. kostet damit viel mehr und die Incanto kam bei den Bewertungen nicht so gut weg, weil die Brühgruppe wohl nicht sehr gut hält.
Ich habe mir die ECAM 22110B im Laden intensiv angesehen und dann die Entscheidung getroffen.
Zuhause ausgepackt fällt sofort auf, dass Delonghi beim Zubehör nicht knauserig war...so sind ein Wasserfilter und das erste Entkalkungspack dabei, ein Wasserhärtetester und ein Kaffeelöffel. Die Maschine ist gut gesichert und alle wichtigen Sichtteile in Folie geschützt.
Anbei liegen viele Anleitungen in unterschiedlicher Sprache. Die deutsche ist wie die anderen etwa 20 Seiten lang, teilweise bebildert und ganz gut zu verstehen.
Wichtig ist natürlich, dass man die Hinweise zur ersten Inbetriebnahme befolgt!!! Man sollte auch beachten, dass die Maschine eine Karenz von einigen Tassen braucht, bis die optimalen Ergebnisse kommen, gleiches gilt nach Einstellungsänderungen.
Optisch kommt die Maschine aufgeräumt daher. Sie ist sehr schick, wirkt nicht klobig, wohl sie nicht gerade klein ist. Mit den Metallflächen und dem Hochglanz-Plastik wirkt sie hochwertig, gemessen am Preis. Das Delonghi Zeichen, der verstellbare Ausfluss und der durchsichtige Wasserbehälter an der rechten Seite runden das Bild ab.
Die Bedienung ist denkbar einfach. Bohnen und Wasser rein. Anschalten, während die Maschine aufheizt, etwa 20 Sekunden, dann Kaffeebezug wählen und der Kaffee kommt...
Wie die Qualität des Kaffees ist hängt natürlich von den verwendeten Bohnen und dem eingestellten Mahlgrad (15 Stufen) sowie der eingestellten Kaffeemenge (silberndes Rad in der Mitte der Maschine) ab. Ich bin auf jeden Fall mit dem Kaffee sehr zufrieden. Wie der Verkäufer bei MM auch meinte, ein gewaltiger Sprung zu meiner alten Senseo (kein Vorwurf 300¤ Unterschied müssen ja irgendwo herkommen).
Nun, wichtig war mir, dass die Maschine auch morgens verwendet werden kann, ohne einen Gehörschaden zu bekommen. Da mir Vergleichsmodelle fehlen, kann ich die Lautstärke nur relativ bezeichnen: überschaubar bis leise! Wenn man sich klar macht, was die Maschine gerade macht, dann weiß man, dass Geräusche produziert werden, die sind aber zu keinem Zeitpunkt störend. Das Mahlwerk mahlt sehr schnell, sodass die geräuschliche Belastung (dies ist das lauteste) schnell zu Ende ist. Natürlich nimmt man die Maschine wahr...keine Frage, aber mich stört das nicht...es klingt eigentlich auch ganz beruhigend...und das Ergebnis zählt auch viel mehr.
Damit der Brühvorgang perfekt gelingt, bietet die Maschine einige Einstellungsmöglichkeiten neben den genannten Mahlgrad und Kaffeemenge: sie sind nicht sofort erkennbar, sondern der Anleitung zu entnehmen. So kann man nach der Wasserhärtemessung der Maschine den Härtegrad mitteilen, die Wassertemperatur erhöhen, den automatischen Abschaltzeitpunkt definieren, etc...nett!!!
Was bleibt noch zu sagen? Die Milchschaumdüse habe ich getestet und war echt beeindruckt...klappte super, Milchschaum war bemerkenswert. Die Maschine macht nach dem Start und vor dem Abschalten einen Spülvorgang, wobei man den auch noch manuell starten kann.
Das auslaufende Wasser wird von der Auffangschale aufgefangen, die mit einem roten Schwimmer anzeigt, wenn sie voll ist. Wenn man herauszieht, kommt gleich auch der Tresterbehälter mit heraus. In den fallen die Kaffeereste. Damit der nicht durch zwei übereinandergestapelte "Pads" gleich voll ist, hat er einen Flügel in der Mitte, der die Pads bricht...sinnvoll.
Insgesamt ist mir bisher nur zwei negative Aspekte aufgefallen:
- Delonghi schreibt in der Anleitung, man solle nur Delonghi-Entkalker verwenden, anderenfalls drohe Garantieverfall...natürlich ist der teurer als der einfache Entkalker aus dem Supermarkt...muss jeder für sich entscheiden.
- das Tassengitter, so will ich es mal nennen, also das metallerne Stück, auf das man die Tasse stellt ist nach drei Tagen Nutzung schon dort wo die Tassen stehen verkratzt...blöd, aber naja, Gebrauchsgegenstand.
Weitere Erfahrungen teile ich im Laufe der Zeit mit.
Derzeit gibt es von mir fünf Sterne!