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1989 gegründet zählen Goethes Erben zu den erfolgreichsten und beliebtesten Formationen der deutschsprachigen "schwarzen Szene".
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Mit dem vorliegenden Album "Dazwischen", schliessen Goethes Erben einerseits musikalisch an das oben genante Album an (eine homogene Mischung aus sanften und träumerischen Klängen, gemischt mit ab und an "härteren" E-Gitarren Sounds und flotteren Stücken, die zuweilen auch zum Tanzen anregen können), aber textlich blieb man deswegen nicht "stehen" und entwickelte sich weiter.
Was in diesem Falle bedeutet: Im Gegensatz zum Vorgängeralbum, sind sämtliche Texte dieses Werkes "bodenständig" gehalten und drehen sich um die sämtlichen Sphären, Situationen und das Sein des menschlichen Lebens. Der aufmerksame Hörer bekommt hier die Geschichte eines Menschen erzählt, der durch viele persönliche Schicksalsschläge gebeutelt versucht, seiner Umwelt & seinem Leben zu entfliehen, aber letztendlich daran scheitert da das Leben (egal wie schlimm es auch kommt) immer wieder weiter und weiter geht bis letztendlich unsere tatsächliche & biologische Uhr abgelaufen ist... Und bis dahin, sollen wir LEBEN... auch wenn es nicht immer schön, sondern hässlich erscheint.
Aber nun wieder zur musikalischen Seite: Auch tat man sich sehr gut daran, dieses Album nicht (wie bei seinem Vorgänger) in "Kategorien" zu unterteilen (dort waren es 3 Kapitel mit je 4-7 Lieder, die sich eben je nach Kapitel in Text, Stimmung und musikalischer Unterlegung unterschieden). Dadurch wirkt das Album auch als eine ganze und geschlossene Einheit, die authentisch und greifbar ist und jeder Zeit persönlich nachvollziehbar bleibt.
Hervorheben möchte ich an dieser Stelle u.a. noch die beiden wohl schönsten Lieder in der bisherigen Ära von Goethes Erben: Nämlichen "Prolog zu einem Märchen" und "Tage des Wassers"... es ist unglaublich wie viel Liebe, Gefühl und Sensibilität in diesen traumhaften Balladen steckt! Man MUSS sie einfach gehört und gefühlt haben!
Ebenso bietet der Song "Negativmaske" eine besondere Überraschung, in dem der textlich-subtil und extrem gelungen teilweise wieder an ältere und "morbidere" Stücke der Erben erinnern lässt und mit "Schwarzes Wesen" wird uns eine sehr gelungene und flotte Neuinterpretation des 1992 erstmals erschienen Klassikers geboten (aus dem Album: "Der Traum an die Erinnerung"). Auch wirkt der Song deswegen nicht irgendwie "fehl am Platze", sondern weis sich sensibel in das Gesamtbildnis einzufügen und zu einer Einheit zu verschmelzen.
Fazit:
Einen riesigen Dank an Gothes Erben dafür, das wir wieder Träumen können... auch wenn diese Träume nicht immer schön sein mögen, so sind sie dennoch wahr... und vor allem: menschlich! :)
Gleichzeitig weist aber der Titel "Dazwischen" darauf hin, dass die CD nicht nur Stücke von "Schattendenken" beherbergt. Ursprünglich wurde für dieses Jahr ein umfangreiches Box- Release (Schattendenken CD, Schattendenken Film und das Kinderbuch, welches die Geschichte der Lieder "Prolog zu einem Märchen" sowie "Tage des Wassers" in illustrierter Form widergibt) geplant. Allerdings hat sich Oswald wohl etwas mit den Dreharbeiten zum Film überschätzt, so dass die Fans mit diesem Album getröstet und gleichzeitig auf den kommenden Film eingestimmt werden.
Wer bei der Schattendenken- Tour dabei war, kennt die meisten Lieder. Angefangen mit den ersten beiden, "Prolog zu einem Märchen" sowie "Tage des Wassers", welche die wunderbar schöne Geschichte eines Schwarzen Schwans und einen weissen Engels erzählen. Anschliessend lädt uns Oswalds "Jasmintee" ein, in der Herberge unserer Erinnerungen nach konditionierten, schönen Erinnerungen zu suchen. Lied 4 bis 9 reflektieren das Geschehen in "Schattendenken" weiter, wobei anzumerken wäre, dass diese Stücke, die eigentlich für ein Theaterstück geschrieben wurden, auch über den CD-Player weiterhin ihre ganz eigene Faszination ausüben.
Das letzte Lied des Schattendenken- Theaterstücks ist "Lebend lohnt es sich...", ein Lied mit einer wohl wahren Nachricht: Die Hoffnung nach etwas "besserem" hält uns am Leben, auch wenn alles auswegslos scheint, [denn nur lebend lohnt es sich... zu sterben].
Die letzten 3 Lieder sind nicht von der "Schattendenken" Tour. Lied 12, "Das Schwarze Wesen", ist eine Neuauflage eines Goethes Erben Songs von 1991. Er unterscheidet sich ein wenig in der Dynamik, wirkt etwas flotter als die alte Version.
Die Lieder "Dazwischen" sowie "Zwischenzeit" sind/waren bis dato unveröffentlicht.
Obwohl ich bei der Schattendenken Tour dabei war und die meisten Lieder der CD wohl schon kenne, hat sie mich doch überrascht. Das mag zum einen daran liegen, dass der Liveauftritt schon zu lange her ist, andererseits kann man anhand der Texte nun die Geschichte um den Mann, welcher von einer Gruppe ausgenutzt wird und sich im Fieber Märchen ausdenkt, nocheinmal reflektieren.
Das Album ist ein Muss fuer jeden Goethes Erben Fan. Es trägt die Band weiter auf dem Kurs, den sie mit "nichts bleibt wie es war" eingeschlagen haben.
Leute, welche die Musik von Goethes Erben bis jetzt nicht kennen, sollten auf jeden Fall erst einmal in die CD reinhören, da die Musik doch recht polarisierend ist. Als Anspieltips eignen sich die Lieder "Prolog zu einem Märchen", "Tage am Wasser", "Lebend lohnt es", sowie "Zwischenzeit".
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